Freitag, 17. Mai 2013

 
Beitrag zur Diskussion am 3.5. 2013 von Angela Muselmann-Bruhn
 (Nachlese 3.5. 2013 s. weiter unten)
 
 Freud an seine Vertraute Lou Andreas-Salome :
“ Hier ist meine geheime Schlussfolgerung : Da wir unsere gegenwärtige Zivilisation -die von allen am meisten entwickelte- nur als eine gigantische Heuchlerei betrachten können, muss daraus folgen, dass wir im Grunde nicht für sie geschaffen sind. Wir werden abdanken müssen, und der große Unbekannte oder der große Manitu, der hinter dem Schicksal steht, wird dieses Experiment mit einer anderen Rasse wiederholen.“

So pessimistisch möchte ich das nicht sehen, dem Menschen möglich, ist etwas anderes, wenn wir nicht mehr versuchen, Seiten unseres Menschseins zu verdrängen und den Menschen an die Gesellschaft an zu passen, sondern lernen wieder unseren Gefühlen Ausdruck zu geben, lernen selbst gut für unsere Bedürfnisse zu sorgen und dann aus dieser Authentizität heraus, wird es auch möglich werden, im Sinne von Hannah Arendt ins politische Handeln zu kommen.
Diese erforderliche emotionale Reife, trotz Demokratie seit 1945, scheint mir jedoch auch 2013 noch nicht zahlenmässig in unserer Gesellschaft ausreichend zu sein, wie die vielen psychosomatischen Krankheiten und das politische Desinteresse zeigen.
Der Mensch ist mit sich selbst beschäftigt, mit der von ihm geforderten Anpassungsleistung und dem Versuch, sein daraus resultierendes Mangelgefühl, auf Umwegen zu befriedigen.
Es stellt sich die Frage, wie Persönlichkeitsbildung aussehen sollte, um Menschen zum verantwortlichen politischen Handeln zu befähigen.
Kinder zum selbstbewussten Kämpfen für ihre eigenen Interessen zu erziehen, erscheint mir nicht der sinnvolle Weg zu sein ( würde dies als Erziehung zum Ich-Bewusstsein bezeichnen wollen, da für mich, zum wahren Selbst-bewusstsein, immer der Einschluss, Ich als Teil des Ganzen, das Wohl aller mit in die Entscheidungen einschließt).
Die Schule muss sich der emotionalen Alphabetisierung annehmen,
wenn sie nicht Untertanen, brave Konsumenten oder narzisstisch Erfolgreiche mit Kapital und Macht produzieren möchte,
sondern mündige und politisch verantwortlich handelnde Weltbürger.
Damit meine ich, Erziehung zu mehr  Autonomie,
durch gezielte Sinneswahrnehmungsschulung des eigenen Körpers und des bewertungsfreien Beobachtens,
erlernen der bewussten  Affektregulation und Selbstmotivation
und üben von Kooperation und Konfliktlösung,
damit endlich fürs Leben und nicht nur für die Schule gelernt wird.
Inhalte sind das Spielzeug, mit dem immer neu, diese Kompetenzen geübt werden können.
Da Kinder durch Erfahrung lernen, so lernen Kinder am besten Respekt, wenn sie selbst respektvoll behandelt wurden,
wenn sie in ihrer Ganzheit angenommen werden, mit ihrer Angst, Freude, Neugier und Zorn
und sie begleitet werden, damit umgehen zu lernen, statt so zu tun, als dürfen diese natürlichsten Gefühle gar nicht sein und könnten an der Gardarobe abgegeben werden.
Wieviel Energie wird wohl freigesetzt werden,
wenn der Kampf gegen die eigene Natur nicht mehr notwendig ist
und nach außen gerichtet, in Kreativität und Mitverantwortung umgesetzt werden könnte?
Begrüßen wir die neuen Weltbürger mit „ Willkommen, Du darfst Du sein,  lehre du uns, wieder besser unsere natürlichen Bedürfnisse zu erkennen, denn hier läuft einiges schief, hier gibt es viel zu verändern, beschenke uns mit deinen Ideen und Fähigkeiten, wir brauchen Dich, damit wir alle gesund und verbunden miteinander leben lernen.“


Vorschau 7.6. 2013: Vedische Philosophie (Peter Bayreuther, Christian Brehmer) 


Aus der umfangreichen vedischen Philosophie hat im Westen vor allem das System des Yoga Eingang gefunden. Es beinhaltet nicht nur Theorie, sondern schwerpunktmäßig Praxis und Erfahrung. 11 Millionen Bundesbürger praktizieren Yoga.  
Yoga bedeutet Einheit mit der Seele und damit mit Gott. Es wird in der vedischen Philosophie davon ausgegangen, dass es eine höhere Intelligenz (Buddhi) der intuitiven Unterscheidungskraft gibt, die über dem weltlichen Intellekt und den Gedanken, dem äußeren Ich (Ego) und den Sinneswerkzeugen steht. Es geht darum, sich mit dieser höheren Intelligenz durch Yoga zu verbinden, gültiges Wissen (Vidya) zu erwerben und so unser Leben zum Guten und zur Selbstverwirklichung zu steuern und der Umwelt zu dienen.
Eine populäre Einführung in die  vedische Philosophie und das Hintergrundwissen des Yoga vermittelt die Bhagavad Gita, der „Göttliche Gesang“. Wilhelm von Humboldt nannte es „das schönste, ja vielleicht das einzige wahrhaft philosophische Gedicht der Weltliteratur“.
 


