Dienstag, 20. Mai 2014



Nachlese 2.5.2014                                           Christian Brehmer             

Das Referat von Frau Dr. Stefanie von Bar über Meister Eckhart am 4.4. hatte Nachdenken ausgelöst und Fragen offengelassen.  Daran knüpften wir am 2.5.an:                                                                                                                                        Zunächst  ging es noch einmal um unsere gegenwärtige Befindlichkeit, das Leben in der „Aversio“, der Abkehr von Gott: Wir werden von unserem begehrenden Denken vereinnahmt,  wünschen uns  Gesundheit, Erfolg im Beruf, Erfüllung im Privatleben, Anerkennung unserer Mitmenschen, Spaß in unserer Freizeit – ist ja auch ganz „normal“.  Nur geht dieses begehrende Denken vom Ich aus. Unsere Intelligenz im Einsatz zur Erfüllung unserer Wünsche ist „ichlich“, ist partikular, also begrenzt von der Ratio im Dienste des Ego, und nicht ganzheitlich,  und so letztlich – denn die Natur ist eine Ganzheit – zum  Scheitern verurteilt. Ganzheitlichkeit, gibt es nur mit Gott, sie ist die Wirklichkeit unserer Existenz. Also muss der logische Schritt die „Reversio“ sein, die Rückwendung zu Gott.
Die Rückwendung zu Gott erfolgt nach Eckhart über die „Abgeschiedenheit“, die Loslösung von allem Sinnlichen und ihren Nachwirkungen als Gedanken. (Also genau das, was wir in unserer „Entspannungsreise“ zu Beginn unserer Philrunde versuchen.) Aller Gedanken ledig, in der absoluten Abgeschiedenheit, erfährt der Mensch die vollkommenen Ruhe, das Nichts, den Seelengrund, in dem die Einung mit dem Göttlichen erfolgen kann. Der „edle Mensch“ wird geboren; er lebt aus der Ganzheit heraus (s.o.) zum Wohle seiner selbst, seiner Mitmenschen und der Umwelt.
Die Frage kam auf, ob diese Rückwendung zu Gott in unserer Gesellschaft überhaupt möglich ist, oder ob es der klösterlichen „Abgeschiedenheit“ bedarf. Eckhart  hat es zu seiner Zeit vorgelebt. Er hat als Provinzial und Generalvikar der Dominikaner, später als Lehrstuhlinhaber des Studium Generale an der Universität Köln ein äußerst aktives Leben geführt.    Zum Verständnis half uns allen das Bild von Tür und Angel. Die Angel ist unsere Seele (die wir u.a. in der Meditation erfahren und stärken), die Tür ist die Handlung aus der Seele, aus der Ganzheit heraus.
Es kam der Einwand auf, dass wir Menschen als biologische Wesen von Natur aus begrenzt sind. Können wir uns denn über unsere Schatten erheben? In diesem Zusammenhang sei an unsere ausführliche Diskussion über die Ergebnisse der modernen  Gehirnforschung erinnert. Inzwischen werden die Befunde der „Neuroplastizität“ des Hirns jedoch allgemein akzeptiert.
Abschließend wurde noch der Frage nachgegangen, ob dem gegenwärtigen Bedeutungsverlust der Kirchen durch christliche Mystik im Sinne Meister Eckharts entgegen gewirkt werden könnte. (Vgl. hierzu auch unsere Diskussion zu „Gott 9.0“)

