Donnerstag, 25. April 2019


Nachschau 5.4.2019: Einladung zu einer Heilreise mit Tom Keyon
                                                                                                                                      Jörg Höcker
Gemäß der Weltanschaung von J. W. von  Goethe gibt es nicht nur ein äußeres Universum, sondern auch ein inneres Universum im Menschen.

    Die kleine interessierte Teilnehmergruppe erlaubte einen tiefgehenden Gedankenaustausch. Vorgestellt wurde die CD: "Klänge der Erneuerung  - Klangmeditation und Klangmedizin zur Regeneration und Heilung". Das Hören dieser Tom Kenyon-CD umfasste einen Hör-und Erlebniszeitraum von ca. 20 Minuten. Folgende Fragen wurden anschließend diskutiert und offen ausgetauscht: Welche Erfahrungen wurden im "Innernen Universum" des Menschen mit dieser "Hörmeditation" gemacht?  In welche Tiefe der inneren Dimensionen  wirken diese Klänge nach dieser nur kurzen (20-minütigen) "Hörprobe"?
Die Erfahrungswerte haben den Referenten sehr überrascht. Die Mehrzahl der Teilnehmer hatte schon nach ca. 20 Minuten Probehören der sog. "Klangcodes" von Tom Keyon das Gefühl, auf einer wohltuenden  Klangliege zu liegen, oder besser auf einem "Klangteppich", in den man richtig eingewebt war und sich vor allem geschützt  fühlt. Die Aussagen der meisten Teilnehmer lauteten zusammengefasst wie folgt: Belastungen, Stress, Ängste, Sorgen und Nöte wurden durch die "Klangcodes" an die Bewußtseinsoberfläche "transportiert" und  konnten allein durch das "reine Hören der Musik" das menschlche Bewusstsein verlassen. Ein Nachbearbeiten in Form einer weiteren zusätzlichen Bewußtsseinarbeit war nicht mehr erforderlich. Einige Teilnehmer dagegen hatten vordergründig starke Schwierigkeiten, sich in die Musik der Töne "fallen" zu lassen und der Musik zu vertrauen. Es traten starke versteckte Ängste im Bewußtsein hervor, das die betreffenden Zuhörer in dieser Form nicht kannten und vordergründig auch nicht erwartet hatten. Mit den entsprechenden Erklärungen über das Wirken der Gesänge von Tom Kenyon wurden sie von ihren "gefühlten" negativen Klangerlebnissen befreit. Die "Klangcodes" wirken nämlich auch schon nach kurzer Hörzeit und reinigen das menschliche Bewußtsein. Bei diesen Zuhörern haben die "Klangcodes" eine starke Transformation und Heilung ausgelöst. Sie wurden in der kurzen Hörzeit in nur 20 Mnuten von massiven und unbekannten (!) Angstblockaden gereinigt und befreit. Diese sog. ängstlichen Menschen haben also in Wahrheit eine kurze, aber sehr tiefe "Heilreise" zu sich selber erlebt. Ihr inneres Universum wird sich  über die gewonnene innere Freiheit gefreut haben.
           Zum Abschluß des aus der Sicht des Referenten sehr heilsamen Abends wurde ein Musikstück von dem bekannten Obertonchor "Spectral Voice" gespielt -  eine kleine zusätzlich Heilreise zum Nachhausegehen. Abschlußkommentar eines Zuhörers: Die Klänge der Obertonmusik tun mir sehr gut, ich spüre diese Musik sogar auf der Haut, aber die Musik von Tom Kenyon wirkt im wahrsten Sinne des Worts bis auf meine Knochen. So ging ein erlebnisreicher Abend zu Ende und etliche Anwesende baten um eine Fortsetzung diesen "Philosophenthemas".

Persönliche Eindrücke von den präsentierten Gesangsstücken von Tom
Kenyon.                                                                                    
Jürgen Staas
Die beiden Klangbeispiele lösten bei mir ganz verschiedene
Empfindungen aus. Das 1. Stück wirkte angenehm, entspannend, ich hätte
noch länger zuhören können. Vor allem muss ich einen ganz individuellen
Effekt nennen, den man als Synästhesie bezeichnet, also das Phänomen,
dass ein Sinneseindruck, hier der musikalische, einen ganz anderen
Eindruck mit auslöst, hier einen optischen. Das erste Stück assoziierte
ich mit einem warmen, rot-braunen Farbton. Das 2. Stück wirkte kalt,
grau, farblos, eher unangenehm. - Das Phänomen der Synästhesie ist mir
aus der französischen Literatur bekannt, aus der Poesie. Der Dichter
Arthur Rimbaud (1854 - 1891) hat ein berühmtes Gedicht "Voyelles"
(Vokale) verfasst, in dem er jedem Vokal eine Farbe zuordnet: A
schwarz, E weiß, I rot, U grün, O blau. Diese Assoziationen kann ich
überhaupt nicht nachvollziehen. Meine wären: A rot-braun, E weiß-grau,
I grün, U blau, O rot. Offensichtlich ist die Synästhesie völlig
subjektiv und individuell ganz verschieden, aber psychologisch eine
doch interessante Erscheinung. Übrigens sind meine Zuordnungen über
Jahrzehnte konstant, also offensichtlich unveränderlich.