Nachlese 3.5. 2013
Hannah Arendt                                                                       Text: Christian Brehmer

Ja, unsere letzte Runde war eine runde Sache. Zwar ist der Tisch an dem wir sitzen rechteckig,  aber es ging rund wie immer. Nach unserer philosophischen Tiefenexkursion mit Hinführung zur Sophia und anschließender  Sharing-Runde ging es zur Sache. Und die Sache hieß diesmal Hannah Arendt. Wir hatten ein feuriges Impuls-Referat von der Kunsthistorikerin Roswitha Pentzeck, von der man geradezu eine Seelenverwandtschaft zu der großen („orangenen“) Polit-Philosophin spürte. Aus dem von  ihr verfassten Paper gingen zwei Thesen hervor, die hier wiederholt und kurz kommentiert werden sollen.
These 1: Nicht das Sein des Menschen im Singular, sondern das Handeln der Menschen im Plural stellt Hannah Arendt in den Mittelpunkt! Den Philosophen der Vergangenheit – einschließlich Aristoteles (zoon politikon) bis hin zu Nietzsche und Marx – attestiert sie mangelnden Tiefgang des Denkens. Lediglich bei Platon sah sie ihr Ideal der Politik am ehesten verwirklicht.
Kommentar: Das Sein des Menschen wird hier existenziell gesehen, nicht ontologisch, d.h. der Möglichkeit nach im SEIN, der Sophia gründend. Hier liegt das ganze Dilemma der Flachland-Philosophie. Denn ohne Bezug zur Sophia hat alles Denken und Handeln des Menschen im Singular oder im Plural nur den Intellekt als Orientierung. (Hier könnte man Arendt mangelnden Tiefgang vorwerfen.)
These 2: Handeln vollzieht sich in einem öffentlichen Raum, in dem eine Pluralität von Menschen frei miteinander verkehrt und in Rede und Gegenrede um das Wohl ihrer Gemeinschaft besorgt und bemüht sind. Es ist nach Arendt die höchste und wichtigste Form menschlicher Tätigkeit.
Kommentar: Wenn der Bezug zur Sophia fehlt, ist Rede und Gegenrede zur Wahrheitsfindung im demokratischen Prozess durchaus wertvoll. Seine Grenzen werden uns aber in der zerstrittenen Politik und der chaotischen Verwaltung unseres Planeten vor Augen geführt. Eine Vita Aktiva, die nicht in einer Vita Contemplativa gründet, hat keine gültige Orientierung und mündet in Aktivismus und Verschlimmbesserungen.           

Freitag, 19. April 2013



Nachlese vom 5.4.2013                                                       Text: Christian Brehmer

Suche nach Erkenntnis
Nach dem Gemeinschafts-stiftenden Vorspann gab es eine kurze Rückbesinnung auf das Thema unserer letzten Runde: „Hat der Mensch einen freien Willen?“ Wir wollten dann zum aktuellen Thema übergehen „Bleiben wir einen Leben lang derselbe?“ auf der Grundlage des Textes des Bremer Hirnforschers G. Roth. Aber, wie das Leben so spielt, es entwickelte sich etwas anderes.
   Zunächst hat sich das Gespräch um das Spannungsfeld Gesellschaft – Individuum  bewegt. In unserer Gesellschaft sind Leistung und Wohlstand dominierende Werte (orange Bewusstseinsstufe nach Clare Graves), und das spüren wir von Kindesbeinen an. In unseren Schulen geht es vorwiegend um die Förderung der  rationalen Intelligenz, und die intuitive Intelligenz bleibt auf der Strecke. Letztere beinhaltet auch Kritikfähigkeit, und die ist wenig gefragt. Was unsere Gesellschaft braucht, sind angepasste, leistungsbereite und konsumorientierte Bürger. Intuitive Intelligenz, Orientierung an den in der Tiefe des Bewusstseins anwesenden Werten, wer kennt das schon? –  „Treue zu sich selbst“ und „Leben aus dem Herzen“  waren Stichpunkte in unserer Diskussion. Aber auch die Relikte von magischem und mythischem Denken in unserer aufgeklärten Gesellschaft.
  Das Gespräch war bunt und lebendig. Hier stellt sich die Frage, ob wir der Diskussion freien Lauf geben sollten oder immer wieder zu unserem Thema zurückkommen sollten. Hören wir dazu Angela:
 Lass uns nicht an Ruhm und Ehre anderer Autoren hängen bleiben, wenn wir begreifen, dass es immer mehrere Wahrheiten gibt und sie immer kontextabhängig sind, also ein sowohl – als auch- Denken nötig ist, müssen wir uns vor allem in dieser Offenheit üben. Für den einen ist das Klopfen auf dem Tisch, das Jetzt und Hier dran, als seine Ausdrucksmöglichkeit, während der andere das Bedürfnis nach einem langen tiefen mmmh hat und der nächste nach absoluter Stille……Soll Kreativität und mehr Flexibilität im Geiste aus unseren Treffen hervorgehen, ist es nicht wichtig, am Ende mit der Meinung nach Hause zu gehen, ich hab Recht behalten, oder habe die Anderen überzeugt. Ergebnisoffen und gleichzeitig themenzentriert nach Plan…., lass uns den Raum dazwischen aufsuchen …und zulassen !