Vorschau 6.6.2014
Religionen – ihre hellen und dunklen Seiten                       Jürgen Staas
Religion bedeutet dem Wortsinne nach Rückbindung, Achtsamkeit in der Bedeutung von Vorzeichen und Vorschriften, speziell bei Buch- bzw. Gesetzesreligionen. „Substanzialistische“ Religionen betonen den Bezug zum Heiligen, Transzendenten, Numinosen, Absoluten. „Funktionalistische“ Religionen spielen eher eine gemeinschaftsstiftende, gesellschaftliche, politische Rolle. Oft verbinden sie beide Rollen. Der religiöse Mensch entwickelt ein Gefühl „schlechthinniger Abhängigkeit“ (Schleiermacher). Wertvorstellungen haben einen normativen Einfluss. Lange Traditionen, übernatürliche Vorstellungen (Götter, Engel, Teufel), Mythen (Narrative) bieten Sinngebung. Der Glaube wird in Dogmen gefasst. Heilige Orte, Schriften, Gebäude, Priester, Weise, Kunst, Poesie und Musik, bieten Orientierung, Bindung, Halt, Ordnung, Heimat, Lebenshilfe. Mythen erklären Schöpfung, Natur, Leben, Gottheit und Menschsein. Es gibt theistische und atheistische Religionen. Alle o.g.  Qualifizierungen und Differenzierungen machen es schwer, allen Religionen gemeinsame Eigenschaften zuzuschreiben. In einem übergeordneten Sinne sollten sie dem Menschen tiefere Einsichten vermitteln und ihm Lebenshilfe bieten.
Die Wirklichkeit ist davon oft weit entfernt. Absolute Wahrheitsansprüche führen zu Dogmatismus und Intoleranz, besonders extrem in theokratischen Systemen. Besonders der strenge Monotheismus (AT) neigt dazu: Grausame Gewaltbereitschaft im alten Israel, im zeitgenössischen Islam, im christlichen Mittelalter, im Neuenglandpuritanismus, im modernen Fundamentalismus. Schreckensmeldungen erreichen uns täglich aus dem Orient oder aus Afrika. Man wird nicht umhinkönnen, zwischen aufgeklärter und unaufgeklärter Religion zu unterscheiden.
„M.E. hat man sich bisher über die Zerstörungskraft religiöser Überzeugungen viel zu wenig Gedanken gemacht.“ Messadié, in seinem Buch über den Antisemitismus. – „Es ist nicht der Zweifel, der die Menschen verrückt macht, sondern die Gewissheit“. Nietzsche. Der religiös motivierte Terrorismus, aktuell besonders in der islamischen Welt virulent, ist ein Ärgernis der modernen Welt. Lesenswert: H.M. Enzensberger: „Schreckens Männer.“ Oder jüngstes Werk: Hamed Abdel-Samad: „Der islamische Faschismus“. Was zählt? Der ursprüngliche gute Wille (Kant), oder Jesu Wort „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“? Letzteres scheint mir realistischer!