Vorschau 3.5.2019: Warum hat es die Demokratie so schwer? Was ist Demokratie, und warum ist sie so gefährdet?        Jürgen Staas

Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet Volksherrschaft. Also: „Alle Macht geht vom
Volke aus.“ Im antiken Griechenland ist sie auch entstanden, wenn auch in rudimentärer Form. Es
war ja eine Sklavenhaltergesellschaft. Klar, dass nur die freien Bürger wählen durften. Bis alle
Bürger wählen durften, auch die Frauen, hat es rund 2000 Jahre gebraucht. Die einfache Spielregel
lautet: Die Mehrheit entscheidet, und nicht ein autoritärer Besserwisser, der das allein kann. Die
Entwicklung hin zur modernen freiheitlichen Demokratie war ein langer Bildungs- und
Aufklärungsprozess. Denn der Mensch, das darf man wohl behaupten, ist kein geborener
Demokrat. Er ist eher ein Herdentier, das gern dem Leithammel, dem starken Mann folgt. Die
Problematik wird klar, wenn man einmal den 23. Psalm gegen den Strich bürstet. Oder man lese die
Legende vom „Großinquisitor“ aus Dostojewskis Roman „Die Brüder Karamasow“, wo die
Dichotomie von Freiheit und Brot grundlegend diskutiert wird. Die Geschichte der Demokratie
deckt sich weitgehend mit der Entwicklung der Menschenrechte, immer in Richtung auf mehr
Freiheit hin. Nach der Wende, vor nunmehr 30 Jahren, glaubte man, diese großartige
Errungenschaft der Menschheit sei auf Dauer gesichert. Ein fundamentaler Irrtum, wie wir in den   lezten Jahren mit zunehmender Beklemmung haben lernen müssen.                                            
Was gefährdet die Demokratie? Gefährdet wird sie aus zwei Richtungen, von oben und von unten.
Zunehmend beobachten wir, wie gewählte Regierende es verstehen, ihre Machtposition zu
missbrauchen und immer weiter auszubauen, bzw. demokratische Kontrollinstanzen und
rechtsstaatliche Institutionen einzuschränken. Die Erinnerung an die Wahl Hitlers beweist, wie
geschichtsvergessen und anscheinend auch lernunfähig die Menschheit ist. Dabei sollte an
psychologischen Analysen der betreffenden Menschentypen kein Mangel sein. „Ist die Zeit der
Menschenrechte vorbei?“ - „Venezuela ist überall.“ - „Die Politik der starken Männer.“ -
„Demokratie gibt es nur ganz oder gar nicht.“ Seit den Diktaturen des 20. Jahrhunderts wissen wir
doch, wie sehr Macht korrumpiert. Die Menschentypen sind doch bekannt. Sie sind autoritär,
psychopathisch, paranoid, skrupellos, bar jeder Empathie. Der frz. Kulturanthropologe René
Girard beschreibt die „mimetische Rivalität“ , d.h. die eskalierende gegenseitige Nachahmung
dieser Typen bis zum Exzess (Th. Assheuer: Die Politik der starken Männer, in „Zeit“/“Christ und
Welt“ v. 31.01.19). Ansätze zu einem neuen Wettrüsten sind ein starkes Indiz.
Und „von unten“? Warum wählen die Menschen diese Typen? Warum gibt es erneut
rechtsextreme Parteien? Ist es Unbildung? Verblassen geschichtliche Erfahrungen? Sind es
Unzufriedenheiten? Der aristokratische Spanier Ortega y Gasset („Der Aufstand der Massen“)
nannte die Bürger der modernen Demokratien „verwöhnte Kinder“. Ist der Mensch doch ein
Herdentier, das gern dem Leithammel folgt? Lieber die Freiheit opfert und „Brot und Spiele“
bevorzugt? Rattenfängern auf den Leim geht (s. Brexit) statt kritisch zu fragen? Ja, die
Demokratie hat es schwer. Churchill meinte bekanntlich: „Die Demokratie ist die schlechteste aller
Regierungsformen, ausgenommen alle anderen“. Leider hat sie das Potential, sich selbst
abzuwählen. Und Sir Karl Popper, sinngemäß: Das Wichtigste an der Demokratie ist nicht, dass
wir Kandidaten wegen ihrer großartigen Ideen wählen können, sondern dass wir sie abwählen
können, wenn sie genug Fehlleistungen erbracht haben.