Ergebnisoffen und themenzentriert – einverstanden.                                                       
Mehrere Wahrheiten? Nicht einverstanden. Mehrere Meinungen, ja! Das ist das Dilemma unserer pluralistischen Gesellschaft! Aber nur eine „absolute“ Wahrheit. Und der können wir uns nähern, indem  rationale Information,  Diskussion und Erkenntnis ergänzt werden durch Reflektion, Abstraktion, Transzendenz und Integration. Aber das will geübt werden, vorausgesetzt wir sind motiviert. Oder wir verharren in unserer tristen Mittelmäßigkeit.  

Unsere Philrunde wurde diesmal durch Besuch aus Bremen abgerundet. Adam Zablocki, Philosoph aus Bremen, deutsch-polnischer Herkunft, kam eigens angereist, um an unserer Philrunde teilzunehmen. Hören wir etwas von seinem persönlichen philosophischen Ansatz und seine Eindrücken von uns:

Meine Reflexionen als Gast bei der Philrunde:
Meine Reise nach Melle war u.a. eines von meinen „Feldforschungs“- Projekten.Ich bin immer fasziniert mit Menschen zu sein, die sich nicht über die Banalitäten des Lebens austauschen möchten, sondern über das, was für sie wesentlich ist... - damit kommen sie dem Ursprung der Philosophie näher, die z.B. im antiken  Griechenland viel mehr lebensbezogen war, mit Ethik und Psychologie verschmolzen... z.B. Seneca:
„Die Philosophie lehrt handeln und nicht reden.“ Oder Plato, der die Philosophie als „Fürsorge für die Seele“ bezeichnete.
Ein paar von meinen Forschungsthemen sind:
Kollektive Autopoiese also Selbstregulationstendenzen in der Gruppe und die Erforschung und Anwendung von Prinzipien, die Kongruenz, Synergie, Kreativität, Potentialität... in der Gruppe stärken;
Vertikale Hermeneutik (V.H.) - wie sich die Bedeutungsebenen ineinander verschachteln und aufeinander aufbauen - das Subjekt interpretiert und gibt damit den Phänomenen Bedeutung und Wert, daher wendet sich die V.H. dem Geheimnis der Subjektivität zu und entdeckt, dass rationale Interpretationen nur eine dünne Schicht im menschlichen Wahrnehmungs-/Interpretations-Spektrum sind ( es kann sein, dass ein Moment für uns enormen Wert hat, was für uns aber nicht rational begründbar ist).
Die V.H. grenzt sich nicht von der herkömmlichen Hermeneutik ab, sondern integriert und erweitert diese. In ihr geht es nicht primär um Interpretationen von Texten, Kunstobjekten und Ereignissen, sondern um das, worauf die ganze Schöpfung hin-deutet - auf den höchsten Wert.
In der Gruppe habe ich vor allem auf die energetischen Phänomene geachtet; die rationalen Themen (Monismus, Dualität, Materialismus...) waren für mich nur wie ein Vorwand dem Selbst-Verständnis den Weg offen zu halten. Und obwohl der ganze Austausch in einem konventionellen Beziehungs- und Kommunikations-Raum stattfand, war es für mich sehr interessant zu erleben wie sich die ganze Gruppendynamik mit der Zeit in Richtung mehr Achtsamkeit, Leichtigkeit, Neugierde, Intimität... bewegte. Das zeugt eindeutig von der Potenzialität, die in der Gruppe besteht.
Es ist wichtig zu verstehen, dass alle unsere Aussagen über philosophische Themen, über das Leben... keine Aussagen sind über die Phänomene sondern über uns selbst. Das sind alles unsere Meinungen also Interpretationen. Unsere Interpretationen spiegeln lediglich momentane Bewusstseinszustände, also die Bewusstseinsebene, die aktuell jedem zur Verfügung steht.
Der Erfolg der Philrunde besteht nicht darin, die gleiche Meinung zu haben, sondern in einem erfolgreichen Prozess der Wahrheit näher zu kommen. Die Alten wussten immer schon: „Einheit, Dreiheit, das sind Namen, Namen aber sind Schall und Rauch.“ (Areopagita)
Wenn ich eine Position einnehme, in der ich es „besser weiß“ als die anderen, habe ich meinen Forscherstatus verloren, ich bin auf einer Ebene eingefroren... daher glaube ich, dass es äußerst wichtig ist, die Zeit der Begegnung zu nutzen, um sein eigenes Wahrnehmungs- und Interpretations-Organ zu reflektieren und zu befreien von eingefleischten Neigungen - also zu kultivieren.
In der konventionellen Welt haben wir den Zugang zu unserer Seele verloren. Sie wurde wie C.G.Jung sagt „zum Abfallhaufen für moralischen Kehricht“ reduziert. Durch Abhängigkeitsstrukturen und Angst „nicht dazuzugehören“ (Heteronomie) haben wir uns von unserer inneren Steuerung entfernt.
Um das neue post-konventionelle Kommunikations-Paradigma zu leben, ist es fundamental wichtig die eigene Kongruenz - also Übereinstimmung mit sich selbst, mit der eigenen Seele, den eigenen Gefühlen... zu praktizieren. Das Bestreben die eigene Kongruenz zu pflegen ist die Basis um Gruppen-Kongruenz zu erfahren.

