Sonntag, 17. Oktober 2021

 

 

Nachschau 1.10.21

 Kurzfassung des Impulsreferats zum Thema Zeitenwende          Waltram Landman


Seit ca. einem halben Jhd. ist in allen Lebensbereichen der abendländisch geprägten Kultur das Interesse an hintergründigen inneren Erfahrungsdimensionen einer augenfälligen Wirklichkeit entbrannt, was sich in ontologisch spirituell ausgerichteten Kreisen u.a. in den Bestsellern „Die sanfte Verschwörung“ von Marylin Ferguson und „Die Wendezeit“ von Fritjof Capra spiegelte.

Wahrheit kann nicht absolut sein, sie muss vielmehr immer wieder neu in uns geboren werden
nach Maßgabe einer harmonischen Übereinstimmung mit allem, was in der jeweiligen Gegenwart ist. Dies geschieht jedoch nicht in kontemplativer Suche innerer Selbstbildnisse, sondern im Gewahrsein dessen, was wir in der uns zugrundeliegenden Identität sind.

Introspektionsweisen wie Meditation, Invokationen, Gebet u.div. Rituale zielen auf diese innere Stimmigkeit ab, Harmonie mit sich selber und dem, was ist, mit anderen Worten der Sophia oder dem Logos. Dieser auf die Schliche zu kommen und ihr Wesen aufzuspüren, ist ja das zentrale Anliegen der Philo-Runde.
Wenn so z.B. beim Yoga die Annäherung an diese Stimmigkeit als innerer Frieden erlebbar wird, sollte sich eine Sensibilisierung für Stimmigkeiten mehr und mehr einstellen, was auch mit sich bringt, Unstimmigkeiten zu erkennen und Betrug und Lügen aufzudecken, ohne sich aber darin zu verlieren.
Wir sind nun zeitgeschichtlich an einem Punkt angelangt, wo bereits ohne tiefschürfendes Bemühen um Aufdeckung von dem, was stimmig und unstimmig ist, Wahrheit und Unwahrheit i.d.S. offen zutage tritt. In einem Statement zur aktuellen, ganz von der C.-Pandemie bestimmten Weltlage bringt der Mathematiker Dr.W.Meixner (von der TU München) dies auf den Punkt, wenn er seinen Beitrag mit den Worten „Wenn die Lüge sichtbar wird, siegt die Wahrheit.“ eröffnet.

Wie sehr die psychologisch wirkenden Machenschaften in den Erkenntnisweg für das, was wahr und unwahr ist, hineingreifen, sollte an einem Beobachtungsexperiment praktisch erfahrbar gemacht werden.
Ein auf dem Tisch stehender Ggst. erscheint für einen Anwesenden über dem Tisch zu schweben. Alle anderen versuchen nun, ihm klar zu machen, dass er einer Täuschung unterliegt. Unter Aufbringung aller möglichen Erklärungen der anderen lässt er schließlich von seiner Sicht ab und schließt sich der Ansicht der anderen an.
Auch in umgekehrter Weise, wenn alle anderen den besagten Ggst. über dem Tisch schwebend sehen, und nur einer ihn in feststehender Berührung mit der Tischplatte sieht, kann die Überzeugung der anderen den einen so irritieren, dass er sich der Sichtweise der Majorität anschließt und seine
eigene ursprüngliche Ansicht verwirft.
Die sich darin zeigende Suggestivkraft findet sich u.a. in der Erzählung „Andorra“ von Max Frisch,
in der ein Neuling in einem Dorf sich der Meinung der Dorfbewohner anschließt, indem er deren Einschätzung, er sei ein Jude, schließlich selber glaubt.
Das Hauptwerk des Psychologen Gustave LeBon „Die Psychologie der Massen“ (hrsg. vor ca. 100 J.) hat diese Beeinflussungskraft der Massen auf das Selbstverständnis des Individuums zum Ggst..

Die aktuell auffällig gleich geschaltete Medienlandschaft mit ihrer Berichterstattung zur C.-Pandemie wirkt beispielhaft in gleicher Weise, indem sie insbes. durch Schürung von Ängsten selbst auf kritisch geschulte Mitmenschen meinungsmachend wirkt und sie so ins Schlepp nimmt.
Je mehr diese allzu offensichtliche Fremdbestimmung zunimmt, desto mehr ist die Philosophie
mit ihrem tiefendimensionalen Anspruch zur Selbsterkenntnis gefordert.
Die Erfahrung, was zu mir gehört und was nicht, was stimmig im oben angesprochenen Sinne ist und was nicht, ist damit die Herausforderung in einer immer mehr fremdbestimmten Welt.
Authentisch werden und sich nicht anlehnen an gegebene Vorgaben und Gewohnheitsmuster entspricht m.E. der Herausforderung der Zeit und markiert damit die alles entscheidende Schlussphase der aktuellen Zeitenwende. Eine alle Lebensbereiche erfassende digitale Programmierung ruft nach einer mentalen wie emotionalen Souveränität, die sich dem Sog der Gleichschaltung und Fremdbestimmung zu entziehen imstande ist durch Ausrichtung auf die uns mit allen und allem verbindende Mitte. Wir erleben unsere Mitte, wenn wir mental stille werden, bar jedweder Gedanken, z.B. in der Meditation. Gedanken und Konzepte sind immer begrenzt und können nicht unsere Mitte sein.  



Montag, 20. September 2021

 

Philrunde 1.10.2021

Corona-Krise: Zeit der Möglichkeiten                                   aus: ethik-heute.org

edu-lauton/unplash
Corona-Krise: Zeit der Möglichkeiten

Gedanken von Margrit Irgang

Die Corona-Pandemie hat uns aus dem normalen Leben gerissen. Wir sehnen uns nach „Normalität“ und Sicherheit. Doch unsere Welt ist eine andere geworden, ist die Schriftstellerin Margrit Irgang überzeugt. Sie rät, die Unsicherheit willkommen zu heißen, denn nur so können wir neue Möglichkeiten für uns und die Gesellschaft entdecken.

Als wir in den ersten Lockdown geschickt wurden, sprach die Bundeskanzlerin von einer „neuen Normalität“, die uns in der Zukunft erwarten würde. Aber die Zukunft trödelt herum und will sich nicht einstellen.

Jens Spahn hält sich deshalb lieber an die Vergangenheit und hofft auf eine „Rückkehr zur Normalität“ im Sommer dieses Jahres. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller glaubt dagegen „vorerst nicht“ an eine Rückkehr zur Normalität, während der Chef der Stiko, der Ständigen Impfkommission, mit einer Rückkehr zur Normalität Ende des Jahres 2021 rechnet, wenn die Herdenimmunität erreicht sein soll.

Normal nennen wir das, was wir gewohnt sind, was uns vertraut ist. Die derzeitige Beschwörung der Normalität soll die Illusion von Sicherheit erzeugen in einer Zeit, in der nichts mehr sicher ist. Ich finde es aufschlussreich, dass in der Sprache der Justiz früher das Wort „sicher“ im Sinn von „frei von Schuld, Pflichten, Strafe“ gebraucht wurde. Ganz tief unter unserem Wunsch nach Sicherheit liegt die Angst vor dem Unbekannten, dessen Gesetze und Verhaltensregeln wir nicht kennen.