Sonntag, 23. März 2014




Nachlese 7.3.2014                                          Christian Brehmer

Es ging um das „Kenntnis Buch“, für viele von uns ein Buch mit sieben Siegeln. Es wurde der Türkin Bülent Corak von den „himmlischen Autoritäten“ übertragen und erhebt den Anspruch, alle Religionen in ihrer Essenz zu vereinigen und sie neu zu erklären. Unsere Referentin und langjährige Teilnehmerin unserer Gesprächsrunde, Ayse Önel-Naundorf, hat sich seit mehr als 20 Jahren intensiv mit diesem Buch befasst und Antworten auf ihre vielen Fragen gefunden.
    Dieses Buch, so hörten wir,  ist ungewöhnlich. Wenn man die einzelnen „Faszikel“ liest, bleibt zwar vieles unverständlich. Man muss zwischen den Zeilen lesen können; Widersprüche lösen sich auf einer Metaebene auf. Ferner geht vom Text eine Erkenntnis-vermittelnde Energie aus, die beim Leser – sofern er sich öffnet – Spuren hinterlässt. Denn der Text, so heißt es,  wurde vermittels eine „Licht-Photonen-Technik“ aufgeladen.  Auch in unserem Kulturkreis gibt es Sakral-Sprachen, die weniger aufgrund ihres Inhaltes, als auf der ihr innewohnenden Kraft auf den Zuhörer wirken. Dazu gehört z.B. das in der katholischen Kirche liturgisch eingesetzte Latein.
     Das Kenntnis Buch, so Ayse, vertritt ein neues „Arbeitsprogramm“. Denn die fernöstlichen Philosophien sind nicht in die Breite gegangen (?) und die Heiligen Bücher sind vielfach entstellt, obschon ihre Energien in die Menschheit eingegangen sind. Viele Menschen sind religiös gesättigt und suchen nach etwas Neuem. Sie suchen nach dem Universellen jenseits der Religionen, suchen nach neuem Wissen. Der gute Mensch muss aber auch ein wahrer werden. Er muss erst „Nirwana“, eine neue Bewusstseinsebene erreichen, um dann von dieser Stufe aus angemessen zu handeln. („Du kannst das Problem nicht lösen von der gleichen Ebene, wo das Problem seine Wurzeln hat“, so Albert Einstein.)
   Mit der Not – wendigkeit des Überganges in eine neue Bewusstseinsebene gehen wir konform mit den Ausführungen von Ayse. Denn unsere Politiker z.B. können nicht anders als von der ihnen gegebenen Bewusstseinsebene aus zu handeln. So kommt es    häufig zu „Verschlimmbesserungen“ und zur weitverbreiteten Polit-Verdrossenheit und Orientierungslosigkeit in unserer Gesellschaft – ein Dilemma, das wir bereits im Zusammenhang mit  der Polit-Philosophin Hannah Arendt diskutiert haben.    Eine neue Bewusstseinsebene ist zwingend!  
    Als uns Ayse dann die im Kenntnis Buch vertretene Kosmologie vortrug und komplizierte Schaubilder zeigte, waren viele von uns überfordert und konnten nicht folgen. Es kam die Kritik auf, dass uns hier ein mythisches Weltbild präsentiert wird, das jeglicher Wissenschaftlichkeit entbehrt. –   Aber auch hier könnte man einwenden, dass uns unsere Materiewissenschaft zwar Gesetzmäßigkeiten der Materie aufgedeckt und uns materiellen Wohlstand beschert hat, aber zur geistig-seelischen Verflachung  des Menschen geführt hat. Hier wäre der Beitrag des neuen  „Arbeitsprogrammes“  durchaus zu begrüßen.
    Unsere Philrunde war am 7.3. mehr eine Vortrags- als eine Gesprächsrunde. Ayses sprühende Rhetorik ließ wenig Langeweile aufkommen und  aber auch wenig Zeit zur Reflexion und Diskussion.

Vorschau 4.4. 2014

Am 1. Freitag im April werden wir uns mit einem der großen Philosophen und Mystiker der Scholastik befassen: Meister Eckhart.       Auch er sah seine Aufgabe im Plädoyer für eine neue Bewusstseinsebene. Nur ist seine Sprache, die eines Theologen und eines Erfahrungswissenschaftlers der Metaebene. Für ihn ist die „Abgeschiedenheit“ der Seele, d.h. das von Gedankenvorgängen befreite Bewusstsein, zugleich die Geburt Gottes im Menschen und die Verwirklichung einer neuen Bewusstseinsebene. Das gleiche Anliegen also wie das des  Kenntnis Buches.
      Wir freuen uns am 4.4. auf die Eckhart – Expertin Stephanie von Bar in unserer Runde! Uns erwartet eine Einführung in das Thema und ein spannendes Gespräch! Hier die Kurzfassung der Referentin:  

Der Kurzvortrag zu dem mittelalterlichen Theologen  Meister Eckhart stellt dessen drei deutsche Traktate ins Zentrum der  Untersuchung.
   Hier werden diese Texte  Meister Eckharts nach deren „Sache“, deren „Denken“ und deren „Bestimmung“ gegliedert. Der Vortrag basiert auf einer Promotionsarbeit, die den Versuch macht zu zeigen, dass Eckhart in seinen Traktaten eine logische Ordnung zeigt.  Das Ziel dieses logischen Gedankens ist die Göttlichkeit der menschlichen Seele. Der Vortrag macht den Versuch, die logische Schrittfolge zu Eckharts denkerischem Resultat zu skizzieren.  Ein Kernbegriff in dieser Schrittfolge ist bei Eckhart  die von ihm gedachte „Abgeschiedenheit“. Wie die menschliche Seele in ihr zu höchster geistiger Gelassenheit gelangt, indem sie  „alles läßt“, soll inhaltlich Thema des Vortrages sein.