Flügelschlag der Seele:
Die Philosophie ist nicht primär eine Ansammlung von Theorien, sondern die Kunst mit dem Leben umzugehen - also die Weisheit. Das Wort „Theorie“ kommt von dem griech. Begriff theoria und bedeutet Anschauung, für Aristoteles ist es „eine beglückende Wahrnehmung“. Die Buddhisten sagen, dass die Buddhas das Leben so sehen wie es ist. (theoria)
Wenn Plato „Erstaunen ... als Anfang der Philosophie“ bezeichnet, geht es hier nicht um eine Kopfgymnastik, sondern um radikal neue Betrachtung, neue Wahr-Nehmung des Lebens, ... also das Verlassen der konventionellen „Höhle“. (Höhlengleichnis)

Wie können wir Dir Leben begegnen?
Wie können wir uns im Leben, in unserem Kreise begegnen?
Je näher wir dem Menschen in uns kommen, desto mehr können wir den Menschen in anderen sehen. Da, wo sich Menschen begegnen kann ein Spannungsfeld entstehen... wenn wir die Spannung als Problem sehen, dann haben wir einfach ein Problem, wenn wir sie aber als Chance sehen, als Möglichkeit unseren eigenen Umgang mit dem Leben zu verfeinern, dann sind wir schon im Lernprozess, und darum geht's.“

Vorschau zum 3. Mai 2013: Hannah Arendt
Text: Roswitha Pentzek

„Der einzige Sinn der Politik ist Freiheit.“ Nach Hannah Arendt haben Politiker einer Demokratie die Aufgabe, „für ein Leben in Menschenwürde, Gerechtigkeit und Freiheit einzutreten“ - und zwar für alle Menschen - und auch danach zu handeln. „Macht sich der Mensch aber zum gottähnlichen Herrn des Daseins wird er kein WELT-erschaffendes sondern ein WELT-zerstörendes Wesen", heißt es bei ihr an anderer Stelle. Und unserer Politik-verdrossenen Gesellschaft hält sie vor:„jeder zum Denken befähigte Mensch hat die Pflicht, politisch zu handeln!“ „ Das Politische“, sagt Arendt in ihrem Werk Vita Activa, „gehört nicht zum Wesen des Menschen“. Vielmehr sei das Politische außerhalb des einzelnen Menschen, das dadurch entstehe, dass eine Pluralität von Menschen miteinander in Beziehung trete.

Das könnten ganz aktuelle Überlegungen sein, wenn wir nicht wüssten, dass die Politologin, Journalistin und Philosophin 1906 in Hannover geboren wurde und 1975 in New York starb.
Im Wahljahr 2013 möchte ich an das Denken der philosophischen Politologin (so nannte sie sich selber) erinnern, denn „nichts ist flüchtiger als menschliche Worte und Taten;  wenn sie nicht erinnert werden, überleben sie kaum den Augenblick des Vollzugs.“ (H. Arendt, „Denken ohne Geländer“)