Dienstag, 26. März 2019


Nachschau 01.03.2019:

Die Kraft der Großen Sache, Artikel aus DIE ZEIT, 27.12.2018                                                                                                                                        Horst Schürmann

Die Kernaussagen des Artikels wurden von Jürgen Staas dargestellt und durch einige weiterführende Gedanken angereichtert (siehe hierzu Jürgens Text in der Vorschau).

 Im Gespräch wurden unterschiedliche Blickwinkel, bezogen auf den Inhalt des Artikels, eingenommen und beleuchtet:

- Es handelt sich bei dem Artikel eher um eine soziologische als philosophische Betrachtung mit beeindruckenden soziologischen Daten. 

- Die dargestellte Sinnkrise ist eine Krise der Religionen. Wobei Religiosität als gut aber selten vorkommend bewertet wurde und dennoch an bestimmten Orten spürbar ist. Die innere geistige Führung ist Wegweiser für Sinnhaftigkeit, Religiosität. Was ist der Lebensplan der Seele, als Frage nach dem Sinn des Lebens?

- Voraussetzung für die Sinnbildung ist Bildung.

- Kommunikation allgemein insbesondere aber auch mit Kindern (Hüter) ist bedeutsam für die Frage nach dem Sinn.

- Kapitalistische Interessen, Stichwort Verdummung bzw. alternative Fakten, sind auf gesellschaftlicher Seite hinderlich, um die Frage nach dem „Sinn“  auf persönlicher Ebene entwickeln bzw. erfahren und beantworten zu können.
- Der Drang zur Entwicklung, der bei Kindern besonders gut feststellbar ist und wo Inneres und Äußeres interagieren, wurde als natürliche Kraft für die Sinnentwicklung gesehen. In diesem Zusammenhang tauchte die Frage nach den Voraussetzungen für „Sinnstiftendes“ auf. Kritikfähigkeit zu erlernen wurde hier genannt.
- Es wurde auf die Eigenverantwortung sich der Frage nach dem Sinn zu stellen, als Kontrapunkt zu den gesellschaftlichen Einflüssen, verwiesen.


Kommentar von Klaus Burghardt
 „Unter jungen Leuten sind rund 50% ratlos. Ein Drittel entdecken keinen tieferen Sinn. ...“ heißt es in der Vorschau. Und: „Besonders negativ wird das Gefühl empfunden, sich überflüssig zu finden.“
Hängen Sprache und Denken zusammen? Könnten wir ohne Sprache unseren Tag durchplanen? Geschweige denn sehr komplexe Problemstellungen gedanklich durchdringen?
Nehmen wir die von mir angedeutete (gegenseitige) Abhängigkeit einmal als gegeben an - was bedeutet dies möglicherweise für die intellektuellen Problemlösungsfähigkeiten von jungen Menschen, die statt mit Goethe, Heine und Herder mit SMS, Twitter und WhatsApp aufwachsen?
Man mag die Sinnfrage für sich intuitiv lösen und ohne großes Nachdenken feststellen: Ich sehe einen Sinn darin, das Leben für meine Lieben angenehmer zu machen. Die Auseinandersetzung mit diesem Problem kann aber auch eine große intellektuelle Herausforderung darstellen. Da dürfte sich dann eine elaborierte Sprachbeherrschung vermutlich als Vorteil erweisen. Wird der Anteil der „Ratlosen“ als Folge der oftmals unkritisch durchgezogenen Digitalisierung anwachsen?
Welche Bedeutung haben die sozialen Verhältnisse? Ein Jugendlicher, der weiß, dass er nach dem Jurastudium eine wichtige Rolle in Papas Kanzlei spielen wird, sieht vielleicht einen ganz anderen Sinn im Leben als derjenige, der als Enkel und Sohn von Sozialhilfe-/Hartz4-Empfängern aufwächst und der nicht einmal mehr einen Sinn darin sieht, Bewerbungen zu schreiben. „Besonders negativ wird das Gefühl empfunden, sich überflüssig zu finden.“


Artikel von Christian Brehmer
          Woher? Wohin? Orientierung im Leben. Die Evolution des Bewusstseins als Sinn des Lebens
Es steht nicht gut mit unserem Planeten. Es steht nicht gut mit dem Menschen. Alte Denkstrukturen haben uns in eine Megakrise geführt, alte Denkstrukturen können uns nicht aus ihr herausführen. Ein neues Bewusstsein ist zwingend. Es wird uns evolutionär erschlossen, und es wird uns eines Tages alle erfassen. Das kommende Weltbild der Evolution wird Eintracht unter die Menschen bringen. Wir sind alle im gleichen Boot!