   

Freitag, 28. Februar 2014



        Nachlese  7.2.2014

Es gehört zum Anliegen der Tiefenphilosophie dem Mysterium des Lebens auf die Spur zu kommen. Wir hatten uns am 3.1. mit Nahtod-Erfahrungen auseinandergesetzt und feststellen müssen, dass solche Erfahrungen den Menschen in eine andere Dimension katapultieren können, eine Dimension die ungemein wirklicher erscheint als unsere gewohnte Alltagsillusion, die wir für die Realität halten. Inzwischen weiß man, dass diese Realität ein Konstrukt unseres Bewusstseins ist: 

Alles was wir um uns herum wahrnehmen ist, quantenphysikalisch betrachtet, lediglich  eine Fluktuation von Elementarteilchen die im Moment der Wahrnehmung für uns zu Objekten kristallisieren. Die Wahrnehmung selbst ist zudem eine für den Menschen begrenzte Auswahl aus dem breiten Spektrum elektrisch-magnetischer Schwingungen. Und das was wir daraus konstruieren, wird wiederum individuell modifiziert durch unsere Konditionierungen von Kindesbeinen an. Wenn man z.B. Kinder aus armen Familien bittet, eine Zwei-Euro-Münze zu zeichnen, dann wird sie konstant größer gezeichnet als bei Kindern aus reichen Familien.

Hinzu kommen unsere momentanen Stimmungen. Sind wir innerlich verspannt, können wir Umwelt und Mitmenschen nur verzerrt wahrnehmen und verstehen. Dabei  merken wir gar nicht, dass wir ständig verspannt sind. „Schönheit liegt im Auge des Betrachters“, sagen wir, und wie oft  können  wir die Schönheit nicht wertschätzen! Die meisten Menschen sind ständig verspannt, sie  kennen sich nicht anders und halten das für „normal“. Wo ist da die Wirklichkeit?

Es gibt Situationen – nicht nur Nahtod-Erfahrungen – die uns aus unserer Alltagsillusion für eine kurze oder längere Zeit herausreißen und Spuren hinterlassen: „Grenzerfahrungen“. Davon haben einige Teilnehmer in unserer Gruppe berichtet. Etwa Erlebnisse aus dem zweiten Weltkrieg: Die Grausamkeit, der Irrsinn, in denen die menschliche Würde verloren geht. Überlebende können das meist nur schwer verarbeiten. Wir hörten von Kunstschaffen, das sich hier befreiend und mahnend manifestiert. Wir hörten auch von dem ergreifenden Blick eines Neugeborenen, in dem  ein uraltes Wissen verborgen lag. Wir hörten von transparenter Kommunikation, die für zwei Menschen zur Offenbarung werden kann. Wir hörten von der Angst, die eine Schwimmerin ergriff, als sie in der Nordsee gegen den Sog des mit der Ebbe abfließenden Wassers ankämpfte. Und wir hörten von einem Autounfall, wo eine Teilnehmerin wie durch ein Wunder verschont blieb.      Erfahrungen, die Spuren hinterlassen.

Die Spuren sind mitunter traumatisch. Hier ist Akzeptanz als Entschärfung hilfreich, meinte eine Teilnehmerin. Überhaupt kann Akzeptanz mit dem Geschehenen versöhnen und den Blick frei machen für die Gegenwart: „Es ist wie es ist“ als Ausgangsbasis zwischenmenschlicher Kommunikation und mitmenschlicher Handlung.            


