Sonntag, 25. September 2016


Nachschau 2.9.2016: Europäische Werte          Christian Brehmer           


Unsere Runde im Atelier Pentzeck war wieder gut besucht. Roswitha und Dieter sei nochmals gedankt für ihre Gastfreundschaft in ihrem künstlerischen Ambiente. Gedankt sei ihnen auch für das tiefsinnige Paper, das wir von ihnen zu unserem Thema ausgehändigt bekamen: „Gedanken an die Kultur Europas zum internationalen Projekt Deutschland/Lettland ´Bilder im Fluss`." Gedanken, die u.a. geprägt wurden vom Terror des 2. Weltkriegs. Auch jetzt  sind wir wieder bedroht von Terror, viel hat sich nicht geändert. „Doch vielleicht kann sich der Mensch selbst ändern“, fragen sich die Autoren. Und da sind sie auf einer Linie mit Gandhi: „Du selbst bist die Veränderung, die du dir erwünscht von dieser Welt.“ Wir müssen bei uns selbst anfangen. Unsere gemeinsame Meditation zum Beginn unserer Philrunden soll eine Inspiration und ein Beginn sein.

   Der chinesische Philosoph Konfuzius sagte etwa 500 v.Chr.: „Die Männer des Altertums, die dem ganzen Reich ein Beispiel der Tugend sein wollten, brachten zuerst ihr eigenes Fürstentum in Ordnung. Wollten sie ihr Fürstentum in Ordnung bringen, so ordneten sie erst ihre Familie. Wollten sie zuerst ihre Familie in Ordnung bringen, so kultivierten sie zuerst ihren Charakter. Wollten sie ihren Charakter kultivieren, so läuterten sie zuerst ihr Herz.“

   Der Vernachlässigung dieser Sequenz verdanken wir alles Leiden auf der Erde! Tief im geläuterten Herzen finden wir die Werte, auf die unsere eigene Leitkultur und die Europas aufbauen.

   Doch da ist das Problem der Umsetzung. Wir sind einer biologischen Determination ausgeliefert, so der Einwand eines  Diskussionsteilnehmers. -  Hat denn die europäische Union  dauerhaften Frieden gebracht? „Die Jugoslawienkriege von [1991 bis 2001] konnte sie nicht verhindern. -  Zunehmende Spannungen zwischen Nord- und Südeuropa zeigen sich seit der Eurokrise (Beispiel Griechenland, aber auch Spanien, Portugal, ...). - Die Flüchtlingskrise offenbart starke Differenzen zwischen West- und Osteuropa. -  Die EU-Osterweiterung (Hand in Hand mit der NATO-Osterweiterung) bis an die Grenze Russlands stellt möglicherweise eine große Gefahr für den Frieden in Europa dar.“ So die Argumentation eines Teilnehmers. Und mit dem wieder Aufleben des Nationalismus, ausgelöst u.a. durch die Flüchtlingskrise, wurde sogar von einer Regression gesprochen. Alles durch die Vernachlässigung der konfuzianischen Sequenz!?   

Am "Tag der guten Tat" am 8.September hat sich die Philrunde Melle auch wieder eingebracht. Wir wollen ja nicht nur philosophieren sondern auch "implementieren". Frei nach dem Motto: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es." Von einer Meditation am Sterbebett unserer hochgeachteten, und für ihre profunden Beiträge in unseren Gesprächen unvergesslichen Maria Beisel, Mitinitiatorin unsere Philrunde, war die Rede (Trauerfeier am 29.9., 13.30. Uhr, im Bestattungshaus, Johann-Uttinger-Str. 2, 49324 Melle). Von der Rede war aber auch der Betreuung von Flüchtlingen, von Sprachunterricht und Behördengängen. Einige von uns sind eher zurückhaltend, um von ihren selbverständlichen Hilfeleistungen zu sprechen.   