Mittwoch, 13. März 2013



Nachlese 1.2.2013
Hirnforschung und Willensfreiheit                                          (Text: Christian Brehmer)       
Wie erwartet gab es eine lebendige, mitunter auch heftige Diskussion. Denn mit diesem Thema rühren wir an das  Weltbild unserer Zivilisation. Unser Weltbild ist materiewissenschaftlich begründet. Die so genannte Naturwissenschaft ist, genau genommen, eine Materiewissenschaft: Für sie gibt es nur die sich selbst organisierende  Materie, und das, was wir als Geist bezeichnen, hat sich aus der Materie heraus entwickelt und ist abhängig von ihr (Monismus).
   Die Natur aber ist eine Ganzheit. Sie ist Materie und Bewusstsein, die miteinander interagieren (dualistischer Interaktionismus). Wenn z.B. ein Lebewesen stirbt –  sich das Bewusstsein zurückzieht – unterliegt  die Materie (der Körper) dem Zerfall. Also sind Materie und Bewusstsein zwei unterschiedliche, im lebenden Organismus mit einander interagierende Substanzen. Auch die Fähigkeit zur Selbstorganisation der Materie ist  substanziell etwas anderes als die Materie selbst.
   Für die Materiewissenschaft gibt es kein substanzielles Bewusstsein,  denn es lässt sich nicht mit ihren Methoden nachweisen. Diese methodische Beschränkung ist durchaus erfolgreich in ihrem Bereich. (Unser materieller Wohlstand beruht zum  Teil auf dieser Methode.) Sie wird aber der Ganzheit der Natur nicht gerecht. Das führen uns die eklatanten Verwerfungen in unserer Gesellschaft und auf unserem Planeten drastisch vor Augen. Kein Wunder, wenn nur die Materie erforscht und das Bewusstsein wird negiert wird.
   Auf diesen Hintergrund ist – gemäß dem Verfasser dieser Zeilen – der Text aus dem Buch „Hirnforschung und Willensfreiheit“ (ed. Suhrkamp 2387; Frankf. 2004) zu verstehen, mit dem wir uns am 1.2. befasst haben. Da sagt der Neurophysiologe Wolf Singer S. 34: „wir rechnen uns zu den Organismen, die ihr In-der-Welt-Sein einem kontinuierlichen evolutionären Prozess verdanken“. Genauso wie man nicht fragt, woher die Fähigkeit zur Selbstorganisation der Materie kommt, so fragt Singer nicht, warum es zu diesem kontinuierlichen evolutionären Prozess kommt und was sie antreibt. Denn diese Fragen lassen sich mit materiewissenschaftlichen Methoden nicht beantworten.
   Nach Singer lassen sich psychische Vorgänge wie „Wahrnehmen, Vorstellen, Erinnern und Vergessen, Bewerten, Planen und Entscheiden und schließlich die Fähigkeit Emotionen zu haben im Sinne kausaler Verursachung auf neuronale Prozesse zurückführen.“ Kausale Verursachung? Sind wir Roboter? Wer oder was verursacht denn die neuronalen Prozesse? Woher kommt es denn dass umgekehrt psychische Vorgänge körperliche Prozesse verursachen? Mittlerweile geht man z.B. davon aus, dass die Mehrzahl körperlicher Krankheiten psychosomatischen Ursprungs sind.
    
             Ja, die Philosophen stellen den Materiewissenschaftlern peinliche Fragen!

Die Annahme, dass unbewusste neuronale Prozesse psychisches Erleben bestimmen, wird durch empirische Beobachtungen (B. Libet) bestätigt: passiv-psychisches Erleben hinkt den neuronalen Vorgängen zeitlich hinterher. Handelt es sich aber um aktiv-psychische Vorgänge (willentliche), so belegen empirische Erhebungen (J. Eccles) genau das Gegenteil: neuronale Vorgänge hinken der bewussten Entscheidung  hinterher.
   Ein Beleg für Willensfreiheit? Nur bedingt, denn auch unsere willentlichen Entscheidungen sind weitgehend konditioniert (G. Roth). Doch wir können uns von unseren Konditionierungen durch Selbstreflexion stufenweise befreien. Damit wächst der Grad an Willensfreiheit. Richtet sich die Kraft der Selbstreflexion auf sich selbst (übergegenständliche Meditation) und werden alle Bewusstseinsinhalte transzendiert, tritt ein Zustand reinen Bewusstseins ein (R.K. Wallace), aus dem, wenn stabilisiert, freie Entscheidungen getroffen werden können. Nur der befreite Mensch hat Willensfreiheit. Sein Denken und Handeln ist im Einklang mit der Natur.
 
  Zum Abschluss unserer Gesprächsrunden, gehen wir ja immer noch ein paar Minuten in die Stille. Wir lassen alle Informationen und Auseinandersetzungen noch einmal in uns Revue passieren: reflektieren und – vielleicht – abstrahieren , transzendieren, um dann alles später zu integrieren. Das wäre Wachstum in Richtung Willensfreiheit – und Lebensfreude!  Praktische Philosophie! 

Vorschau 5. April
Verständlich, das Thema hat Wellen von Emotionen ausgelöst. Das brachte Lebendigkeit in unsere Runde, aber auch mitunter Unsachlichkeit. Nun, wir können ja versuchen, uns unsere Gesprächsregeln stets auf´s Neue zu vergegenwärtigen.
   Das Thema war keineswegs ausdiskutiert, und es kam der Wunsch auf, es am 5.4. noch mal aufzugreifen. Auch der obige Text, die „Nachlese“, ist eigentlich mehr eine Gegendarstellung und lädt zu Kommentaren ein, falls es nicht schon dazu im Blog gekommen ist. (Dazu sind alle eingeladen, auch die, die nicht an der Runde persönlich teilnehmen.)
    In diesem Zusammenhang haben wir am 1.2. eine Kopie ausgehändigt bekommen aus Die Welt: „Bleiben wir ein Leben lang derselbe? Nicht nur für Juristen ist es ein spannende Frage, ob der Mensch verantwortlich für etwas ist, was er vor Jahrzehnten getan hat“. Hier stellt der Bremer Hirnforscher Gerhard Roth den gängigen Schuldbegriff infrage. Können wir überhaupt entgegen unserer Persönlichkeit handeln? Die Kopie wurde in unsere Rundmail eingescannt, für diejenigen, die beim 1.2. nicht dabei waren.

