Mittwoch, 24. Oktober 2018

Nachschau  05.10.18:  K.I.  (Künstliche Intelligenz)  
Handout des Referates von Jürgen Staas:                                                                                                      
                            Eine Zukunftsvision nach Yuval Noah Harari:  „Homo Deus“
Yuval Noah Harari, Werke:

                              2011     Sapiens  A Brief History of  Humankind
                              2015     Homo Deus  A Brief History of Tomorrow
                              2018     21 Lessons for the 21st  Century

Die ersten beiden Bücher bieten eine umfangreiche Datenliste der Menschheitsgeschichte. Daraus die wichtigsten Daten:

                              _   vor  70 T Jahren  Begin der kognitiven Revolution 
                              _   vor  13 T Jahren nur noch Homo sapiens
                              _   vor  12 T Jahren  Agrarrevolution / Domestizierung von Tieren / Siedeln
                              _   vor 5 T Jahren  Erste Königreiche /  Schrift / Geld /  Polytheist. Religionen

                              _   1500 n, Chr.  Wissenschaftliche Revolution /  Kapitalismus
                              _   1800      Industrielle Revolution
                              _   heute     Digitale Revolution / Atomkraft / Genetik
                              _   morgen  Der Übermensch / KI / Algorithmen / Dataismus
                                                  Entkopplung von Intelligenz u.Bewusstsein                                           

Gehirnentwicklung:     Säugetiere (ca. 60 kg)     200 cm³  
                                     Hominiden                      600 cm³ 
                                     Homo sapiens                  1200 / 1400 cm³
        
Im 21. Jh. deutet sich der  Homo Deus an, der Gott-Mensch, der mit einem erweiterten Bewusstsein.  Wir erleben einen Sonnenaufgang, die Menschheit wacht auf nach den Alpträumen des 20. Jahrhunderts.  Jahrtausende herrschte der Tod durch Hunger, Krieg und Epidemien. Nach einem göttlichen, kosmischen Plan oder aufgrund der unzulänglichen menschlichen Natur?  Heute: Kriege verschwinden,  Epidemien auch dank moderner Medizin (Impfungen).  Der Hungertod wird drastisch reduziert. Statt dessen sterben mehr Menschen an Fettleibigkeit  („over-eating).  Siehe auch: Steven Pinker: „Aufklärung jetzt“  oder Walter Wüllenweber: „Frohe Botschaft“  bzw. Der Stern Nr. 40 v. 27.09.18.  Auch die Zahl der Todesopfer durch Terrorismus geht drastisch zurück. Dank dem medizinischen Fortschritt ist der Tod nur noch ein technischer Mangel. Es gibt technische Lösungen für alles. Der Homo sapiens erfährt einen nie gekannten Upgrade. Biochemische Algorithmen bieten Lösungen für alle Probleme. Menschmaschinen (Cyborgs) übernehmen. Die Götter werden zum Schweigen gebracht. Der Mensch ist allein auf der Bühne. Wir leben im Anthropozän.  Emotionen sind nützlich für Poesie und Musik. Biochemische Algorithmen sorgen für Überleben und Fortpflanzung. Die Agrarrevolution verband sich mit dem Theismus. Die wissenschaftliche Revolution schafft die humanistische Religion.