Niemand sagt deutlich, was im Grunde alle wissen, aber keiner zugeben will: dass es eine Rückkehr zur Normalität nicht geben wird, weil unsere Welt nicht mehr die ist, die sie vor der Pandemie war. Man will ja im Herbst wiedergewählt werden, und eine verunsicherte Bevölkerung ist unberechenbar.

Und so entgeht den Volksvertretern, dass ihr Volk in weiten Teilen die veränderte Lage längst begriffen hat. In welche „Normalität“ sollen die Besitzer kleiner Läden, die Konkurs anmelden müssen, zurückkehren? Oder die Menschen, denen ein naher Angehöriger an Covid-19 verstorben ist? Oder die Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz finden?

Alle, die eine Zukunft beschwören, die nichts anderes sein soll als eine Rückkehr ins Gewohnte, betrügen die Menschen um die große Chance, die Corona uns bietet: die Unsicherheit willkommen zu heißen mit all ihren Möglichkeiten.

Corona schickt uns auf eine Reise in ein fremdes Land

Der Quantenphysiker Hans-Peter Dürr wies darauf hin, dass Unsicherheit geradezu eine Vorbedingung für Kreativität sei, weil sie uns Handlungsfreiheit eröffne: „Unsicherheit bewirkt Sensibilisierung. Und ein lebendiges Wesen ist ein hochsensibilisiertes System. Wenn wir im stabilen Grundzustand sind, passiert uns nichts, hier sind wir sicher, aber das Geistige könnte sich in uns kein Gehör mehr verschaffen, die Welt der Ahnungen und Gedanken wäre verschüttet.“

Corona schickt uns auf eine Reise in ein fremdes Land, und eine solche Reise erfordert von uns das Erlernen ganz neuer Fähigkeiten. Ich bin einmal alleine durch Harlem und die Bowery in New York gestreift, weil sich meine amerikanischen Freunde weigerten, mich in diese gefährlichen Viertel zu begleiten.

Ich ging mit weit offenen Sinnen, hellwach und jede Einzelheit registrierend. In Hauseingängen lagen Kleiderbündel, die ich für Abfall hielt, bis sie sich zu bewegen begannen und aufrichteten: Waren es Obdachlose, Junkies?

Drei junge Männer folgten mir im immer gleichen Abstand, ohne näher zu kommen. War es Neugier oder Überwachung? Ich konnte das alles nicht auf Grund vergangener Erfahrungen beurteilen. Ich brauchte eine andere Instanz, um die möglichen Gefahren zu orten: meine Intuition und den Instinkt, der seit den Urzeiten der Menschheit in meinen Genen schlummert und jetzt geweckt wurde.

Was wir zu wissen glauben, nehmen wir kaum mehr wahr

Wir wissen nicht, wo wir uns – jede und jeder für sich und wir als Gesellschaft – in einem Jahr befinden werden. Ist das wirklich so furchterregend? Wenn wir etwas zu wissen glauben, nehmen wir es nicht mehr wahr. Uns entgehen die feinen Nuancen unseres Partners, den wir seit Jahrzehnten „kennen“, weil wir von ihm keine Überraschungen mehr erwarten. Wir sehen an unserem langjährigen Wohnort die Veränderungen der Natur nicht mehr.

Wir wissen noch nicht viel über das Virus. Die Virologen sind dabei, mehr darüber herauszufinden, und das ist gut und wichtig. Aber wir könnten unser Nicht-Wissen jetzt, in diesem Moment, für größere Lebendigkeit nutzen. Anstatt auf die Rückkehr des Gewohnten zu warten, könnten wir uns den Energien des Lebens anvertrauen.

Eine der grundlegenden Lehren des Buddha ist die von der unaufhörlichen Veränderung alles Seienden. Und auch die Bibel weiß, dass es für alles eine Zeit gibt, für das Säen und Ernten, für das Leben und Sterben.

Irgendwann wird es eine Zeit des Wissens geben, in der wir das Virus verstehen und vielleicht sogar eindämmen können. Jetzt jedoch ist die Zeit des Nicht-Wissens und der Entdeckung der Möglichkeiten. Die größte dieser Möglichkeiten sind wir selbst: unsere Ideen, unsere Kreativität, unsere Herzenswärme.

Wir haben das „hochsensibilisierte System“, das jeder von uns ist, vielleicht noch gar nicht wirklich kennengelernt. Ein Leben im Gewohnten und Altvertrauten schläfert subtile Kräfte nämlich ein. Aber jetzt könnten sie aufwachen und in uns die hellwache, kritische Aufmerksamkeit wecken, die wir mehr denn je brauchen.

Noch hat sich das Lebendige nicht zu einer „neuen Normalität“ verfestigt, und wir haben uns noch nicht in einer neuen scheinbaren Sicherheit eingerichtet. Noch ist alles im Fluss. Es wäre zu schade, wenn wir diese Zeit versäumen würden.

Lesen Sie einen weiteren Artikel der Autorin: Wir alle sind Teil des kollektiven Immunsystems

Foto: privat

Margrit Irgang ist Schriftstellerin und Dichterin. Sie erhielt für ihre Erzählungen und Gedichte etliche Literaturpreise. Seit 1984 praktiziert sie Zen, seit 1992 bei Thich Nhât Hanh. Seit über 20 Jahren gibt sie Meditations-Retreats. Auf ihrem Blog www.margrit-irgang.blogspot.de erkundet sie „die Poesie des Augenblicks“.

 

Wir alle sind Teil des kollektiven Immunsystems


Wir alle sind Teil des kollektiven Immunsystems

Gedanken zu den Corona-Regeln

Margrit Irgang, Schriftstellerin und Meditationslehrerin, ist besorgt, dass Menschen in ihrem Umfeld die Corona-Regeln ablehnen. Sie kritisiert ein falsches Verständnis von Freiheit. Da wir alle miteinander verbunden sind, spiele es eine große Rolle, wie ein einzelner Mensch sich verhält.

Ich bin ratlos und traurig. In meinem Umkreis gibt es zunehmend mehr Menschen, die sich weigern, Masken zu tragen. Sie sagen, sie fühlten sich durch die Maßnahmen der Politik zur Eindämmung der Pandemie in ihrer Freiheit eingeschränkt. Sie sähen, sagen sie, unsere Grundrechte in Gefahr. Auf Demonstrationen werden Schilder hochgehalten, auf denen zum Beispiel steht “Für unsere Freiheit gegen Merkels DDR”.

Nun haben wir es beim Corona-Virus mit einer abstrakten und unsichtbaren Gefahr zu tun, von der wir alle nicht mit Sicherheit sagen können, wie groß sie ist oder werden wird. Und einige der Regierungsbeschlüsse sind durchaus fragwürdig – aus meiner Sicht vor allem die Milliarden, die jetzt zur Ankurbelung eines schon vorher unsinnigen Konsums ausgegeben werden, während die Künstler und die Kultur schlichtweg vergessen werden.

Aber die Argumentation der Maskenverweigerer funktioniert nur, weil sie gleichzeitig die Gefährlichkeit des Virus und die Kompetenz der Fachleute anzweifeln. So bleibt ihr Freiheitsbegriff unangetastet und sie müssen sich nicht der Frage stellen, ob hier vielleicht Freiheit mit Egozentrik verwechselt wird.