Vorschau 7.10. 2016                     Klaus Burghardt
Dalai Lama: Ethik ist wichtiger als Religion

  »Ich denke an manchen Tagen, dass es besser wäre, wenn wir gar keine Religionen mehr hätten.“
Wie kommt ein Religionsführer zu einer solchen Aussage? Was kritisiert er an Religionen? Was soll sie ersetzen?
„ Alle Religionen (...) bergen ein Gewaltpotential in sich. Deshalb brauchen wir eine säkulare Ethik jenseits aller Religionen.“ Und: »Ethik ist wichtiger als Religion. Wir kommen nicht als Mitglied einer bestimmten Religion auf die Welt. Aber Ethik ist uns angeboren.«

WAS MACHT DIESE ETHIK AUS? 
* „Achtsamkeit, Bildung, Respekt, Toleranz, Fürsorge und Gewaltlosigkeit.“ 
* „eine in uns Menschen angelegte Neigung zur Liebe, Güte und Zuneigung“
*„Mehr Achtsamkeit gegenüber allem Leben, auch gegenüber Tieren und Pflanzen.“
* Die säkulare Ethik soll auch für Atheisten und Agnostiker „hilfreich und brauchbar“ sein.
             „Dabei möchte ich keine moralischen Werte diktieren – das würde niemandem nutzen.“ „Deshalb halte ich Ethik nicht für die Summe von Geboten und Verboten, die es zu befolgen gilt, sondern für ein natürliches, inneres Angebot, das uns zu Glück und Zufriedenheit mit uns selbst und mit anderen führen kann.“ 

Der Mensch soll sich einmischen, Verantwortung übernehmen. Es geht um globale und grundlegende Probleme:
Umweltzerstörung, Klimawandel, das Risiko eines selbstmörderischen Atomkriegs, Überwindung von Egoismus, Nationalismus, Gewalt. Gewaltfreiheit ist „intelligente Feindesliebe“, Dialog ist die einzig sinnvolle Methode zur Lösung von Konflikten. „Außer in seltenen Ausnahmefällen führt Gewalt immer zu neuer Gewalt. Krieg ist in unserer vernetzten Welt nicht mehr zeitgemäß und widerspricht der Vernunft und der Ethik.“ „Die Hauptursachen für Kriege und Gewalt sind unsere negativen Emotionen.“ „Waffenexporte sind ein großes Hindernis für mehr Frieden.“
        „Abrüstung ist praktiziertes Mitgefühl. Voraussetzung einer äußeren Abrüstung ist allerdings eine innere Abrüstung von Hass, Vorurteilen und Intoleranz.“

WAS IST ZU TUN?
„Für eine weltweite säkulare Ethik bedarf es freilich noch weltweiter Forschung. Darüber bin ich mir mit vielen Wissenschaftlern einig, vor allem mit Hirnforschern, Neuropsychologen und Pädagogen. Die moderne neurobiologische Forschung legt nahe, dass sich altruistisches und weniger egoistisches Verhalten für a l l e lohnt.“
„Sicher ist jedoch, dass eine säkulare Ethik eine Schulung des Herzens, viel Geduld und ausdauerndes Bemühen erfordert. Und klar ist auch, dass eine wirklich hilfreiche säkulare Ethik nicht nur eine Frage des Wissens ist, sondern noch mehr eines Frage des Handelns. Wir wissen ja oft, was wir tun, aber wir tun nicht, was wir wissen.“
„Ich schlage vor: mehr zuhören, mehr nachdenken, mehr meditieren.“ „Wir müssen also nachdenken, nachdenken, nachdenken. Und forschen, forschen, forschen.“
„Ich blicke mit Freude dem Tag entgegen, an dem Kinder in der Schule die Grundsätze der Gewaltlosigkeit und der friedlichen Konfliktlösung, also der säkularen Ethik, lernen.“ „Es gibt viele Möglichkeiten, die Welt zu verbessern, ein Umdenken zu bewirken: (...) Ich denke, dass wir dies hauptsächlich durch Bildung erreichen können.“
    
           „Durch intensives Meditieren werden wir feststellen, dass Feinde unsere besten
 Freunde werden können.“
__________________________________________________
säkular: „weltlich, der Welt der (kirchlichen) Laien angehörend“ (duden.de)