Donnerstag, 14. Februar 2013

Liebe Freunde des Dialogs !                                             (Text: Angela Muselmann-Bruhn)
Nach meiner Analyse des ersten Versuchs am Freitag den 1.2.2013 möchte ich gerne noch einmal Einfluss nehmen auf die Struktur und deshalb die Punkte nochmals auflisten mit meinen Gedanken dazu, es half mir zur inneren Klärung, vielleicht ist es auch für andere hilfreich.
Deshalb meine Überlegungen fürs nächtste Mal :
1) Ankommen
2) In die Stille, Entspannung, um eigene augenblickliche Befindlichkeit zu erspüren, „Selbst“- zugang eröffnen
3) persönliche Mitteilungsrunde mit Erzählstein
4) Rückerinnerungen an die grundsätzlich ergebnisoffenen Dialog- Regeln :
- Fasse dich kurz
- Sprich von Herzen
- Sprich deinen Beitrag verständlich für alle, an alle
- Frage nach, wenn du etwas nicht verstanden hast
5) Einführung zum Thema durch den, der es vorgeschlagen hat.
Was ist es, warum sein Herz an diesem Thema hängt ?
Welche wichtigen Erfahrungen oder Punkte möchte er gerne mit uns teilen oder an welchen, sich daraus ergebenden Fragestellungen arbeitet der Thema-vorschlagende ?
6) Stein kann von jedem ergriffen werden, der zum Thema etwas ungestört beitragen möchte, sobald er vom Vorredner wieder auf den Tisch gelegt wurde.
Er spricht von sich, seinem Blick auf das Thema und kann zur Begründung seiner Sichtweise Lebenserfahrungen nennen, Quellen zitieren, ect.. Wenn die Allgemeinheit einverstanden ist, auch Filmmaterial mit bringen, jedoch es widerspricht dem Prinzip „Fasse dich kurz !“ und bedarf der Zustimmung der Anderen, ob sie einem Mitglied der Gruppe soviel Zeit zur Darstellung und Untermauerung der eigenen persönlichen Meinung zu gestehen.
Es wäre schön und ausgeglichen, wenn jeder einmal den Stein, ohne erzwungene Reihenfolge, nehmen würde und vorbereitet oder auch spontan, seine Sicht aufs Thema formuliert, damit ein bunter Blumenstrauß von Sichtweisen entsteht. Dialog ist der erste Schritt im Forschungsprozess und reine Datensammlung ohne Kategorisierung.
 Es geht nicht um Zustimmung und Recht haben, sondern ums Zuhören.
Wenn jeder dran war, der etwas dazu sagen wollte
7) Einkehr in die Stille: Reflektieren…..
8) Wenn Zeit und gewollt : eine dritte Schluss- Runde ( Wertschöpfung), eventuell wieder nacheinander Stein weiterreichen, bei dem jeder sagen kann, wodurch er sich ergänzt, bestätigt gefühlt hat, oder ermuntert über seine bisherige Position noch einmal nach zu denken oder sich weiter zu informieren.
9) Termin und Thema fürs nächste Mal.






Nachlese Philosophenrunde vom 1. Febr. 2013                         (Text: Christian Brehmer)
Eigentlich sollte es ja ein Test sein, ein Test dessen, was wir uns beim letzen Mal vorgenommen hatten: zu führen einen Dialog nach den Prinzipien von David Bohm und nicht in eine Kontroverse abzugleiten. Denn in einem achtsamen geführten Dialog kann ein „Wir – Feld“ entstehen, das mehr ist als die Summe der Einzelteile und das Kreativität und Spontaneität fördert. Zu Beginn hatten wir wieder unsere Stille-Übung gemacht als Hinführung zur Sophia, zur Weisheit. Dann  hatten wir uns noch einmal die Zusammenfassung der Gesprächsregeln angehört. Die Diskussion aber, die dann folgte, war zwar lebendig wie immer, allein es gab auch Dispute, die durch Eingriff von außen bewusst gemacht werden mussten. Eigentlich hatten wir uns ja vorgenommen, uns selbst in hitzigen Debatten von innen her bewusst zu machen, was bei uns abläuft. Und dann erst zu sprechen. Achtsamkeit ist die Mutter der Weisheit.

Durch die wiederkehrend auf uns selbst gerichtete Achtsamkeit während unserer Diskussion, taucht neben dem Gegenstand der Diskussion eine weitere Dimension auf, die Dimension des inneren Wachstums. Das hatte sich als Thematik bei unserem vorletzten Treffen herausgebildet. Und das ist ungewöhnlich unter Philosophen, denn jetzt thematisieren wir zwei sich ergänzende Ebenen. Und damit können wir – vorausgesetzt wir lassen uns darauf ein – einen doppelten Gewinn mit nach Hause nehmen: einen informativen und einen des inneren Wachstums. Während der erstere oftmals schnell vergessen wird, hat inneres Wachstum seinen bleibenden Wert. Es wird durch Stille-Übungen, in denen wir uns immer wieder in die Achtsamkeit zurückholen, gefördert, und es bewährt sich im Alltag. Handeln mit Achtsamkeit ist Handeln mit Weisheit.
Und nun behaupte noch einmal jemand Philosophen wären lebensfremde Theoretiker!!