„Dein Körper gehört nicht dir“

Meine Mutter und mein Stiefvater waren starke Raucher. Nach dem Krieg lebten wir in einem Zimmer. Nein, das war keine Einzimmer-Wohnung, nur ein Zimmer für absolut alles, was man so tut, wenn man zu Hause ist. Ich wuchs auf inmitten blauer Rauchschwaden; kein Mensch kam damals auf die Idee, dass hier die Gesundheit eines Kindes geschädigt wurde.

Die später allgegenwärtige Marlboro-Werbung mit dem Cowboy machte mir klar, worum es dabei ging: “Der Geschmack der Freiheit” war nach den Entbehrungen des Krieges einfach zu verlockend.

In meinem ersten Studienjahr beim vietnamesischen Meditationslehrer und Friedensaktivisten Thich Nhât Hanh sagte er einen Satz, der bei vielen Zuhörern großen Widerstand auslöste: “Dein Körper gehört nicht dir.”

Da alles mit allem verbunden ist und Grenzen zwischen uns und der Natur nicht existieren, ist es nicht egal, wie ich mit meinem Körper umgehe. Wie ich ihn ernähre, pflege, welchen Risiken ich ihn aussetze. Es geht nicht nur um mich, es geht immer um das Ganze.

„Wir alle sind Teil der zweiten Welle“

Wenn man einen Gewährsmann zum Thema Freiheit befragen möchte, sollte man vielleicht Nelson Mandela wählen. Dieser große Friedens- und Freiheitspolitiker hat immer betont, dass er sich im Gefängnis die innere Freiheit bewahrt hat. Und auch dies hat er gesagt: “Sich ernsthaft um andere zu sorgen, sowohl im privaten wie im öffentlichen Leben, würde uns der Welt, nach der wir uns sehnen, sehr viel näher bringen.”

Thich Nhât Hanh wiederum hat einst im Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses in Maryland ein Retreat gegeben mit dem Titel “Frei sein, wo immer du bist”. Und er wurde nie müde, uns daran zu erinnern: “Freisein ist unsere Praxis”. Denn Freiheit ist nicht “dort draußen”, sie ist kein Zustand, der uns gewährt und wieder genommen werden kann. Sie ist ein Geisteszustand.

Isabella Eckerle, die Leiterin des Zentrums für Virenerkrankungen an der Universität Genf, sagt, warum wir es jetzt nur gemeinsam schaffen können: “Wir alle sind ein Teil dieser zweiten Welle. Denn das Virus braucht immer einen Wirt, um zu überleben und sich zu vermehren. Es ist auf eine kontinuierliche Weiterübertragung angewiesen. Nur wenn es immer wieder von einem Menschen zum anderen überspringt, bleiben Infektionsketten aufrechterhalten. Sobald ein Infizierter in der hochinfektiösen Phase niemand anderem nahekommt, bricht die Infektionskette ab und das Virus verschwindet in dieser Sackgasse.”

Und immer noch reiten die Cowboys ohne Masken über die Plätze der Stadt auf der Suche nach dem Geschmack der Freiheit.

„Wir sind wichtig“

Noch etwas ist hier wichtig. In Neuseeland ordnete Premierministerin Jacinda Ardern im Frühjahr einen nahezu kompletten Lockdown an; die Bürgerinnen und Bürger sahen die Notwendigkeit ein und setzten alle Anordnungen ohne Widerspruch um. In Frankreich gab es weit drastischere Einschränkungen als in Deutschland, jetzt folgen Wales und Belgien, um nur einige zu nennen. Ich höre wenig von Demonstrationen dort gegen die von der Politik verhängten Maßnahmen.

Aber in Deutschland ist die Vergangenheit noch längst nicht vergangen. Da gibt es einerseits die Rechtspopulisten, die das Virus für ihre Zwecke missbrauchen. Da ist bei anderen, sehr viel klügeren Menschen das Misstrauen gegen Anordnungen “von oben” und die Sorge darum, die mühsam errungene Demokratie dauerhaft zu verspielen.

Die Sorge ist gut. Sie ist wichtig. Aber wir müssen lernen, jeden Einzelfall genau zu betrachten und zu differenzieren. Wenn wir einfach nur “dagegen” sind, reagieren wir aus dem Urgrund des kollektiven Traumas heraus, das in Deutschland lebendiger ist, als die meisten es wahrhaben wollen. Und blinde Reaktion ist nicht dasselbe wie kreative Antwort.

Wir sind Teil des kollektiven Traumas und Teil des kollektiven Immunsystems. Ich weiß, dass es nicht leicht ist, beides gleichzeitig zu balancieren. Aber nur Mut, es wird gehen. Wie wir in den nächsten Monaten unser persönliches Leben leben, ist entscheidend. Sorgen wir uns ernsthaft um andere? Das würde viel ausmachen.

Wir sind wichtig, jede und jeder von uns. Das ist doch mal eine gute Botschaft.


Dienstag, 24. August 2021

 

Philosophie als Lebensform

Jens Ottoson/ shutterstock.com
Philosophie als Lebensform

Ein Überblick von Krisha Kops   in "ethik-heute.org"

Die Idee, dass Philosophie eine Lebenspraxis ist, gibt es in West und Ost. Insbesondere die „Sorge um sich selbst“ ist zentral, also Übungen zur Persönlichkeitsentwicklung. Der Philosoph Krisha Kops stellt verschiedene Ansätze vor – von Platon über Hadot bis Gandhi.

Man stelle sich vor, Olaf Scholz träfe auf Platon. Scholz würde seinem Lehrer den Wunsch mitteilen, Bundeskanzler zu werden, woraufhin Platon, der geistige Vater der Philosophenkönige, erwiderte, er solle erst einmal Seelenkunde betreiben, sich um sich selbst sorgen. »Und lerne, was du mußt gelernt haben, würde Platon hinzufügen, „um an die Angelegenheiten der Stadt zu gehn.

Ein philosophischer Berater wie Platon würde wohl die politische Landschaft nachhaltig zum Positiven verändern. Was Platon eigentlich nicht Scholz rät, sondern Alkibiades, ist die sogenannte Sorge-um-sich, die mit der Philosophie als Lebensform in Verbindung steht.

Es war der französische Philosoph und Historiker Pierre Hadot (1922-2010), der die antike und hellenistische, aber auch teils die christlichen und modernen Philosophien als „manière de vivre“ (Lebensform) bezeichnete. Ergänzend dazu betonte Michel Foucault in seinem Spätwerk die Sorge um sich selbst. Dieses Verständnis der Philosophie unterscheidet sich von anderen, beispielsweise dem heute dominierenden analytischen. 

In Bezug auf die Stoiker machte Hadot etwas geltend, das die Philosophie als Lebensform per se trefflich beschreibt: „In ihren Augen besteht die Philosophie nicht in der Lehre einer abstrakten Theorie […], noch weniger in der Auslegung von Texten […], sondern in einer Lebenskunst […], einer konkreten Haltung, einem festgelegten Lebensstil, der sich auf die ganze Existenz auswirkt. Die philosophische Tätigkeit erstreckt sich nicht nur auf das Wissen, sondern auf die eigene Person und das Dasein: Sie ist ein Fortschreiten, das unser Sein wachsen läßt und uns besser macht […]; sie ist Bekehrung, die das ganze Leben verändert und das Wesen desjenigen verwandelt, der sie vollzieht. 