Um das neue Bewusstsein besser einzuordnen und um eine Orientierung zu finden, wo es lang geht, befasst sich der Artikel mit den vergangenen Etappen unserer Stammesgeschichte. Daraus lassen sich  Indizien für die bevorstehende Evolution ableiten; Hinweise, die unserer  persönlichen und der gesellschaftlichen Orientierung dienen. Wir werden zum Mitarbeiter, wir werden zum Vollender der Evolution: das ultimative Abenteuer! Der Zukunftsmensch  wird in absehbarer Zeit auf den Gegenwartsmenschen zurückblicken wie wir auf den Neandertaler…  

Eine neue Bewusstseinsebene
    Wir sehen am Horizont der zukünftigen Evolution eine neue Bewusstseinsebene. Ausgehend von der Konsistenz der Natur, der Konstanz ihrer Gesetze und der Kontinuität der Evolutionsdynamik schließen wir auf die Umrisse dieser neuen Ebene. Aus ihrem bisherigen Verlauf entnehmen wir Hinweise für den bevorstehenden Verlauf. Dabei entdecken wir, dass sich die Evolution bislang in Etappen vollzogen hat, und wir erkennen markante Phasenübergänge. 

Die Phasenübergänge 
Erster Phasenübergang
Begonnen hat alles mit dem Urknall, dem großen Symmetriebruch des VEREINHEITLICHTEN FELDES, dem ewig ruhenden Urgrund unseres Universums. Das war der erste Phasenübergang vor etwa 14 Milliarden Jahren. Damit begann die unglaubliche Geschichte des Universums. Erst kleiner als der Kopf einer glühenden Stecknadel; dann mit der Expansion und der zunehmenden Abkühlung die Entstehung von Materie, dem wundersamen Stoff, in dem sich Bewusstsein ausdrücken und entwickeln kann. Eine fantastische kosmische Evolution – Galaxien, Sterne und Planeten, unsere Erde ward geboren.
Zweiter Phasenübergang
Hier auf unserem Planeten, nicht minder fantastisch, eine chemische Evolution, die zur Entstehung von komplexen Makromolekülen führt. Die Vorstufen der DNA und des Proteins assoziieren sich, und in einem zweiten Phasenübergang tritt das Leben hervor. Zunächst drückt es sich in der Zelle aus, der kleinsten Lebenseinheit. Dann entstehen durch Assoziation und Kommunikation der Zellen untereinander die Vielzeller. Weichtiere, Fische, Amphibien, Reptilien, Säugetiere und Menschenaffen: die biologische Evolution erblüht. Das organische Bewusstsein  drückt sich im weit verzweigten Spektrum der Tierwelt aus.
   Ausdruck der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst!

Dritter Phasenübergang
Dann erneut ein Wunder: Nach Durchschreiten des Tier-Mensch-Übergangsfeldes erscheint in einem dritten Phasenübergang der anatomisch moderne Mensch auf der Bühne der Evolution. Der homo sapiens, der wissende Mensch tritt auf. Indizien weisen darauf hin, dass jetzt das Bewusstsein so weit erstarkt ist, dass es sich als ein Ich, als getrennt von der Umwelt erlebt. Die unschuldige Einheit des Tieres mit der Natur ist gebrochen: da ist ein Subjekt, da ist ein Objekt. Das reflexive Bewusstsein ermöglicht fortan ein Denken in Kausalzusammenhängen, die mentale Evolution hat eingesetzt.
Vierter Phasenübergang
Dann, ab einem Zeitpunkt vor etwa 50 000 Jahren, finden Archäologen Artefakte, die darauf schließen lassen, dass der anatomisch moderne Mensch zum geistig modernen Mensch „mutiert“ ist. Der homo sapiens sapiens, der Mensch der der nicht nur weiß, sondern auch weiß, dass er weiß, tritt auf: das selbstreflexive Bewusstsein, die Quelle der Kreativität. Damit setzt die kulturelle Evolution ein, die Stufe auf der wir uns gegenwärtig befinden. Von der Höhlenmalerei bis zur Mona Lisa, von der Steinaxt bis zur Rakete mit atomaren Sprengkopf – eine atemberaubende Entwicklung. Homo sapiens sapiens, quo vadis?                                                                                           
Fünfter Phasenübergang
Mithin ist unsere Stammesgeschichte eine Geschichte der Evolution des Bewusstseins. Von der Urzelle bis zum Menschen der Gegenwart stellen wir eine fortschreitende Intensivierung des Bewusstseins fest, wobei sich die markanten Phasenübergänge abzeichnen. Diese Tendenz, davon gehen wir aus, wird sich fortsetzten. Und damit haben wir das Leitprinzip für die zukünftige Evolution des Bewusstseins, für den bevorstehenden fünften Phasenübergang.
  Die Bewusstseinsforschung dokumentiert, dass wenn die Selbstreflexion in die reine Reflexion einmündet, wenn alle Inhalte, z.B. in der Meditation, transzendiert werden, das neuronale System ein Regime höherer Ordnung annimmt: Unbegrenztes transzendentales Bewusstsein. Damit wird eine supramentale Evolution, ein fünfter Phasenübergang eingeleitet.
   Durch wiederholte Erfahrung des transzendentalen Bewusstseins stabilisiert sich allmählich dieser Zustand der inneren Bewusstheit und bleibt auch während der Aktivität erhalten. Der Mensch erfährt sich als getragen von einer stillen Präsenz, einem Hintergrund reinen, unbegrenzten Bewusstseins, das ihm eine ganzheitliche Intelligenz erschließt und ihn mit allen Wesen und Geschöpfen verbindet: integrales Bewusstsein, die Zukunft der Menschheit. Und ein Schritt in diese Richtung ist Aufgabe und Sinn des Lebens.                                                                       www.bewusstseins-evolution.de