Donnerstag, 27. Februar 2014


 Vorschau 7.3.
 
Für die kommende Runde haben wir Ayse eingeladen, uns etwas aus dem "Kenntnis Buch" vorzutragen als Einstieg in ein Gespräch. Ayse befasst sich seit mehr als 20 Jahren intensiv mit diesem Kompendium der Weisheit und schöpft daraus Kraft und Orientierung. Hier Ihr Überblick:
 
"Auch wenn das "Kenntnis Buch" alle Religionen in ihrer Essenz vereinigt und sie neu erklärt,
ist es kein neues Religionsbuch.
Im Gegenteil: Es ist ein universales, über alle Religionen und die Fernöstlichen Philosophien hinausgehendes Buch.
 
Hier einige kurze Stichworte dazu:
 
Das Buch geht z.B. auf folgende Themen/-bereiche ein:
-Es erläutert das Evolutions-Programm der letzten 6000 Jahre,
-erklärt die göttliche / himmlische Ordnung und Organisation; d.h. den Überbau und den Zusammenhang allen Seins,
-beschreibt, wo wir aktuell stehen und wohin wir gehen ( Gottes /Himmlisches Projekt)
 
Es geht ein u.a. auf die Themen
-Vorbereitung und Beginn des Goldenen Zeitalters
-Religion und Wissenschaft
-das Kenntnis Buch und die Licht--‐Photon--‐Zyklon Technik
-das Universale Vereinigungsprogramm
-das Alpha - Omega Projekt
-die Bedeutung von Jesus
-die geistigen Evolutions-Stufen bis Nirwana und darüberhinaus
-Religiöse Sättigung und dann ?
-das Aufgaben-Bewusstsein
-Gedanken-Evolution + Herzens-Evolution + Geist-Evolution....
-was sind Geist, Seele, Bewusstsein, Bewusstheit ?
-was ist Liebe im universalen Zusammenhang (nicht nur körperliche, weltliche, göttliche Liebe; sondern Liebe grundsätzlich)
-warum gibt es verschiedenste Techniken wie Gebete, Rosenkranz, Meditation....und wie funktionieren sie
-was war vor dem Big Bang?
-was war vor dem Schöpfer?
-wie ist die erste Energie / erste Materie / erster Gedanke entstanden und wie sind sie evolviert?
-warum ist eigentlich Evolution von Allem überhaupt notwendig?
-Wozu das Ganze?
und und und.
 
Das Buch gibt uns neue und zeitgemäße Antworten auf all unsere Fragen
zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, auf das Sein.... 
 
Es ist sozusagen ein ganzheitliches Buch: Es lässt beim Lesenden Fragen entstehen, die im Buch beantwortet werden.
Die danach entstehenden Fragen werden ebenfalls beantwortet usw.
Das Buch ist mit anderen Worten "lebend" und "lebendig".
 
Dieses auf universalen Gesetzen basierende Wissen ist eine große Hilfe, um z.B. die Geschehnisse in der Welt
und im eigenen Leben besser zu verstehen, wie z.B. Krebs; Dissonanzen und Brüche in den Familien, in der Gesellschaft;
Schnelllebigkeit; Zunahme von Ängsten, von Aggressionen, von Religionen;
die Sehnsucht der Menschheit nach Liebe, Frieden, Ruhe, Stille, Naturschutz; der Umgang mit Ego, Neid, Wut, Persönlichkeitsproblemen......
 
Wie gesagt, dass was ich hier kurz genannt habe, ist ein Bruchteil dessen, was im Buch behandelt wird."
 