In diesem Zitat werden gewisse Eigenschaften der Philosophie als Lebensform erkennbar: Sie beabsichtigt, die Philosophierenden wenn möglich gänzlich zu transformieren. Diese Transformation wird dadurch erwirkt, dass das Philosophieren sich nicht bloß auf die Theorie fokussiert, sondern einen starken praktischen Charakter bekommt. Das bedeutet, dass sie sich im Alltag bemerkbar macht, etwa durch unsere Lebensvollzüge und Sichtweisen.

Philosophie im Dienst des guten Lebens

Die Philosophie als Lebensform verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Das macht sich unter anderem darin bemerkbar, dass sie geistige Exerzitien oder Übungen gebraucht, die moralische, psychische, ethische, seelische und intellektuelle Aspekte miteinbeziehen. Solche Übungen, welche auf die permanente Veränderung des Habitus abzielen, können asketische, meditativ-kontemplative, schreibende, lesende, dialogische und andere Formen annehmen.

Dabei macht es sich dieses therapeutische Philosophieren unter anderem zur Aufgabe, das Urteilen, Streben und die falschen Begehren zu bändigen, um so freier, gelassener, gegenwärtiger, objektiver und wachsamer zu werden. Anders gesagt: um seinen Mitmenschen und sich selbst ein besseres Leben zu ermöglichen. 

Obzwar Hadot erst spät erkannte, dass man die Philosophie als Lebensform auch in nicht-europäischen Philosophietraditionen vorfindet, kann man offensichtlich viele indische (und andere) Denkschulen als philosophische Lebensformen verstehen, welche die Sorge um sich als festen Bestandteil haben.

Diese Philosophien umspannen das ganze Leben, wirken mit Hilfe von spirituellen Übungen therapeutisch und beabsichtigen, die Übenden zu freieren, gegenwärtigeren, weniger leidenden, selbstloseren, gezügelteren wie ethischeren und damit glückseligeren Personen zu transformieren. 

Dementsprechend ist bei den allermeisten indischen Philosophien das Leiden der Ausgangspunkt. Um dieses Leiden zu überwinden, werden verschiedene Methoden vorgeschlagen, sei es Meditation, Kontemplation oder das Handeln an sich. Auch hier ist das Ziel eine ganzheitliche Transformation, ein Zustand der Befreiung, der in einer Glückseligkeit mündet.

Aber auch die anderen von Hadot genannten Aspekte findet man hier wieder. So spielt das Ethische, etwa die Gewaltlosigkeit, eine gewichtige Rolle. Der Selbstbezogenheit, dem Ego soll Einhalt geboten werden, um so die richtige Sicht auf die Welt zu ermöglichen. Unter anderem geschieht dies durch die Zügelung der Sinne. Und der heute so verbreitete Begriff der Achtsamkeit findet insbesondere insbesondere im Buddhismus seinen Ursprung.

Man kann andere nicht führen, wenn man nicht für sich selbst gesorgt hat

Obwohl die philosophische Forschung mittlerweile Hadots blinden Fleck beseitigt hat, wurden interessanterweise bis auf den Nobelpreisträger Rabindranath Tagore keine moderneren indischen Denkerinnnen oder Denker mit der Philosophie als Lebensform in Verbindung gesetzt. Und das, obwohl diese Art des Philosophierens bis weit in die indische Moderne praktiziert wird.

Die Forscher setzen sie zumeist in den religiösen, vielleicht auch in einen politischen Kontext, nicht aber den der philosophischen Lebensform.

Besonders bei Mahatma Gandhi, dem Philosophen Sarvepalli Radhakrishnan sowie anderen Philosophen des 19. und 20. Jahrhunderts ist dies augenfällig. Sie verstehen Philosophie als eine ars vivendi, eine Lebenskunst. Die dadurch verrichtete Arbeit an sich selbst dient als Bedingung, um politisch aktiv zu werden. 

Mithin versteht Radhakrishnan seine Philosophie nicht nur als ein Beitrag zum politischen Geschehen seiner Zeit, sondern übernimmt später selbst als 2. Präsident Indiens politische Verantwortung und wird so zu einer Art Philosophenkönig.

Bei Gandhi wird die Verflechtung von der Sorge um sich selbst und dem politischen Wirken noch ersichtlicher. Gandhi ist der bessere Alkibiades. Denn Gandhi betreibt durch verschiedene Exerzitien, wie Fasten oder philosophische Introspektion, immerfort die Erforschung seiner eigenen Seele mit dem Ziel, die durch seine Selbsttransformation erlangte Erkenntnis des Wahren und Guten in sein politisches Handeln zu integrieren.

Man kann also das – was Foucault in Bezug auf Alkibiades schreibt und auf viele der heutigen Politiker nicht zutrifft – spiegelbildlich auf Gandhi anwenden: „Das »Sich-um-sich-selbst-Sorgen« ist im Willen des Individuums, politische Macht über andere auszuüben, enthalten und leitet sich daraus ab. Man kann die anderen nicht gut führen, man kann seine Privilegien nicht in politisches Handeln, in rationales Handeln verwandeln, wenn man sich zuvor nicht um sich selbst gesorgt hat.

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Foto: privat

Krisha Kops ist Philosoph und Publizist. Er studierte Philosophie und internationalen Journalismus in London, bevor er in interkultureller Philosophie promovierte. Neben seiner theoretischen Arbeit verantwortet er im Rahmen seiner praktischen philosophischen Tätigkeit die Geschäftsführung von wirhelfen.eu.

Donnerstag, 1. Juli 2021

                  Philrunde Juli 2021

Aus dem Aufruf zum Leben entwickelt sich der Aufruf zum beseelten Leben

www.aufruf-zum-beseelten-leben.de 

Eine einseitige Orientierung auf materielle Werte, auf die Lösung der großen Menschheitsprobleme durch Technologie und Digitalisierung, und die biologische Dimension in Gesundheitswesen und Gesellschaft vernachlässigt die seelische und soziale Ebene unseres Menschseins. Im Jahr 2010 haben mehr als 20 leitende Ärzte psychosomatischer Kliniken in einem Aufruf zur psychosozialen Lage in Deutschland ihre tiefe Erschütterung über das Ausmaß seelischer Erkrankungen und psychosomatischer Probleme zum Ausdruck gebracht. Trotz einer beginnenden öffentlichen Diskussion, insbesondere über die Problematik zunehmender Burnout-Prozesse und seelischer Überforderungen in den gesellschaftlichen Entwicklungen, hat die massive psychosoziale Überlastung großer Teile der Bevölkerung weiterhin zugenommen.
 
Daher haben im Jahr 2016 wiederum mehr als 20 leitende Ärzte psychosomatischer Kliniken in dem Aufruf zum Leben sowohl auf das weiterhin bestehende seelische Leiden, als auch auf die Stärke und Lebendigkeit unserer Seele hingewiesen und zu mehr psychosozialer Kompetenz- und Resilienzentwicklung aufgefordert.