Vorschau 5.4. 2019:  Selbsterkenntnis und Heilung durch Klangmeditation                                        Jörg Höcker
    Uns erwartet eine Klangmeditation, ein starkes geistiges Instrument zur Unterstützung der Gesundung von Körper, Geist und Seele. Ähnlich wie in der Tradition der "kraftvollen Gesangs- und Heilmusik" des Christentums, den "gregorianischen Gesängen", hat auch eine moderne neuzeitliche Klangmeditation ein wichtiges Ziel der Tiefenphilosophie im Blickfeld: die Anregung der Kontemplation beim Menschen.
  An diesem Abend wird das Musikwerk des derzeit wohl bekanntesten westlichen "Klangheilers", Tom Kenyon vorgestellt.
  Der Komponist ist ein Multitalent; er ist Gehirn- und Musikforscher, Therapeut, Komponist und Musiker. Als Sänger umfasst seine gewaltigte Stimme vier Oktaven. Wie die klassischen Komponisten verfügt auch Tom Kenyon über die Gabe einer höheren Sinneswahrnehmung im Universum, verbunden mit der hohen Gabe der Inspiration zum Empfangen von Musikwerken.
So entstehen die "kosmischen" Opern.  Er nennt seine Musik "spirituelle Heillieder"; seine Gesangskunst berüht viele Menschen  mit ihrer Form gesungener "Spährenmusik". Die Klangkompositionen von Tom Kenyon sind ganzheitlich aufgebaut, gemäß den neuesten Erkentnisse der Gehirnforschung und der Zellheilung, d. h.  sie sollen insbesondere die ganzheitliche Evolution des Menschen fördern. Neben Tiefenheilung und Zellregeneration bewirkt seine Musik beim Menschen auf der körperlichen Ebene eine allgemeine Gehirnevolution; auf der geistig-seelischen Ebene setzt eine Bewußtseinsentwicklung und -entfaltung ein.
Viele Menschen beschreiben die Wirkung seiner "Lieder" mit folgenden Attributen: "heilsam, nährend, erhebend. Es werden Geborgenheit und Harmonie ausgelöst, sowie Einheit im Fühlen und Denken: Ich schwebe auf einem Klangteppich".
   Wir freuen auf einen spannenden und erlebnisreichen Abend mit gegenseitigem Austausch und einer Klangreise zu uns selbst.

Mittwoch, 20. Februar 2019

Nachschau 1. 2.2019:  "Mitte unseres Sein"      Christian Brehmer

Unsere Runde rotierte diesmal im Sitzungsraum der ev. Paulusgemeinde in Melle -  Dank unseren Gastgebern. Ein würdevolles Ambiente für Hobby-Philosophen auf der Suche nach Wahrheit!
Und vielleicht sind wir der gefühlten Wahrheit am nächsten, wenn wir in unserer Mitte sind. Doch was ist unsere Mitte? Das war die auslösende Frage, zu der sich jeder zu Beginn der Runde äußerte. Die Antworten waren so vielfältig wie die Teilnehmer - wir waren ein gutes Dutzend an der ovalen Tischrunde! Jede/r erlebt seine Mitte auf ganz individuelle Art; allen gemeinsam ist eine gewisse Stimmigkeit mit sich selbst. Wir sind unserer Sache sicher.
    Doch das ist gerade die Gefahr: die Illusion der Gewissheit. Darauf verwies ein Teilnehmer. Was wurde nicht alles für Chaos in unserer Welt geschaffen von Menschen, die sich ihrer Sache gewiss waren. Denken wir nur an die jüngste Verangenheit der deutschen Geschichte.
   Doch unser Referent, OStR. a.D. Waltram Landman, zeigte uns einen Ausweg. Jenseits all der vielen "Gewissheiten" gibt es "einen Sprung in die Erfahrbarkeit" der Gewissheit an sich. Zur Beschreibung der Erfahrung wird jedoch der Geist harangezogen, und so bleibt die Beschreibung notwendigerweise (aus Kategorialgründen) unangemessen. Der Erfahrung wohnt jedoch ein gewisses Glücksgefühl inne, und die Erkenntsnis bewährt sich im Alltag.   
Jede/r kann solche Erfahrungen machen; es sind allein unsere Verspannungen, die im Wege stehen, so  der Referent.  -   Übrigens ist das auch ein Problem in unserer Philrunde. In der Hitze unseres Gespräches blockieren wir oft den kreativen Fluss und fühlen uns unwohl. Wir sollten uns öfter zurücknehen in die Reflexion!!!
     "Tritt einen Schritt zurück aus dem Getriebe,
       und ein jedes Ding,
       und sei es auch gering,
       erschließt sich dann dem Blick der Liebe!"
 