Die Entwicklung der menschlichen Intelligenz nimmt einen breiten Raum ein. Die Gehirnentwicklung ist oben schon dargestellt worden. Zur menschlichen Entwicklung wesentlich beigetragen hat besonders das Feuer bezw. das Kochen. Es schließt die Nahrung besser auf und macht sie keimfreier, also gesünder. - Schon seit 70 T. Jahren "isst der Mensch vom Baum der Erkenntnis."
DasTier lebt in einer dualen Wirklichkeit: mit objektiven Wahrnehmungen der Außenwelt und subjektiven Wahrnehmungen und Empfindungen, wie Angst Freude, Empfindungen. Der Mensch dagegen lebt in einer triplen, dreischichtigen Wirklichkeit: Er verfügt über Imagination, Phantasie, Vorstellungsvermögen. Er ist Geschichtenerzähler. Spätestens seit der Agrarrevolution, die mit polytheistischer Religion verbindet, lebt der Mensch von und mit Mythen und Symbolik. Soziale Konstrukte werden zur imaginären Realität: Götter, Nationen, Gold und Geld, Hierarchien, Kastensysteme, etc. Dualismen überdecken Widersprüche. Seele, freier Wille sind reine Fiktionen. "Wie kamen Menschen zu der Überzeugung, dass sie die Welt nicht nur beherrschen, sondern ihr auch Sinn verleihen können?" Ein wahrhaft existenzielles Problem. "Wie wurde der Humanimus - die Anbetung der Menschheit - die wichtigste Religion von allen?" - Menschen machen Geschichte? Geschichte dreht sich um ein Gewebe von Geschichten!" Kollektive Mythen beruhen auf der "Datenverarbeitung" des menschlichen Gehirns. "Für die Sumerer waren Enki und Inanna so real wie Google und Microsoft für uns heute." Auf die mündliche Überlieferung der Story-Teller folgt die Tradierung per Schrift. Das Schriftprinzip, die Verehrung heiliger Schriften wie Bibel oder Koran hat eine gar nicht zu überschätzende Bedeutung. Die Texte gewannen Autorität. Umso verheerender können sich Fälschungen und Verfälschungen auswirken. Bürokratien sind besonders anfällig. Paradoxie: "Je mehr wir einer imaginären Welt opfern, desto zäher halten wir daran fest, weil wir verzweifelt Sinn geben wollen." Erläutert wird dieser Zusammenhang am Sinn des Opfers. "Our boys didn´t die in vain." Fazit des Vietnamkrieges. Die Menschen leben in einem permanenten Bewusstseinsstrom (stream of consciousnes). Sie haben keinen freien Willen. Sie schaffen sich wie Don Quichote ihre eigene Identität und glauben an deren Konstanz. All das sind Resultate elektro-chemischer Hirnfunktionen und die sind "deterministisch oder zufällig oder beides, aber nicht frei." Freiheit ist eine imaginäre Erzählung, ein Mythos. Wie Gott, Nation, Geld ist auch das menschliche Selbst eine imaginäre Größe, eine Fiktion. "Die Menschen sind Meister einer kognitiven Dissonanz".

Nun kommt die künstliche Intelligenz ins Spiel. Die  Computer werden immer leistungsfähiger. Roboter und Computer werden die menschliche Intelligenz übertreffen. Es findet eine Entkoppelung von Intelligenz und Bewusstsein statt. Algorithmen (Rechenverfahren) werden in der Lage sein, immer umfangreichere werdende Datenmengen in immer kürzeren Zeiträumen zu verarbeiten, was schon heute auf vielen Gebieten der Fall ist. Schachcomputer können schon heute Schachweltmeister besiegen. Computer werden uns und unsere Denkweisen und Begehren besser kennen als wir selbst. Google wird uns beraten, wenn wir wählen, heiraten oder uns bewerben. Algorithmen werden unsere Krankheiten effektiver diagnostizieren als der Arzt. Der Dataismus wird die humanistische Revolution mit biometrischen Verfahren umkehren.

"Als Autos die Pferdewagen ersetzten, haben wir nicht die Pferde verbessert, wir haben sie aus dem Verkehr gezogen. Vielleicht ist es Zeit, dasselbe mit dem Homo sapiens zu machen."

 Kommentar zu Hararis Kapitalismusverständnis von Klaus Burghardt

Laut Harari gibt es den Kapitalismus seit 500 Jahren. „... in den letzten Jahrzehnten ist es uns gelungen, Hunger, Krankheit und Krieg im Zaum zu halten.“ schreibt er. Aber: Eine Md. Menschen hungern. Ein Drittel der Menschheit ist nicht ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. Man könnte heute 12 Md. Menschen ernähren, meint Jean Ziegler (ehem. UNO). Dennoch
sterben täglich über 57000 Menschen an Hunger. Das mögen, wie Harari darlegt, weniger sein als früher - bemerkenswert bleibt dennoch, dass der Kapitalismus in den 500 Jahren seiner Existenz nicht in der Lage war, Hunger und Elend zu beseitigen „Diese Wirtschaft tötet“ sagt der Papst - und zeigt sich damit kritischer als Harari. Im Zentrum dieser Wirtschaft steht nicht die Bedürfnisbefriedigung. Dem Gewinn zuliebe spekuliert man hingegen mit Getreide, so dass die Weizenpreise in Somalia um 300% steigen und die Zahl der Hungernden sich um 100 Mio. erhöht. Auch die Technik - 
einschließlich der von Harari thematisierten KI - dient zunächst der Profitmaximierung ... und der
Herrschaftssicherung. „Eine scharfsinnige Zukunftsvision, Utopie oder Dystopie, ...?“ heißt es in der Vorschau. Hier meine Version der Dystopie - teilweise bereits Realität: Vorhersagetechnologien helfen bei der Ermittlung sog. „Gefährder“, die sodann mittels Abhörtechnik, Drohnen und GPS überwacht werden. Staatliche Dienste haben Zugriff auf Smartphones und Computer, ändern und versenden Texte. Abhörfähige Telefone, PCs, TVs, Autos (die sich zudem per Hack fernsteuern lassen), ... spätestens mit der Abschaffung des Bargelds wird jeder Mensch lückenlos kontrollier- und (schlecht für den Oppositionellen) aufspürbar. Sollte es dennoch wider Erwarten jemals zu Massenprotesten kommen, die z.B. die Umsetzung der Art. 14 und 15 GG einfordern, hätten es die Demonstranten nicht mehr mit Polizisten aus Fleisch und Blut zu tun, sondern mit selbststeuernden Kampfrobotern, unterstützt durch fotografierende oder - bei Bedarf - Tränengas versprühende Drohnen.