Die gegenwärtige Zeit hat uns erneut die Vernachlässigung des Geistig-seelischen und des Zwischenmenschlich-sozialen vor Augen geführt. Die meisten Bevölkerungsgruppen sind durch Infektionsgefahr begründete Ängste und durch langdauernden Stress, angesichts von Vorschriften und Einschränkungen, psychisch massiv belastet.
 
Die überragende Bedeutung der menschlichen Seele in dieser Zeit erfordert eine erneute Aufmerksamkeit. Um die Bedeutung des Erlebens, des Spürens, des Fühlens unserer Innenwelt und auch seiner Tiefe zu betonen, erscheint das Wort „Seele“ als das beste und geeignetste, denn es besitzt eine lange abendländische Tradition, sowohl in unseren Religionen als auch in unseren Philosophien, in unserer Kunst und in unserer Dichtung. Es ist eine Metapher, die für die meisten Menschen intuitiv eine innerlich berührende Bedeutung hat. Es geht in dem folgenden Aufruf nicht um die Frage von Begrifflichkeiten. Somit könnte auch „Psyche“ oder „psychosoziale Dimension“ oder ähnliches mitgedacht werden. Angesichts der gesellschaftlichen Situation, der Diskreditierung von Personen oder Konzepten wegen einzelner nebensächlicher Aussagen oder Begrifflichkeiten, möchten wir auch zum Ausdruck bringen, dass es uns nicht um jedes Detail, jede Frage oder jede Aussage geht, sondern um ein „beseeltes Leben“.
 
Unser Aufruf ist keine Anklage, sondern ein Ausdruck unserer tiefen Erschütterung über die globalen gesellschaftlichen Entwicklungen und der Hoffnung, dass die Würdigung unserer Seele beitragen kann zu einem menschlicheren und lebendigeren Leben.






Wir sind lebendige Menschen, denen ein Leben aus der Verbindung mit der Tiefe unserer mensch­lichen Seele am Herzen liegt.
Wir erleben eine Welt, in der es vorwiegend um materielle Werte und äußeren Erfolg geht!
Wir erleben tagtäglich, wie wir mit Reizen überflutet und zu Konsumverhalten manipuliert werden!
Wir erleben, wie vorwiegend technische und digitale Lösungen für große Menschheitsprobleme, wie Krankheiten, Klimawandel, Artensterben, Überbevölkerung usw. gesucht werden!
Wir werden konfrontiert mit der Komplexität und Unüberschaubarkeit wirtschaftlicher Entwicklungen und Fehlentwicklungen, medialer Information und Desinformation, politischer Polarisierungen und Einflussnahmen auf unser Leben und dies alles in globalisiertem Ausmaß!

Wollen oder können wir überhaupt so weiterleben?

Wir leben in einer Zeit des Wandels, einer Zeit gravierender persönlicher, gesellschaftlicher und globaler Veränderungen. Wir leben in einer Zwischenzeit, in der wir innehalten können und uns mit unseren tiefergehenden Fragen und unseren wesentlichen Werten beschäftigen können. Dies gibt uns die Gelegenheit, in unser tiefstes Inneres zu schauen, in dem wir unser geistig-seelisches Leben finden, nicht nur mit seinem Leiden an der gegenwärtigen Welt, sondern auch mit der Größe seiner Seele und der Inspiration seines lebendigen Geistes.

Wir wollen fragen:
Wie wollen wir leben?
Wie wollen wir persönlich leben?
Wie wollen wir zusammenleben?
Wie wollen wir gebären oder geboren werden?
Wie wollen wir die Entwicklung unserer Kinder fördern?
Wie wollen wir uns begegnen und austauschen?
Wie wollen wir lernen und uns weiterentwickeln?
Wie wollen wir sterben?
 
In was für einer Welt wollen wir leben?
Wie wollen wir informiert und unterhalten werden?
Wie wollen wir regiert werden?
Wie wollen wir mit Gesundheit und Krankheit umgehen?
Wie wollen wir mit unserer Umwelt umgehen, mit den Tieren und Pflanzen?
Wie wollen wir leben, dass nicht nur wir überleben, sondern auch die anderen Lebewesen dieses Planeten?
Was macht das Leben im Grunde lebenswert?
 

Wir wissen, dass es auf alle diese Fragen keine einfachen Antworten gibt!

Wir wissen, dass wir ehrliche und ernsthafte Gespräche benötigen, die von gegenseitigem Interesse, Toleranz und der Suche nach gemeinsamen Wegen gekennzeichnet sind. Dafür benötigen wir eine tiefe innere Verbundenheit mit dem, was uns bei allen äußeren Unterschieden in unserer Seele als Menschen ausmacht. Wir wollen versuchen, all diese Fragen offen zu halten und vielleicht langsam in die Antworten hineinzuleben.
 
In einer Zeit der Fokussierung auf materielle Errungenschaften, technologische Entwicklungen und die biologische Dimension des Menschseins suchen wir nach einem „beseelten“ Leben.
 
Es geht uns um ein Leben in Würde. Wir wollen die Würde des Menschen in jedem Lebensalter, in seiner Diversität, bei Krankheit, im Alter und im Sterben achten und schützen. Wir erkennen die Würde anderer Lebewesen, von Bäumen, Wald und letztlich der Natur in und außerhalb von uns selbst an.
 
Es geht uns um ein Leben in Freiheit. Die Gnade eines letztlichen Freigegebenseins jedes Lebe­wesens spüren wir in unserer Tiefe als Unzerstörbarkeit unserer inneren Freiheit. Wir betrachten unser Recht auf unser freies Leben und unsere Unversehrtheit verbunden mit unserer Verantwortlichkeit für das Leben anderer Menschen und der Natur.
 
Es geht uns um ein Leben in Bewusstheit. Wir vergegenwärtigen unsere Seele und unseren Geist, wer wir sind als Menschen, wie wir miteinander und der Welt umgehen. Wir übernehmen Verant­wortung für die Entwicklung unseres individuellen Bewusstseins und einer aufklärenden und dialo­gischen Bewusstseinskultur.
 

Es geht uns um ein Leben in Liebe und in Verbundenheit mit der Natur. Wir erkennen, dass wir ein Teil der Natur dieser Erde sind und wissen, dass wir nur im „Gespräch“ mit der uns überschreitenden Natur ein würdiges gemeinsames Leben und Überleben finden können.

 
Das Leben ist ein großes, wundervolles Geschenk.
Es will nicht nur überleben, sondern lebendig leben!
Es will nicht nur funktionieren, sondern sich selbst spüren und erleben!

Deshalb wollen wir das Leben lieben und zu einem beseelten Leben aufrufen!
 
Dies ist:
     Ein Aufruf zum lebendigen Leben.
     Ein Aufruf zum Leben in Freiheit und Würde.
     Ein Aufruf zur Menschlichkeit.
     Ein Aufruf zu einem erwachten und bewussten Leben.
     Ein Aufruf zum naturverbundenen Leben.
     Ein Aufruf zum Wesentlichen.
     Ein Aufruf zur Erinnerung an uns selbst und unsere Seele.
     Ein Aufruf zum beseelten Leben.
 