Agnostiker = „Weltanschauung, nach der die Möglichkeit einer Existenz des Göttlichen bzw. Übersinnlichen rational nicht zu klären ist, also weder bejaht noch verneint wird“ (duden.de)


DER APPELL DES DALAI LAMA FÜR EINE SÄKULARE
ETHIK UND FRIEDEN

Seit Jahrtausenden wird Gewalt im Namen von Religionen eingesetzt und gerechtfertigt. Religionen waren
und sind oft intolerant. Um politische oder wirtschaftliche Interessen durchzusetzen, wird Religion oft
missbraucht oder instrumentalisiert – auch von religiösen Führern. Deshalb sage ich, dass wir im 21.
Jahrhundert eine neue Ethik jenseits aller Religionen brauchen. Ich spreche von einer säkularen Ethik, die
auch für über eine Milliarde Atheisten und für zunehmend mehr Agnostiker hilfreich und brauchbar ist.
Wesentlicher als Religion ist unsere elementare menschliche Spiritualität. Das ist eine in uns Menschen
angelegte Neigung zur Liebe, Güte und Zuneigung – unabhängig davon, welcher Religion wir angehören.
Nach meiner Überzeugung können Menschen zwar ohne Religion auskommen, aber nicht ohne innere Werte,
nicht ohne Ethik. Der Unterschied zwischen Ethik und Religion ähnelt dem Unterschied zwischen Wasser
und Tee. Ethik und innere Werte, die sich auf einen religiösen Kontext stützen, sind eher wie Tee. Der Tee,
den wir trinken, besteht zum größten Teil aus Wasser, aber er enthält noch weitere Zutaten – Teeblätter,
Gewürze, vielleicht ein wenig Zucker und – in Tibet jedenfalls – auch eine Prise Salz, und das macht ihn
gehaltvoller, nachhaltiger und zu etwas, das wir jeden Tag haben möchten. Aber unabhängig davon, wie der
Tee zubereitet wird: Sein Hauptbestandteil ist immer Wasser. Wir können ohne Tee leben, aber nicht ohne
Wasser. Und genau so werden wir zwar ohne Religion geboren, aber nicht ohne das Grundbedürfnis nach
Mitgefühl – und nicht ohne das Grundbedürfnis nach Wasser.
Ich sehe immer deutlicher, dass unser spirituelles Wohl nicht von der Religion abhängig ist, sondern der uns
angeborenen menschlichen Natur, unserer natürlichen Veranlagung zu Güte, Mitgefühl und Fürsorge für
andere entspringt. Unabhängig davon, ob wir einer Religion angehören oder nicht, haben wir alle eine
elementare und menschliche ethische Urquelle in uns. Dieses gemeinsame ethische Fundament müssen wir
hegen und pflegen. Ethik, nicht Religion, ist in der menschlichen Natur verankert. Und so können wir auch
daran arbeiten, die Schöpfung zu bewahren. Das ist praktizierte Religion und praktizierte Ethik. Das
Mitfühlen ist die Basis des menschlichen Zusammenlebens. Es ist meine Überzeugung, dass die menschliche
Entwicklung auf Kooperation und nicht auf Wettbewerb beruht. Das ist wissenschaftlich belegt.
Wir müssen jetzt lernen, dass die Menschheit eine einzige Familie ist. Wir alle sind physisch, mental und
emotional Brüder und Schwestern. Aber wir legen den Fokus noch viel zu sehr auf unsere Differenzen anstatt
auf das, was uns verbindet. Dabei sind wir doch alle auf dieselbe Weise geboren und sterben auf dieselbe
Weise. Es ergibt wenig Sinn, mit Stolz auf Nation und Religion auf dem Friedhof zu landen!
Ethik geht tiefer und ist natürlicher als Religion.
Auch der Klimawandel ist nur global zu lösen. Ich hoffe und bete, dass diese Erkenntnis auf dem nächsten
Klimagipfel in Paris Ende 2015 endlich zu konkreten Ergebnissen führt. Egoismus, Nationalismus und
Gewalt sind der grundsätzlich falsche Weg. Die wichtigste Frage für eine bessere Welt heißt: Wie können wir