Vorschau 2.11.2018: Geheimnis Haiku   Dieter Becker

Beeren leuchten rot -
der Herbst schleicht über die Flur.
Blätter wiegen bunt.
DWB  2018

Haiku ist eine weitverbreitete traditionelle japanische
Gedichtsform. Sie gilt als kürzeste Gedichtsform der Welt.
Jeder Leser ist herausgefordert, das Haiku für sich
innerlich zu vollenden. 

Es ist kein literarisches Thema, auch wenn die kürzeste japanische Lyrikform
der Ausgangspunkt dierses Referates ist. Aber eine kurze Einführung in den 
formalen und geistigen Hintergrunf werde, muß ich geben.
In den letzten ca. 1000 Jahren entwickelte sich das Haiku aus der Lyrikform
des Tanka. Aus dessen Oberstollen ( 3 Zeilen ) wurde so die Form des Haiku,
das vor allem unter dem Einfluß des Buddhismus seine inneren Gesetze bekam.
Heute ist es nach dem Krieg auch großflächig im deutschen Sprachraum ange-
kommen. Es wimmelt im Internet! Aber Vorsicht! Sehr vieles geht hierbei am
Thema vorbei, weil die inneren Anforderungen nicht oder nur teilweise verstanden
worden sind.
Für uns interessant sind die Forderungen "Hier Und jetzt" sowie das  totale Verbot
von ICH. So stehen diese auschließlich in der Natur angesiedelten 17 Silben genau
im Momentum. Im Selbst, nicht mehr im Ich. Der größte Haikudichter (Haijin) war
Basho (1644 -1694 ), sozusagen der jap. Goethe. Bei einem Haikuwettbewerb
anläßlich seine 300. Todestages wurden ca. 16.000 Haiku eingereicht. Sie sehen
also, welch große Bedeutung das Haiku weltweit bekommen hat.
Die Unterbrechungen im Referat werden von Frau Andrea Brehmer (Querflöte)
musikalisch gestaltet.
Dieter W. Becker 10/2018

Donnerstag, 23. August 2018


 Nachschau 3.8.2018:
Beiträge zum Vortrag und Buch von Christian Brehmer "Woher? Wohin? Orientierung im Leben. Die Evolution des Bewusstseins als Ausweg aus der Krise."


Warum evolviert das Bewusstsein überhaupt ?                                              Ayse Naundorf

 Was hat Gott mit uns evolvierteren Menschen, unserem Bewusstsein und unseren Gedanken in den kommenden Jahrhunderten/-tausenden vor? Was ist sein Projekt?
Bis dato hat sich die Menschheit auf verschiedensten Wegen entwickelt: Schamanischer Weg, Religions-Weg, Fernöstlicher Weg, Esoterischer Weg, Mystischer Weg...., denen im Kern Liebe, Herz, Gebete, Meditation/Kontemplation, Anbetung, rituelle Handlungen.......liegen, mit dem Ziel ein ( Guter Mensch ) zu werden, sich mit dem Geist/dem Gott/der Essenz zu vereinigen, Eins zu werden.
In dem neuen Zeitalter jetzt jedoch werden wir auf diesen uns seit Jahrtausenden bekannten Wegen und mit den uns bekannten Methoden nicht mehr weiter kommen können, denn das neue Zeitalter stellt an uns andere Anforderungen als das vergangene.  Nunmehr soll auf das, was ich oben skizziert habe, der Kopf, die Vernunft, Logik, Wissen, Aktivität....kommen, um ganzheitlich ( Kopf & Herz ) einschaltend zu evolvieren, mit dem Ziel ein ( Wahrer Mensch ) zu werden und mit diesem Potential können wir uns nunmehr unbekannte, fortgeschrittenere Dimensionen erschließen und mit den daraus resultierenden Erkenntnissen völlig anders denken und handeln. Das neue Zeitalter ist das Zeitalter des Wissens und der Wissenschaft, nicht mehr das des Glaubens.