 

    

 

Philrunde Jul


Samstag, 19. Juni 2021

 

Tierethik -                                                                    Klaus Burghardt

Einige Aspekte der Schopenhauerschen Mitleidsethik 

Als mir vor einiger Zeit der Gedanke kam, dass das Thema Tierethik eine passende Ergänzung zu dem Problembereich „Der Omnivore vs. vegane Ernährung“1 sein könnte, da wusste ich noch nicht, dass Albert Schweitzer Schopenhauer eine Pionierrolle in der Tierethik zugeschrieben hatte2.

 

Aus mehreren Gründen sehe ich angesichts der Vielzahl tierethischer Ansätze die Schopenhauersche Mitleidsethik für unsere Runde als am besten geeignet an. Insbesondere scheinen mir - anders als dies etwa beim durch seine Radikalität für einen spannenden Disput ohne Zweifel bestens geeigneten Egalitarismus3 der Fall ist - zwei grundlegende Annahmen seiner Philosophie ohne komplizierte Argumentationsketten quasi intuitiv einsichtig zu sein:

  1. Wir sind verpflichtet, niemandem Leid zuzufügen oder ihn seinem Leiden zu überlassen, sofern Abhilfe möglich und zumutbar ist.
  2. Leidensfähige Tiere unterscheiden sich in Bezug auf diese ihre Eigenschaft nicht wesentlich vom Menschen.

Schopenhauer scheint davon auszugehen, dass es eine Art Einverständnis darüber gibt, was als moralisch gilt und dass wir so etwas wie einen von allen akzeptierten Kernbereich moralischer Handlungsprinzipien annehmen können. Die Forderungen der Moral seien „jedem wohlbekannte“, meint er. Und über die Prinzipien der Moral seien sich alle Ethiker eigentlich einig. Die Inhalte der Moral erschöpfen sich in zwei von allen Moralsystemen geteilen Grundsätzen:

  • Schädigungen anderer sind zu unterlassen („Prinzip der Gerechtigkeit“)
    und:

  • Man soll anderen nach Kräften beistehen (Prinzip der Menschenliebe“)

Dabei ist Mitleid das einzige Motiv, das Handlungen einen moralischen Wert verleiht - Mitleid nicht nur als Anteilnahme an fremdem Leid, sondern zugleich als Willen zu aktiver (!) Leidenslinderung. Gegenstand des Mitleids sind hierbei alle fühlenden Wesen - auch die leidensfähigen Tiere.

 

Womit wir bei seiner zweiten o.a. Annahme sind: dass das "Wesentliche und Hauptsächliche im Thiere und im Menschen das Selbe ist". Insbesondere stimmen Mensch und Tier darin überein, dass sie Schmerzen empfinden und unter der mangelnden Befriedigung naturgegebener Bedürfnisse leiden können. Solch Anerkennen der tierlichen Leidensfähigkeit ist in der Geschichte der Philosophie - denken wir etwa an Descartes, der Tiere mit Maschinen gleichsetzte - keineswegs selbstverständlich.

 

Für Schopenhauer hingegen zeigt sich die Verwandschaft zwischen Mensch und Tier einschließlich der Leidensfähigkeit zumindest der höheren Tiere schon in der unmittelbaren Erfahrung:

 

Alle Handlungen und Gebehrden der Thiere, welche Bewegungen des Willens ausdrücken, verstehn wir unmittelbar aus unserm eigenen Wesen; daher wir, so weit, auf mannigfaltige Weise mit ihnen sympathisiren“.

 

Der deutsche Philosoph Birnbacher dazu:

 

Diese Verwandtschaft wird inzwischen kaum noch geleugnet. Sie wird überdies durch die enge genetische Verwandtschaft zwischen Mensch und Wirbeltieren bestätigt. Darüber hinaus beruft sich Schopenhauer aber auch auf die tierische Anatomie und die Verhaltensbeobachtung in der Zoologie (IV/2, 240), die keine scharfe Grenze, sondern fließende Übergänge zwischen Mensch und Tier erkennen lassen. Auch die anatomischen Übereinstimmungen sind weitgehend bestätigt worden.“ (S. 4)

 

Und wenn es denn in der Moral darum geht, Leiden zu mindern, und wenn höhere Tiere ebenso wie Menschen leidensfähig sind - warum soll dann lediglich das Quälen von Menschen, nicht aber das von Tieren verboten sein?

 

Welche Tiere nun allerdings leidensfähig sind und welche nicht, wo genau diese Grenze zu ziehen wäre, dazu scheint sich Schopenhauer nicht eindeutig geäußert zu haben. Wie auch? Ist diese Grenze doch sogar heute noch strittig.

 

Er setzt allerdings die Leidensfähigkeit von Tier und Mensch ins Verhältnis - mit dem Resultat, dass Tiere weniger leidensfähig seien, weshalb man etwa Zug- und Lasttieren nach dem Grundsatz der globalen Leidensminderung die ihnen aufgetragenen Arbeiten zumuten könne.

 

Warum sind Tiere weniger leidensfähig? Weil „in der Natur die Fähigkeit zum Leiden gleichen Schritt hält mit der Intelligenz“. Da Tiere ihm zufolge zwar über einen Verstand verfügen, nicht aber über Vernunft4 (die ihrerseits u.a. die Vorwegnahme zukünftiger Ereignisse aufgrund vergangener Erfahrung ermöglicht), geht er davon aus, dass Tiere ohne Erinnerung und Voraussicht in einer „ausdehnungslosen Gegenwart“ leben. Zudem bejaht er die These, dass sich die Intensität des Leidens nach der Fähigkeit zu Erinnerung und Voraussicht bemisst.

 

Laut Birnbacher sind aus heutiger Sicht beide Annahmen nur mit Einschränkungen aufrechtzuerhalten. Er weist u.a. auf Berichte aus Tierarztpraxen hin. Diese legen viel eher nahe, dass

gerade die mangelnde Fähigkeit, das Zugemutete zu verstehen, es als harmloses oder notwendiges Übel zu erkennen und ein Ende des Leidens abzusehen, die Leidensintensität erhöht. Tiere scheinen Schmerzen in ähnlich hilfloser Weise ausgeliefert wie Kleinkinder. Sie reagieren, unabhängig davon, ob man ihnen einen Begriff von Leben und Tod zusprechen kann, mit Todesangst und Verzweiflung. Nicht zufällig muss bei Tieren (wie bei Kindern) oft auch dann Narkose angewendet werden, wenn sie bei einem erwachsenen Menschen überflüssig wäre.“ (S. 7)

 

Schopenhauer sieht sich in Bezug auf seine tierethischen Ausführungen aber noch mit weiterer Kritik konfrontiert. So bekenne er sich etwa nicht zum Vegetarismus. Auch könne er sich trotz seiner dezidierten Hinwendung zum Tier nicht zu einer Postulierung von Tierrechten - wesentlich wäre hier das Recht auf Leben (im Sinne eines Tötungsverbots) - durchringen. Und in der Tat: Solange die Tötung schmerzfrei erfolgt und nicht anzunehmen ist, dass Tiere fähig sind, sich vor einer bevorstehenden Tötung zu ängstigen, scheint Schopenhauer Letztere nicht als Problem zu sehen. Die von ihm genannten Bedingungen - und das ist nun meine persönliche Anmerkung - sind allerdings zumindest in unserer heutigen Zeit fast nirgendwo gegeben. Das Leiden beginnt spätestens mit dem Abtransport, der Ankunft im Schlachthof, der keineswegs immer erfolgreichen Betäubung ...