Sonntag, 19. Januar 2014


Nachlese vom 3.1.2014

Nahtoderfahrungen                                               Angela Muselmann-Bruhn                

Definition:
Ein Nahtoderfahrung liegt vor, wenn Patienten von Eindrücken berichten, die sie in einem besonderen Bewusstseinszustand gemacht haben, der während einer lebensbedrohlichen Krise wie z.B. einem Herzstillstand eintrat.
Der Inhalt der Nahtodeserfahrung und deren Wirkung auf den Menschen, der sie gemacht hat scheint weltweit ähnlich zu sein, unabhängig von Kultur, Lebenszeitraum, Alter und Religionszugehörigkeit. Der Kardiologe Pim van Lommel wertete die Berichte seiner Patienten nach klinischem Herztod aus.
Folgende immer wiederkehrende Elemente fanden sich:

1. Das Bewusstsein des eigenen Todes - das bedeutet, dass die Menschen sich klar darüber waren, dass sie gerade sterben. (bei 50 % der 62 Menschen)

2. Positive Gefühle (56 %)d.h. sie hatten im Tod Emotionen und zwar ausschließlich positive, viele berichten von intensiver Freude und bedingungsloser Liebe.

3. Außerkörperliche Erfahrungen (24 %) Diese Menschen nahmen sich selbst außerhalb ihres Körpers wahr, manche auch, wie sie aus ihm heraus glitten oder wieder in ihn hinein. Viele sahen sich selbst von oben im Bett liegen.

4. Übereinstimmend berichteten viele der Patienten von einem Tunnel, durch den sie sich bewegten oder bewegen sollten. (31 %)

5. 23 % der Menschen mit einem Nahtoderlebnis in van Lommels Studie sahen ein Licht und kommunizierten sogar damit.

6. 23 % nahmen Farben wahr

7. 29 % nahmen eine Art himmlischer Landschaft wahr

8. 32 % begegneten verstorbenen Verwandten

9. 13 % erlebten einen Lebensrückblick

10. 8 % nahmen die Grenze zwischen Leben und Tod wahr, die sie überschritten oder zu überschreiten im Begriff waren.

In Kunst und Literatur gibt und gab es diese Schilderungen schon immer, überall und zu allen Zeiten.
Folgen:
Jede Nahtoderfahrung wirkt sich auf den Menschen, der sie gemacht hat in einer transformierenden, d.h. ihn verändernden Weise aus. Zum Beispiel:
Das Loslassen von festen Überzeugungen und Glaubenssätzen, von Wollen und Müssen, mehr Klarheit darüber, warum man so und nicht anders bisher gelebt hat, Wunsch nach Veränderung der Lebensumstände ..

 
Ein Vortrag und Erlebnisbericht von Klemens Speer und Kim Lühmann

Melle, den 3.1.2014


Nahtoderfahrungen sind Erfahrungen in der Nähe des körperlichen und/oder geistigen Todes eines Menschen. Häufig ausgelöst durch lebendsbedrohliche Situationen (Unfall, schwere Operationen, Herzstillstand, Koma, usw.), Schockerfahrungen (plötzlicher Arbeitsplatzverlust, Beziehungsabbruch, plötzlicher Tod naher Angehöriger, usw.) oder intensive andere Erlebnisse (Naturerfahrungen, extrem-sportliche Spitzenleistungen, sexuelle Erfahrungen, usw.).

Charakteristisch sind für diese Erfahrungen u.a. ein sogen. "Tunnelerlebnis" in dem das ganze Leben blitzartig in einer "Rückschau" wiedererlebt wird und der Sinn, ohne jegliche Wertung (als "jüngstes Gericht") aller bisherigen Lebenserfahrungen erkannt wird. Am Ende des Tunnels führt die innere Reise, jenseits von Raum und Zeit, einem "außergewöhnlichen Licht" entgegen, von dem der Erfahrende eingehüllt und durchdrungen wird. Das lebendige Licht strahlt eine übergroße Akzeptanz, Wärme, Liebe, Freude, Ruhe und Frieden aus und führt zu einem "umfassenden Wissen" über die Existenz allen Lebens und des Universums ansich.