Als Einstieg in unser Thema „Dürfen wir Tiere essen“ befassten wir uns mit dem Dialog zwischen den Philosophen David Precht und Robert Spaemann, übertragen vom ZdF am 9.12.12. (s. ZdF Mediathek) „Millionen Tiere werden in Deutschland Jahr für Jahr geschlachtet oder für Tierversuche missbraucht. Millionenfaches Tierleid. Ist dieser Umgang mit Tieren gerechtfertigt? Lässt es sich moralisch vertreten?“ heißt es einleitend. „Ja“, meint Spaemann. „Aber Verzicht, wäre das Bessere, das moralisch Vollkommenere“. Hier begann die Auseinandersetzung zwischen den beiden professionellen Philosophen und anschließend zwischen den  praktischen Philosophen in unserer Runde.
Eine radikalere Position wurde eingeführt durch einen Video-Clip von Dr. med. Ernst Walter Henrich (www.ProVegan.info). Er vertritt eine strikt vegane Lebensweise und führt gesundheitliche, moralische und ökologische Gründe an: „Täglich sterben bis zu 43 000 Kinder an Hunger, während ca. 50% der weltweiten Getreideernte und 90 % der weltweiten Sojaernte an die „Nutztiere“ der Fleisch- und Milchindustrie verfüttert werden“. Lässt sich das wirklich moralisch vertreten? könnte man Spaemann fragen. Die Diskussion in unserer Runde war engagiert. Werbung wurde abgelehnt. Aber die mitgebrachten, veganen Mürbekekse, selbstgebacken ohne Milchprodukte sprachen für sich. –  Wie soll man sich verhalten als Vegetarier, wenn man eingeladen ist und Fleisch wird serviert, war eine andere Frage, um die es ging. Jedenfalls gab es viele Impulse zum Überdenken der eigenen Lebensweise. Und die abschließende Phase der Stille zum Reflektieren, Abstrahieren und (eventuell) Transzendieren war für einige zu kurz, für andere zu lang.

Vorschau 1. März 2013
Auf ein eingebrachtes Angebot hin haben wir uns auf das Thema „Hat der Mensch einen freien Willen?  Neueste Erkenntnisse der Hirnforschung“ geeinigt.
Das Paper, das wir für unsere Vorbereitung ausgeteilt haben, ist anspruchsvoll. Aber der Einstieg wird uns leicht fallen. Das Thema ist hochbrisant, weisen doch materiewissenschaftliche Befunde darauf hin, dass unsere Entscheidungsfreiheit nur ein subjektives Phänomen ist, in Wirklichkeit aber  durch Gehirnvorgänge vorherbestimmt. Wo bleibt da die menschliche Würde? Kann man dann überhaupt noch jemand für Fehlverhalten zur Rechenschaft ziehen? Diese Fragen und andere werden unsere Gemüter beim nächsten Mal beschäftigen.


Samstag, 12. Januar 2013



Nachlese vom 4.1. 2013
Unser erstes Treffen im neuen Jahr war gut besucht und lebendig. Es ging diesmal um grundsätzliche Dinge: Soll die Philrunde in erste Linie dem Wissenserwerb oder mehr unserem persönlichen Wachstum, also der Weiterentwicklung dienen, gemäß der Bewusstseinsstufen nach Clare Graves (s. Überblick 24.12. 2012).  Beides schließt sich ja nicht aus: theoretische und praktische Philosophie. Im Gegenteil: eins fördert das andere. Hitzige Diskussionen – deren es bisher zur Genüge gab –  sind beidem abträglich.
   Also nahmen wir uns diesmal kein konkretes Thema vor, sondern beschäftigten uns mit dem Modus unserer Kommunikation, mit den Regeln unseres gegenseitigen Austausches. Ganz gemäß der Empfehlung von Goethe: „ Das Was bedenke, mehr jedoch das Wie“. Denn es ist das Wie, das unser Herz und Kopf beeinflusst und das Verstehen begünstigt. Das Was wird dann besser aufgenommen, und in der Gelöstheit der Atmosphäre kommen Einfälle. Manchmal ist man dann selbst erstaunt über das, was man sagt. Also profitiert auch das Was, profitiert auch unser Thema.
   Angelas Reflexionen zu unserer Philrunde vom 7.12. waren hilfreich. Sie erinnert uns daran, den Dialog zu üben und jedes Mal beim Abgleiten in die Kontroverse durch das Emporheben der „Sophia oder ein Herzkissen sofort an das Ziel der Weiterentwicklung erinnert zu werden“. Und natürlich an unser Thema. Eigentlich sollten wir uns  immer wieder selbst daran erinnern, in dem wir innerlich einen Schritt zurücktreten und uns unserer selbst bewusst werden. Das üben wir ja auch ein in der Stille-Übung zu Beginn. Ein Schritt ins Bewusstsein ist zugleich immer ein Schritt in die Weisheit  und – in die innere Information. 
Das hat auch der renommierte amerikanische Physiker David Bohm erkannt (zitiert nach E.C. Derks):
"Einen Dialog zu führen ist Fortbildung pur:
- Sich wissbegierig auf die Sichtweisen anderer einlassen und von ihnen lernen.
- Einen gemeinsamen Gedankenraum entstehen lassen, indem sich neue Ideen entwickeln können.
- Zusammenhänge werden klarer und anscheinende Widersprüche auf einer höheren Ebene vereint.
- Man kann ´zuschauen`, wie Gedanken entstehen, Sackgassen und Fallstricke wahrnehmen und die     Vielfältigkeit menschlichen Denkens erleben und genießen. Und sich dabei von dem Zwang befreien, alles und jedes sofort  be(ver-)urteilen zu müssen."   
 