 

Auch die anderweitige Nutzung von Tieren lehnt Schopenhauer vor dem Hintergrund seiner Prinzipien nicht ab, solange die den Tieren verursachten Leiden durch die den Menschen ersparten mehr als aufgewogen werden. Misshandlungen allerdings verurteilt er. Zu den Zugpferden merkt er an:

"Die größte Wohlthat der Eisenbahnen ist, daß sie Millionen Zug-Pferden ihr jammervolles Daseyn ersparen".

 

Tierversuche hält er prinzipiell für zulässig, kritisiert allerdings heftig Wissenschaftler, die offensichtlich nutzlose Versuche durchführen oder solche, die nur geringen Nutzen bringen.

 

Was aber sagt Schopenhauer zur Verwendung von Tieren im Sport? Insbesondere dort, wo diese mehr den Status von Sportgeräten denn von Mitgeschöpfen haben? Im Zirkus? In Zoos und Aquarien? Wie würde er sich zum Klonen und zur Xenotransplantation positionieren? Dazu, so fürchte ich, müssen wir uns unsere eigenen Gedanken machen. Als Hobbyphilosophen sollte uns das nicht allzu schwer fallen :-).

 

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1 Unser Thema im Mai d.J. Siehe http://philosophenrunde-melle.blogspot.com/

 

2 Meine Ausführungen basieren auf einem Vortrag des Philosophen Dieter Birnbacher vom 13.4.2014.

   Das Transkript ist unter diesem Link zugänglich:

   https://docplayer.org/43424685-Cafe-philosophique-duesseldorf-13-april-arthur-schopenhauer-wegbereiter-der-tierethik-dieter-birnbacher.html
   Da es sich bei meinem Text nicht um eine wissenschaftliche Arbeit handelt, erlaube ich mir (auch aus Gründen der besseren

   Lesbarkeit), Textpassagen teilweise eng an das Original angelehnt zu paraphrasieren, teilweise gar wörtlich wiederzugeben,

   ohne sie als Zitat zu kennzeichnen.

 

3 Der tierethische Egalitarismus geht davon aus, dass alle Lebewesen in der moralischen Gemeinschaft gleich behandelt werden müssen.

   Die Leidensfähigkeit menschlicher Tiere* steht nicht über der anderer Tiere. Dies hat eine Reihe kontraintuitiver Konsequenzen.

   Beispiel: Im Rettungsboot ist noch ein Platz frei. Bekommt ihn der Mensch oder der Hund? Wenn ihn der Mensch bekommt - wie

   begründet dies der Egalitarist, ohne sich dem Vorwurf des Speziesismus auszusetzen?

 

* „Der Mensch (...) ist nach der biologischen Systematik eine Art der Gattung Homo aus der Familie der Menschenaffen, die zur Ordnung

   der Primaten und damit zu den höheren Säugetieren gehört.“ (Wikipedia)

 

4 Unser Thema im Juni 2016: Verstand –Vernunft – Glaube;

  Siehe: http://philosophenrunde-melle.blogspot.com/2016/05/

 

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Samstag, 29. Mai 2021

  Philrunde 4.6.2021                                              Christian Brehmer

Wir haben uns verirrt – uns fehlt die entscheidende Dimension!

Als Menschen auf dieser Erde wurden wir ins Dasein geworfen, und wir müssen unser Leben irgendwie managen, um „über die Runden zu kommen“. Einigen fällt das leicht, vielen fällt das schwer. Besonders wenn wir an die Zweidrittel der Menschheit in der sogenannten „Dritten Welt“ denken.  Oft ist für sie ist das Leben nur ein einziger Kampf ums Überleben. Eine Schande für die wohlhabenden Länder, deren Wohlstand zum großen Teil auf der Ausbeutung der armen Länder beruht; eine Schande auch für die schreiende Kluft zwischen Arm und Reich, selbst in Deutschland. 

Zu Coronazeiten allerdings müssen auch in den reichen Industrienationen  viele Mittelständler und Kleinbetriebe ums Überleben kämpfen, jedoch meist nur finanziell. Für viele  ist  ein soziales Netz gespannt, das für ein angenehmes Überleben sorgt. Allerdings ist da der Schmerz, das über Jahre Aufgebaute liegenlassen zu müssen. Die Enttäuschung ist groß, und schnell mündet sie in eine Depression. Zwar müssen nur wenige hungern -  das Leiden ist eher psychisch. Die Pandemie hat den ganzen Globus mit einer Malaise überzogen, und wer bemerkt noch das schelmische Kichern des kleinen Mädchens über die Maske ihrer Mutter: „Mama, nimmst du die beim Essen ab?“

Hieß es schon immer: Das Leben ist ein Kampf, so kommt zu Coronazeiten  noch die Angst vor dem Ungewissen hinzu und vielleicht die Angst sich anzustecken, ggf. trotz Impfung. Es lauert hinter aller Aktivität und Zerstreuung eine dem Menschen unbewusste Urangst bedingt durch die Trennung von seinem Ursprung. Hinzukommt das häufig verdrängte Wissen um die eigene Sterblichkeit. Trotz Aufklärung, Wissenschaft, Kranken- und Lebensversicherung verbleibt da etwas Unsichtbares und Unkontrollierbares. Uns wird unsere „conditio humana“ auf der gegenwärtigen Evolutionsstufe – einer Durchgangsstufe – bewusst. Und das ist gut so.

Auch bereits vor der Pandemie war für viele das Leben ein  Kampf: Joberhalt, Gesundheitsprobleme, Umweltverschmutzung, Klimawandel, Digitalisierung, zwischenmenschliche Auseinandersetzungen, und, und, und – die Liste ließe sich für jeden individuell erweitern. Unser Leben und unser Planet sind in einer Schieflage. „Wir haben uns verirrt“, konstatiert der renommierte Hirnforscher Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther. Ob die Naturvölker vor dem Kontakt mit den europäischen Entwicklungsbringern schon soviel Leid kannten? Ist doch das Leben an sich Freude, ein grundlegendes Wohlgefühl, für das man nichts tun muss. Das bestätigen alle, die ihr Bewusstsein erweitern und die sich von ihren inneren Fesseln zum Leben befreien.

Der in Deutschland lebende, spirituelle Lehrer aus England, John David, hat ein Buch verfasst: „Grundlos glücklich. Die Freiheit des Seins“ und  dazu einen gleichnamigen Film gedreht. Auch Barbara Vödisch hat ein Buch geschrieben mit dem Titel: „Grundlos glücklich. Die Quelle des wahren Glücks liegt in dir.“ Da heißt es in der Einleitung:

Nichts brauchst du, nichts fehlt Dir, um glücklich zu sein.                    Wahres Glück ist nicht getrennt von Dir,                                                      ist nicht abhängig von glücklichen Ereignissen,                                            von beruflichem Erfolg, Geld oder anderen Menschen.                                   Es ist dein ntürliches Sein.  