Kommentar von Joachim Mohr:

Handeln aus der inneren Mitte!
Ohne jetzt näher die "innere Mitte" definieren oder Ihren Ursprungsort
finden zu wollen; wer in sich selbst ruht handelt kann bewusst handeln
und Vorbild gebend sein. In unserer Gesellschaft, die mehr und mehr von
digitalen Medien infiltriert und abgelenkt wird ist es wichtig, das
jeder bewusste Mensch (sich seines Menschseins bewusst) für andere
Verantwortung mit übernimmt.
Wo Wertelosigkeit von ganz oben herab quer durch alle
Bevölkerungsschichten vermittelt wird ist es kein Wunder, dass
Mentalitäten wie Trumps "America first" von der Masse mit "Me too"
beantwortet wird.
Jeder von uns ist aufgefordert, Werte vorzuleben, immer und überall ganz
gleich mit welchem Aussicht auf Erfolg. Erst wenn das "Humanity first"
das polarisierende Geschrei übertönt, das letztlich nur dazu dient, den
enormen Reichtum einiger weniger noch zu mehren, besteht die Aussicht
zum nötigen Wandel. Und macht uns wieder zum menschlichen Wesen. Je mehr
wir zu unserer inneren Mitte kommen, desto mehr Kraft werden wir dazu
haben

Kommentar von Jürgen Stass:
 

Die "Mitte" unseres Seins physisch verorten zu wollen, kann nur zu
komischen Vorstellungen führen. So ist auch die "Mitte" nur ein Bild
für unsere subjektive Innenansicht, die uns mehr oder weniger bewusste
eigene Identität. Der Ton liegt auf Subjektivität. Also ist sie auch
Fehleinschätzungen unterworfen, wobei die Selbstüberschätzung
wahrscheinlich die größte Rolle spielt. Denn der Mensch ist das einzige
Lebewesen, das in der Lage ist, sich selbst etwas vorzumachen. Das
Potential der Selbsttäuschung dürfte stärker sein als die Fähigkeit,
die eigenen Begrenzungen zu "transzendieren", also über sich
hinauszuwachsen. Bildung und Aufklärung haben Jahrhunderte gebraucht
und somit auch die Ausbildung von Kritikfähigkeit und Selbstkritik.
Die Überschreitung unserer "condition humaine" im Sinne eines
Fortschreitens der Evolution zu erwarten ist entweder naiv oder zeitlich
viel zu kurz gedacht.


Vorschau 1. März: Ansichten zur Sinnfrage    Jürgen Staas

"Was ist der Sinn des Lebens?" - Wie oft haben wir diese Frage nicht
schon gehört oder gelesen. Wie "sinn"-voll ist sie eigentlich? Darüber
soll hier einmal nachgedacht werden. Anlass dazu bot der Artikel eines
Wissenschaftsjournalisten in "Die Zeit" zum Jahreswechsel unter dem
Titel: Die Kraft der großen Sache. Das Wort stammt von Nelson Mandela.
Der Artikel bietet viele Anregungen und Fragestellungen. Es werden
Philosophen (Existentialisten), aber auch einfachere Menschen wie
Sportler oder Soldaten zu Wort kommen. Auch anthropologische Fragen
bzw. psychische Aspekte werden dabei eine Rolle spielen. sts

Wie sinnvoll ist die Suche nach dem Sinn?