Zurück im Leben hat der Erfahrende in der Regel große Schwierigkeiten sein inneres Erleben in Worte zu fassen, da er Einblick in eine vollkommen andere Welt, ins "Jenseits", bekommen hat, für die es im "Diensseits" keine Sprache gibt. Die Erfahrung kann letztlich nicht mit Worten beschrieben werden. Gelingt es dem Menschen dieses Erlebnis, in dem es kein Innen und Außen mehr gibt und alle Gegensäzte in "EINS" zusammengefallen, ins Leben zu integrieren, so führt dies in der Regel zu einer radikalen Lebensveränderung und Neuausrichtung aller Lebenswerte. Das Leben bekommt eine tiefe Sinnorientierung.

Eine große Hilfe solche Erfahrungen in den Alltag zu bringen, sie zu integrieren, bieten die authentischen Lehrer der Übungswege der großen Weltreligionen (Yoga, Zen, Qigong, Taiiquan, Sufi-Wege, Kontemplation, usw.). Oft beginnen Menschen, die den "Tod" erfahren haben, selbst einen Übungsweg zu gehen oder werden darüberhinaus Übungsleiter bzw. Meditations-Lehrer einer dieser Wege, um andere Menschen auf ihrem Weg zu tiefer Sinnorientierung zu begleiten, da in der Meditation sehr ähnliche Erfahrungen gemacht werden können.

Weitere Infos zum Thema unter:
www.ost-west-spirit.de - Übungswege

Literaturhinweise unter:
www.klemens-j-p-speer.de - Literaturhinweise zu Nahtoderfahrungen
 

Vorschau 7.2.                                                     Christian Brehmer                                                      
Unser erstes Treffen im neuen Jahr war sehr gut besucht. Das Thema und  die Referenten erwiesen sich als große Magneten. Die anschließende Diskussion war so lebendig, dass wir uns entschlossen haben sie am 7.2. fortzusetzen.
In seinem obigen Erlebnisbericht bezeichnet Klemens Speer auch außergewöhnliche spirituelle Erfahrungen als Nahtoderfahrungen. Denn in diesen Momenten hat der Mensch das gewöhnliche Bewusstsein – die Alltagstrance, die wir für unseren normalen  Zustand halten –  transzendiert. Ähnlich transzendieren wir des morgens beim Aufwachen unsere Träume und Albträume, wiewohl wir sie im Traumzustand als real erleben.
Eine Teilnehmerin berichtete von einer solchen spirituellen Erfahrung, die ihr Leben positiv verändert hat.  Diese Erfahrung hat ihr eine höhere Realität erschlossen und ein „umfassenderes Wissen“ vermittelt. 
Kleine Grenzerfahrungen kennen wir alle. Und vielleicht will jemand davon uns am 7.2. berichten.
Klemens sagt, dass wir durch spirituelle Übungswege wie Yoga, Zen, Tai-Chi, Meditation oder Kontemplation (christl. Mystik) u.a.m. ähnliche Erfahrungen machen können. Und das ist Good News. Denn dann können wir uns alle aus unserer Alltagstrance befreien und aus unserem Gedankenkarussell aussteigen. Dahinter finden wir Liebe, Frieden, innere Freude in Harmonie mit unserer Mit- und Umwelt: Wir  ent -  decken  unser  Geburtsrecht. Allerdings bedarf es der Bereitschaft sich auf dem Weg nach innen einzulassen und sich vom Gedankenkarussell immer wieder zu lösen, z.B. in der Meditation. Aber was ist schöner und wichtiger im Leben. Und die spirituelle Praxis geht einher mit der Integration in den Alltag, was nach einem plötzlichen Nahtoderlebnis  nicht so einfach ist. 
Darüber und spontan Aufkommendes wollen wir uns am 7.2. austauschen. Vielleicht ist am Schluss noch etwas Zeit für eine musikalische Einlage und etwas Tanz!!!