Für die meisten Menschen ist „das natürliche Sein“ jedoch alles andere als glücklich. Als Kinder strahlten wir es noch aus und kicherten manchmal über das Verhalten der Erwachsenen: „Was? Opa wünscht sich ein Smartphone? Da lachen ja die Apps!“. Wir haben eine Kultur erschaffen, die uns von uns selbst entfremdet. Wir suchen unser Glück im Äußeren, in Ablenkungen oder im Wohlstand, in Besitz und Anerkennung und müssen dafür kämpfen in einer Welt der Ellbogenmentalität.  So  schaffen wir Verspannungen in unserem Nervensystem und fühlen uns nicht wohl in unserer Haut. Vergeblich suchen wir Ausschau nach etwas Verbindlichem, an dem wir uns  orientieren können.  Ohne inneren Anker sind wir den Wellen der Ereignisse ausgeliefert, versinken wir in der Informationsflut.  Wer bin ich eigentlich und was ist der Sinn meines Daseins?

Spätestens wenn es uns dreckig geht, wenn wir kurz vor dem Burnout stehen und nicht in Aktionismus, in Ablenkungen, Alkohol oder Drogen flüchten, tauchen diese Fragen auf. Sie halten uns in der Schwebe und manchem wird bewusst, dass er nicht lebt, sondern funktioniert. Wir werden gelebt und leben oft am eigentlichen Leben vorbei. Das kann es doch nicht alles sein! Irgendetwas fehlt! Aber wenn wir diesen Schwebezustand, dieses innere Fragen aushalten, unverkrampft für eine Weile aushalten, ohne Ablenkungen, kann eine befreiende Dimension aufschimmern, etwas, nach dem wir schon  immer gesucht haben.

D a s was sucht, ist das Gesuchte“,

                       sagt Franziskus von Assisi. Was er wohl damit gemeint hat? 

Geht es etwa um die dem Suchen innewohnende Dynamik, und weniger um das, was ich suche? Wenn ich alle Inhalte in meinem Bewusstsein zurücklasse, bleibt nur noch das reine Bewusstsein, und –  das ist die Entdeckung – dann tut sich eine neue Dimension auf. Sie war schon immer da war, nur überlagert von den vielen Gedanken und Emotionen. Ich ent – decke, zunächst schemenhaft, und dann  mit Geduld und Beharrlichkeit immer klarer die Substanz meiner Persönlichkeit, mein eigentliches Selbst, meine Seele. Sie war schon immer da; jetzt habe ich sie kurz erfahren. Sie ist mir entgegengekommen. War der Begriff "Seele" bislang eine in unserer Gesellschaft gängige Begriffshülse -  jetzt ist sie mit Erfahrung gefüllt.

Heureka! Ich hab´s gefunden! Ein freudiger Ausruf, wie er von Archimedes in der Badewanne überliefert ist. In der Entspannung kam die befreiende Intuition. Sagt       man doch, er sei vor Freude aus der Wanne gesprungen und nackend durch Athen gelaufen: „Heureka! Heureka!“ Der antike Mathematiker und Physiker  entdeckte zwar nicht seine Seele, aber ihm ging auf, dass das Volumen seines Körpers genau der Menge des verdrängten Wassers entsprach: das hydrostatische Gesetz.

Fortan gehe ich der Erfahrung meiner Seele nach. Sie führt zu einer regelmäßigen Selbsterfahrungspraxis, die mich  jenseits von Gedanken und Emotion zu meiner Substanz, zu meiner Seele befreit. Sei es nun Yoga, Meditation oder Achtsamkeitstraining, der Wege sind viele. Ich finde meine mir gemäße Methode,  denn ich bin motiviert. Regelmäßig praktiziert, löse ich mich mehr und mehr von allen Gedanken und lasse alles Inhaltliche zurück, bis ich das reine Bewusstsein erfahre, meine Seele. Ich erfahre sie als eine stille innere Freude. Grundlos. Sie war, so sagten wir, schon immer da, mein zu sich selbst befreites inneres Sein, nur überlagert von schwatzhaften Gedanken,  zwanghaften Vorstellungen,  schillernden Emotionen und rotierenden Problemen. 

Freilich geht mir diese innere Freude im Alltag immer wieder verloren. Aber ganz unverhofft, mitten in der Aktivität  taucht sie spontan wieder auf, eine befreiende Bewusstwerdung meiner selbst, eine Orientierung von innen. Ich unterstütze diesen Prozess, und im Laufe der Zeit setzt sich  ein sanftes Hintergrund-Bewusstsein, eine stille Präsens im Alltag immer mehr durch. Ich erkenne es als mein wahres Wesen, als meine Heimat, als meine Seele, nach der ich schon immer gesucht habe.               

                     „Die Seele ist eine wissende Substanz“,

sagte Rumi, der persische Philosoph und Mystiker, einer der großen Weisheitslehrer der Menschheit.

Wir alle wissen, dass wenn wir entspannt sind, uns nicht nur gespeichertes Wissen mühelos zugänglich ist, sondern sich auch Intuitionen einstellen können (Beispiel Archimedes).  Wir haben ein Problem, grübeln, lassen  locker, und die Lösung „fällt uns ein“ Woher kommt sie?  Sie kommt aus der Seele, aus der wissenden Substanz. Und wenn sie uns mehr und mehr  zugänglich ist, durch regelmäßige Ausübung einer Entspannungs- und Selbsterfahrungspraxis, schöpfen wir zunehmend aus der Intuition, der den Verstand ergänzenden Erkenntnisquelle. Sie ist in jedem Menschen angelegt, und wenn Selbsterfahrungstechniken in unserer Gesellschaft angekommen sind, tun wir das bewusst, was die Evolution unbewusst seit Millionen von Jahren in uns entfaltet hat, das Bewusstsein. Wir werden weniger Fehler machen und von unserem selbstzerstörerischen Verhalten absehen. Die fehlende Dimension - sie wird  unser Leben und unseren Planeten wieder ins Lot bringen.

Dabei kann Corona unser Entwicklungshelfer sein: Ein Schuss vor den Bug des vom Menschen fehlgesteuerten Dampfers unserer Gesellschaft. Viele haben das erkannt und wollen nach der Herdenimmunität nicht mehr zurück in das alte Fahrwasser der zwanghaften Steigerung von Produktion, von Konsum und Spaß. Alle machen sich zwar stark für Klimaschutz, aber viele sehen nicht die tiefere Ursache unseres ausbeuterischen Verhaltens der Natur gegenüber. Wir sind schlichtweg  Mangelwesen auf der gegenwärtigen Durchgangsstufe der Evolution. Der Mangel lässt sich nicht allein durch Aktionismus und durch Spaß und Konsum ausgleichen  uns fehlt die entscheidende Dimension, die Dimension der Seele.

Dagegen kann man etwas tun.

 

Autor: Dr. Christian Brehmer, Evolutionsforscher, Bakumer Str. 31a, 49324 Melle                                    E-mail: brehmer.c@web.de ,  Website: www.bewusstseins-evolution.de

Literatur:  C.  Brehmer: „Vom  Urknall zu Erleuchtung. Die Evolution des Bewusstseins als Ausweg aus der Krise“, Verlag Via Nova                                                                                                                         ibd.: „Woher? Wohin? Orientierung im Leben. Die Evolution des Bewusstseins  als Ausweg aus der Krise, Verlag Via Nova

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