Bemerkungen zur Transformation des Menschen                 Dieter Becker

Solange wir uns im "Normalzustand" ,d.h. in der Alltagswelt befinden, gelten
die Newtonschen Gesetze. Für Raum (dreidimensional) und lineare Zeit.
Wir sind  "ICH" mit Wahrnehmungen und verschiedenen Bewußtseinsstufen etc..

Sobald jedoch unser Bewußtsein und all seine Sinneswahrnehmungen, mit welcher
Methode auch immer, vollständig abgeschaltet wird, sodaß nur noch die vegetativen
Prozesse weiter steuern, erlischt das "ICH". Es ist vollständig ausradiert.
Nun beginnt die Phase der individuellen Transformation (Erleuchtung). Unsere
Interwelt , sog. Unterbewußtsein, wird mit der Quantenwelt des Allumfassenden Feldes
verbunden. Hier gelten nur die Gesetze der Quantenphysik. Die Zeit ist nicht linear,
Sie umfaßt Vorher, Jetzt und Nachher als Moment. Materie gibt es nicht, nur (unsichtbare)
Quantenwellen.

Nach dem Ende der Transformation, dem Erlöschen des "ungeschaffenen Lichtes",
befindet sich der Mensch wieder unter den Gesetzen von Newton (mit dem Zeit-Terroristen
Uhr am Handgelenk).

Der transformierte Mensch hat sich im Bewußtsein geändert mit teilweise gravierenden
Folgen.                                                                                           D.W.Becker 8/2018

Kritische Anmerkungen zu  Christian Brehmers Buch  „Woher? Wohin?“          Jürgen Staas                                                   
Thema des Buches ist die Evolution des Bewusstseins.  Der Begriff wird extrem weit gefasst. Er reicht vom Potenzial der Materie über alle organischen Entwicklungsstufen bis hin zu einem schon spekulativen „reinen“  Bewusstsein,  der „Erleuchtung“.  Im Prinzip folgt der Autor der klassischen Evolutionstheorie als Wissenschaft; aber hier sind doch kritische Anmerkungen zu machen. Der Stil deutet auf Denkweisen hin, die diesen Rahmen „transzendieren“.  Die Evolution wird geradezu als  zielbewusstes Wesen personifiziert,  d.h. es wird teleologisch, dualistisch gedacht. Es finden sich Begriffe wie „langfristige Strategie“,  verborgene Intelligenz“,  „Die Evolution hat Großes mit uns vor“.   Hier wird die Grenze zum Kreationismus, zum Intelligenten Design, zum Mythos,  zum Schöpfungsmythos überschritten.  Die Evolutionsbiologie im streng wissenschaftlichen Sinne dagegen ist atheistisch, monistisch. Sie versucht die Evolution aus sich selbst heraus zu erklären, kausal,  by trial and error,  mit  Zufall und Mutationen, wobei zuzugestehen ist, dass auch sie Schwierigkeiten hat,  die Schritte vom Niederen zum Nächsthöheren plausibel zu erklären.  Trotzdem ist anzumahnen,  die Denkweisen und „Sprachspiele“ nicht zu vermischen.  -
Zu der überaus optimistischen Extrapolation in die Zukunft ist zu fragen, welche Zeiträume da ins Auge gefasst werden, denn  Evolution braucht lange, sehr lange Zeiträume. Oder wird erwartet, dass die Menschheit  kurzfristig durch Erziehung und Bildung,  durch verbreitete Meditation etc.               sich nach Münchhausenart  selbst  zur Erleuchtung aufschwingt?  
Hinzuweisen ist auch auf Dinge, die überhaupt nicht zur Sprache kommen.  Ein im wesentlichen psychologisches Thema würde es doch nahelegen,  auch Fragen des Vorbewussten und           Unbewussten mit in Betracht zu ziehen. Wenn es denn stimmt, dass unser Bewusstsein nur die     Spitze eines Eisbergs darstellt, während  Denken und Verhalten in  einem viel größeren Maße vom Unbewussten her gesteuert sind,  dann erscheint ein überdimensionierter Anteil des in Aussicht gestellten Supra- Bewusstseins doch fragwürdig. 
    Ein realistischer Blick auf das aktuelle Weltgeschehen lässt eher Schlimmes befürchten. Die „social media“  mit ihrem Potenzial millionenfacher Verbreitung von „fake news“ sind nicht dazu angetan, die Menschheit zu erleuchten.  Beängstigend ist die Rechtsverschiebung im politischen Bereich. Die Erfahrungen mit den Katastrophen des 20. Jahrhunderts, die zur Demokratie zurückführten,  scheinen in Vergessenheit zu geraten. Warum wählen die Menschen wieder vermehrt autoritäre  „Führer“?   Der Mensch ist sicher kein geborener Demokrat.  Vielmehr erweist er sich immer wieder als unkritisches Herdentier, das dem Leithammel, dem starken Mann folgt.
 Fazit:      Zu Optimismus ist leider wenig Anlass.  Merke:  Die Vernunft ist begrenzt, die Dummheit nicht.  Wandspruch im Dienstzimmer von Isa Vermeeren, Schulleiterin, Nonne, Kabarettistin.    sts