Anschließend an das Thema Identifikation regte ein "Zeit"-Artikel zur
Jahreswende unter dem Titel "Die Kraft der großen Sache" (Nelson
Mandela) über die Suche nach dem Sinn zu diesem Referat an. Geschrieben
vom Wissenschaftsjournalisten Ulrich Schnabel ("Die Vermessung des
Glaubens"), bietet der Artikel ein breites Spektrum an Gedanken zu
diesem Thema und reizt zu weiteren Ausblicken an. - Einleitende
Feststellung: Die Sinnfrage ist logisch rational nicht zu begründen,
sondern sie wird individuell erlebt. Dazu fallen mir Parallelen ein:
Albert Schweitzer meinte, "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von
Leben, das leben will. "- Das Leben also hat seinen Sinn in sich
selbst. Gesundes, vitales Leben erfreut sich seiner selbst und fragt
nicht nach dem Sinn. Freud: "Wer nach dem Sinn des Lebens fragt, ist
krank." Dagegen Viktor Frankl (Logotherapeut, KZ-Überlebender): "Wer
nicht nach dem Sinn des Lebens fragt, wird krank." - Die
Existentialisten (Camus, Sartre, auch Saint-Ex) meinen, der Mensch sei
selbst für seine eigene Sinnfindung verantwortlich. - Auch Shakespeares
Hamletmonolog mag hier erwähnt werden. - Schnabels Artikel bietet
einiges an Recherchen. Es herrscht viel Indifferenz. Unter jungen Leuten
sind rund 50% ratlos. Ein Drittel entdecken keinen tieferen Sinn. 11%
stecken sogar in einer Sinnkrise, haben Suizidgedanken, erleben sich in
einem existentiellen Vakuum. Dem gegenüber wird positiv der Gedanke der
"Generativität" entwickelt, der der Kreativität nahekommt, also etwas
möglichst Bleibendes schaffen, Kinder erziehen, Wissen vermitteln,
komponieren, sich engagieren, Natur schützen, etc. Man sieht schon,
der Sinn ist nicht absolut oder abstrakt zu fassen, sondern ist
vielfältig konkret zu realisieren. Der Autor erwähnt z.B. den Torwart
Oliver Kahn, der sich für sein Team einsetzt. Soldaten in ihrer
Kameradschaft, die ihnen wichtiger ist als die Gefahr, in der sie sich
u.U. befinden. Die Bedeutung der Gruppenidentität überhaupt. Besonders
negativ wird das Gefühl empfunden, sich überflüssig zu finden. Die
Betrauung mit einer sinnvollen Aufgabe selbst in Gefahr
(Krankenwagenfahren im Krieg) kann therapeutisch wirken. - Unbedingt
zitieren möchte ich noch den Philosophen Odo Marquard: "Zur Diätetik
der Sinnerwartung". Er zitiert Hegel mit einem sehr plastischen und
einprägsamen Beispiel: Da will jemand Obst. man bietet ihm Äpfel an.
Nein, er will Obst. Oder Birnen? Nein, er will Obst. Die Reihe lässt
sich beliebig fortsetzen. Das Bild macht sofort deulich, wie unsinnig
die abstrakte Fragestellung ist. Sie verhindert gerade, dass das erlangt
wird, was da gewünscht wird. Der Philosoph, der sich der "skeptischen
Generation" (H. Schelsky) zugehörig fühlt, spricht von der Trotzphase
der modernen Sinnlosigkeitserfahrung bzw. dem Kummerspeck des
Sinndefizits der Anspruchsgesellschaft. Auch er verweist als Lösung auf
die bescheideneren Konkretisierungen, die es ja zur Genüge gibt. sts
 

Dienstag, 22. Januar 2019

Nachschau 4.1.2019: Suche nach Identität                    Christian Brehmer 

Unsere Philrunde war am 4.1. weitgehend männlich besetzt, und der Dialog nach
den beiden Kurzreferaten gleitete leider in eine Diskussion. Wir wünschen uns
mehr weibliche Teilnehmer für das nächste Mal!!!
Allerdings gab es im zweiten Referat eine auflockernede Hinführung zur
Identitätserfahrung im Bereich des Solarplexus. Und das Chanten einer vedischen
Hymne als Einschub in die Diskussion brachte die Möglichkeit - bei Öffnung - sich 
verzaubern zu lassen! Ja, da gibt es noch weit mehr als den Verstand auf der 
Wahrheitssuche! Das hatte schon Faust feststellen müssen!
Unsere Einführungsreferate waren diesmal aufgeteilt zwischen dem auf objektiven
Gegebenheiten ausgerichteten Referat zur Identitätsproblematik von Jürgen Staas
und dem auf subjektiven Gegebenheiten ausgerichteten Referat von Christian Brehmer.
Hier trat dann eine kontraproduktive Kontroverse ein. Zum einen wurde kritisiert, dass
bei den Referaten die Zeit überzogen wurde, zum anderen ergab sich eine unnötige
Polarisierung zwischen dem objektiven Ansatz auf der Suche nach Identität und der 
subjektiven Suche. Im Prinzip ergänzen sich Ansätze:
           "Müsset im Naturbetrachen immer eins wie alles achten;
             Nichts ist drinnen, nichts ist außen.
             Denn was innen, das ist außen."    Goethe 
Unsere Philrunde steht für einen ganzheitlichen Ansatz. Dazu bedarf es  der Bereitschaft,
auch im subjektiven Bereich nachhaltig zu forschen. (S. weiter unten den Kommentar von
Jessica Schwark.)