Kommentar von Angela zum 4.1. 2013
Das war für mich ein sehr spannender Abend, ich hab mich über die Lebhaftigkeit, über unser gemeinsames Interesse und unsere Lacher der Selbsterkennung gefreut.
Bei mancher Ah-Ha-Wahrnehmung wurde für mich situatives Erlebnislernen richtig spürbar.
Vielen Dank !
Schön, dass die meisten den Dialog anhand des Themas: „Sollte der Mensch Tiere essen?“  das nächste Mal üben möchten, das wird bestimmt spannend.
Wichtig ist mir jedoch auch, nun nicht so tierisch ernst an die Einhaltung der Dialogregeln zu appellieren. So ein "tiefblauer" Kommunikationsperfektionismus, würde den ganzen Übungsraum unbewusst unterwandern und Widerstände hervorrufen. Deshalb sollte die Aufmerksamkeit auf mich selbst und meine typischen Sprachmuster in meinen authentischen Aussagen gerichtet sein, da kann ich so manches Wunder über mich selbst erfahren.
 Ein paar wachstumsorientierte Vorüberlegungen für das nächste Mal, die ich mit Euch teilen möchte:
Zur Erinnerung an die besprochenen Bewusstheitsstufen :
Grüne Werte : Frieden , Harmonie, Teilen, Veränderung in Gemeinschaft erarbeiten und erleben.
Bemühe ich mich um grünes Bewusstsein, so übe ich mich in :
- Authentizität ( Was ist mein augenblicklicher Standpunkt zu dieser Fragestellung, ist er mir klar oder wodurch wird er beeinflusst ? )
- Toleranz (.Kann ich offen bleiben und Zuhören, ohne sofort ein zu ordnen und zu werten ?)
- Empathie ( Welche Erfahrungen und Informationen haben, warum, mein Gegenüber zu dieser Betrachtungsweise des Themas gebracht?)
- Chancengleichheit/ Gleichwertigkeit ( Jeder hat ein Recht auf seine Betrachtungsweise und muß nicht überzeugt werden.)
Der Vorstellung vom „leuchtenden“ Gelb, erfordert noch viel mehr: Die Loslösung vom Ego hin zum fest verankerten Selbst. (Ich, als nutzbringender Teil einer Gemeinschaft). Damit ist gemeint, Wegkommen von meinem  persönlichen Vorteilsdenken hin zu der Frage:“ Was ist für alle Menschen, man kann noch weitergehen, für die ganze Welt, im Sinne einer Weiterentwicklung aller, ohne Schaden für andere, sinnvoll?“
Es stellt sich also nicht die Frage „Was hab ich davon ?“ und auch nicht „Wer fängt an ?“
Mein eingeschränkter Geist, der die Komplexität unseres Zusammenlebens leider nicht durchschaut, ist der begrenzende Faktor, jedoch sicherlich ist es schon einmal förderlich seine innere Haltung und seine eigenen Handlungen darauf hin zu prüfen.
Entweder –Oder- Denken erkennen, in So-wohl-als-auch-Denken wandeln: Das heißt für mich, zu überprüfen, sind die Anwendung „meiner Prinzipien“ im Augenblick und in diesem Zusammenhang der förderlichste Beitrag zum Entwicklungsprozess?
Indikator für mich kann sein, sobald ich mit einer Sache/Thema zu sehr verhaftet bin, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit in einen Konflikt zu geraten.
Wie wunderbar wäre es, diese Fähigkeiten allzeit bereit parat zu haben!

Üben…….Lichtblicke……….Üben……..Lichtblicke             Üben………..

Vorschau 1.2.2013
Zum 1. Februar geht es um das Thema  "Sollte der Mensch Tiere essen?" Auf das "Was" haben wir uns also geeinigt. Wird es uns auch gelingen das "Wie" spontan zu berücksichtigen? Es gilt also mehr Bewusstsein in unseren Dialog einzubringen, ohne dabei die Lockerheit und den Humor zu verlieren. Der Humor wird sich wohl mehr unter uns abspielen, denn das Thema ist weniger homorvoll. Am 11.Januar 2013 widmet das "Meller  Kreisblatt" unter "Gut zu wissen" eine ganzseitigen Artikel zum "Fleischatlas", der jüngst in Berlin vorgestellt wurde. Da heißt es: "Zwei Drittel der Agrarflächen dienen Futtermittelerzeugung".    Anderseits verhungern täglich etwa 32000 Menschen, die meisten davon Kinder in den Entwicklungsländern.
Als Vorbereitung auf das Thema könnte das Buch von Rüdiger Dahlke "Peace Food" (Verlag Gräfe und Unzer, 2011) dienen.
Die Broschüre "Vegan" kann man sich kostenlos zusenden lassen. (Anforderungsformular unter www.ProVegan.info)