Dazu Anmerkungen des Autors: 
Das Buch ist ein naturphilosophisches, kein materiewissenschaftliches Werk. Die Naturwissenschaft ist genau genommen eine Materiewissenschaft, denn die Natur ist eine Ganzheit, sie ist Materie durchdrungen von Geist als Evolutionsdynamik. Die reduktionistische "Natur"wissenschaft erforscht nur einen Teil der Realität. Ihre Erkenntnisse im Bereich der Materie hat die Menschheit einseitig bereichert, sie haben aber auch zur gegenwärtigen globalen Schieflage beigetragen,  die im letzten Abschnitt der kritischen Anmerkungen von Jürgen Stass angesprochen wird. Geist als Evolutionsdynamik kann in der Korrelationsforschung indirekt objektiv nachgewiesen werden, und er kann direkt subjektiv und intersubjektiv  durch das Experiment im Subjektiven (standartisierte  Meditation) nachgewiesen werden. Darauf wird im Buch und wurde Vortrag eingegangen.
Genuine Naturphilosophie (Tiefenphilosophie), wie sie ansatzweise in der Meller Philrunde anklingt, ist eine ganzheitliche Wissenschaft, die einen befreienden Beitrag zur Lösung der Gegenwartsprobleme leisten könnte.                                                                C.B.
Kant: "Naturwissenschaft ohne Philosophie ist lahm, Philosophie ohne Naturwissenschaft ist blind."

 Vorschau 7.9.2018: Der Diamond Approach – 
eine zeitgenössische Lehre                  Marion Hanses

Der Diamond Approach –auch als Ridhwan Schule bekannt - ist eine moderne spirituelle
Lehre, die den Erkenntnissen der Psychologie und Philosophie Rechnung trägt. Sowohl altes, östliches als auch modernes, westliches Wissen dienen als Handwerkszeug zum Aufsuchen und Verstehen der eigenen  Lebensfragen. Die philosophischen Wurzeln sind der Sufismus, Buddhismus und die griechische Philosophie; dazu kommen die Erkenntnisse der Psychologie. Dies macht für den Einzelnen möglich, einen Weg zur menschlichen Reifung und zur Selbstverwirklichung zu gehen, auf dem die Verbindung mit unserem spirituellen Wesen Schritt für Schritt wiederhergestellt wird. 
Wir suchen nach Sinn, nach Erfüllung, nach Freiheit, nach Ursprung und unserem wahren Platz in der Welt. Die innere Arbeit, das Verstehen dessen, was wahr und wirklich ist, hilft uns dabei, dies zu erfragen, zu erkunden und zu verstehen.  Dadurch erlangen wir Erkenntnis, tieferes Verständnis unserer menschlichen Natur und unseres Platzes in der Welt.
Dabei gibt es keine Ideale oder Glaubenssätze, die als Vorrausetzungen  akzeptiert werden müssen. Die innere Arbeit beginnt stets mit der eigenen, persönlichen Erfahrung und vertieft sich in jedem Menschen auf eine eigene, oft überraschende individuelle Weise.
Zentral ist der Begriff der Essenz, das was wir immer waren und sind; doch wir haben es vergessen und halten uns für die Persönlichkeit, die wir geworden sind. Die meisten Menschen sehnen sich danach, wieder mit ihrer Essenz verbunden zu sein. Dies ist möglich, indem wir die Persönlichkeit als Zeiger verwenden, um die Stellen aufzufinden, wo wir wieder in Kontakt gelangen können.
Als Möglichkeiten, diese Arbeit kennenzulernen, bieten sich das Studium von Büchern, allein oder in Buchstudiengruppen, Einzelarbeit  mit einem  Diamond-Approach Lehrer, oder Workshops  und fortlaufende Gruppen an.