Kommentar zum Thema Identität                      Joachim Mohr

Wer sich nicht in sich selbst findet, der sucht sich im äußeren.
Populismus und Effekthascherei sind in diesen Tagen sehr erfolgreich.
Das ist für jeden die passende Formel dabei um Identitäten finden und
bilden zu können. Und während die Menschheit (nicht die Welt, wie immer
fälschlich behauptet wird!) vor dem größten Problem Ihrer Geschichte
steht, nämlich ihrem Fortbestand AUF dieser Welt, schickt das
Finanz/Industriekonglomerat seine besten Kämpfer wie den Ritter Media
Markt aus, um mit Slogans wie "Hauptsache Ihr habt Spass!" die Menschen
in einer Welt festzuhalten, die diesen neuen Mächten genehm ist. Nicht
nachdenken, immer schön ablenken - schön ist es auf der Welt zu sein
oder wie es im alten Rom hieß, Panem et Circensis. Jetzt Chips an der
Kasse lösen und auf der Achterbahnfahrt in den Abgrund die besten Plätze
sichern. Aber Achtung - Die nächste Fahrt geht rückwärts!

Kommentar zum Thema Identität                                             Jessica Schwark

 Angst, Anonymität und Langeweile als Auslöser der persönlichen und politischen Identitätskrisen unserer Gegenwart;   Sicherheit, Inspiration und Selbstbewusstsein als Mittel dagegen.  Ein guter Grund,  zu unserer Runde zu kommen.  Reflektieren wir die Frage: Wie bekommen wir Zugang zu unserer inneren Identität,  abseits der Ereignisse im Aussen?



Vorschau 1.2.2019:  Handeln aus der Mitte unseres Seins -  
                                                                                                 
Herausforderungen im Jahr 2019                Waltram Maximilian Landman
(Wir treffen uns diesmal im Gemeindehaus der Pauluskirche, Saarlandstr. 39, Melle)  

Was ist die Mitte unseres Seins ? Was in vielfältigen Beschreibungen seit Aristoteles
annäherbar ist, offenbart sich erst in der vollzogenen Erfahrung, besser noch im vollzogenen Erleben, als eine alle Begrenzungen überschreitende und damit Unterschiede transzendierende Essenz unseres Seins. Als substanzielle Identität, als höheres Selbst ist dieses in diesem Kreis wohl schon häufiger Thema gewesen.
Wenn auf verschiedenen Foren das Jahr 2019 als das Jahr des Handelns verkündet wird,
so geht es nun verstärkt um nichts weniger als die Anwendung der psychohygienischen Selbst-Erfahrung für das Gemeinwohl nutzbar zu machen, und das nicht einmal als Pflicht, sondern als weitergreifend bereichernde Selbsterfahrung. Was von der Erlebnisqualität eigentlich auf Erweiterung bis in kosmische Dimensionen angelegt ist, spielt sich doch leider meist nur auf der Individualebene ab. Je mehr wir Spannungen und Ungereimtheiten in und mit uns selber aufzulösen vermögen, desto erfolgreicher können wir im sozialen Umfeld harmonisierend wirken, nach dem Gesetz wie im Kleinen so im Großen.
Die dramatisch aus dem Ruder gelaufenen Entwicklungen in unserem engeren und weiteren Umfeld der Welt verlangen nach integrierten, im Sein gefestigten Persönlichkeiten. Wir sind aufgerufen über uns hinaus zu wachsen, ganz i.S. der Evolution des Bewusstseins, wie es Chris Brehmer in seinem Buch darlegt oder wie es Ken Wilber, der „Einstein der Bewusstseinsforschung“, in seinem Buch „Halbzeit der Evolution“ vertritt.
Integrierte Persönlichkeiten, durch Vernetzung verstärkt, schaffen allemal ein ausgleichendes, Spannung auflösendes Fluidum, so wie der Regenmacher in einer chinesischen Erzählung, und es ist an der Zeit, dass nachhaltig positive, natur- und sozialverträgliche Alternativen in allen Lebensbereichen mutig in die Welt getragen werden. (Was hierbei für natur- und sozialverträglich steht, kann natürlich diskutiert werden.) 
Dazu gehört auch, dass Spaltungstrends und -techniken, wie sie politisch gewollt durch einseitig systemkonforme unausgewogene Berichterstattung der Mainstreammedien befördert werden (vergl. letzte Philrunde),  beobachtet und erkannt werden, um sie überwinden zu helfen. Polarisierungen, wie sie in den letzten wenigen Jahren und Monaten in der Bevölkerung drastisch zugenommen haben, gilt es auf Herzensebene zu befrieden und durch Hervorhebung des Verbindenden und Gemeinsamen zu überwinden.      wml