einander dienen? Dafür müssen wir unser Bewusstsein schärfen. Das gilt auch für Politiker. Wir benötigten
positive Geisteszustände. Ich übe das täglich vier Stunden. Meditation ist wichtiger als ritualisierte Gebete.
Kinder sollten Moral und Ethik lernen. Das ist hilfreicher als alle Religion.
Die Hauptursachen für Kriege und Gewalt sind unsere negativen Emotionen. Diesen geben wir zu viel Raum
und unserem Verstand und unserem Mitgefühl zu wenig.
Ich schlage vor: Mehr zuhören, mehr nachdenken, mehr meditieren. Mit Mahatma Gandhi meine ich: »Wir
müssen selbst die Veränderung sein, die wir in der Welt zu sehen wünschen.«
In einigen totalitären Ländern sehen wir, dass Frieden nur von Dauer sein kann, wenn die Menschenrechte
respektiert werden, wenn die Menschen zu essen haben und wenn der Einzelne und die Völker frei sind.
Wahren Frieden mit uns, zwischen uns und um uns herum können wir nur durch inneren Frieden erlangen.
Zum Glück gehört die Entwicklung einer universalen Verantwortung und einer säkularen Ethik.
Ich werde immer an der Gewaltfreiheit festhalten. Das ist intelligente Feindesliebe. Durch intensives
Meditieren werden wir feststellen, dass Feinde unsere besten Freunde werden können. Aus der Perspektive
einer rein säkularen Ethik werden wir so zu gelasseneren, mitfühlenderen und urteilsfähigeren Menschen.
Dann haben wir auch die Chance, dass das 21. Jahrhundert ein Jahrhundert des Friedens, ein Jahrhundert des
Dialogs und ein Jahrhundert einer fürsorglicheren, verantwortungsvolleren und mitfühlenderen Menschheit
wird.
Das ist meine Hoffnung. Und das ist mein Gebet. Ich blicke mit Freude dem Tag entgegen, an dem Kinder in
der Schule die Grundsätze der Gewaltlosigkeit und der friedlichen Konfliktlösung, also der säkularen Ethik,
lernen.
Den materiellen Werten wird heute zu viel Bedeutung beigemessen. Sie sind wichtig, aber sie können
unseren psychischen Stress, unsere Furcht, Wut oder Frustration nicht verringern. Wir müssen jedoch unsere
mentalen Belastungen, wie zum Beispiel Stress, Ängste, Frustrationen, überwinden. Deshalb brauchen wir
eine tiefere Ebene des Denkens. Das verstehe ich unter Achtsamkeit.
Durch Meditation und Nachdenken können wir zum Beispiel lernen, dass Geduld das wichtigste Gegenmittel
gegen die Wut ist, Zufriedenheit gegen Gier wirkt, Mut gegen Angst, Verständnis gegen Zweifel. Zorn über
andere hilft wenig, stattdessen sollten wir dafür sorgen, dass wir uns selbst ändern.
Jetzt scheint der Mensch etwas an Reife zu gewinnen. Das Bedürfnis nach Frieden bzw. die Ablehnung von
Gewalt ist sehr stark. Wir müssen weltweit Anstrengungen unternehmen, alle gewalttätigen Methoden zu
stoppen, einzudämmen oder abzuschaffen. Jetzt reicht es nicht mehr aus, den Menschen zu sagen, dass wir
Gewalt ablehnen und Frieden wollen.
Wir müssen wirksamere Methoden anwenden. Waffenexporte sind ein großes Hindernis für mehr Frieden.
Wann immer wir auf Probleme stoßen oder wirtschaftliche Konflikte entstehen, aber auch in Fällen von
religiösen Differenzen, müssen wir darauf hinwirken, dass die einzig wahre Methode der Dialog ist.
Wir müssen lernen, dass wir alle Brüder und Schwestern sind. Das letzte Jahrhundert war das Jahrhundert
der Gewalt. Unser 21. Jahrhundert sollte das Jahrhundert des Dialogs sein! Die Vergangenheit können wir
niemals ändern, aber wir können immer lernen für eine bessere Zukunft.
Die Vorstellung, Probleme seien mit Gewalt und Waffen zu lösen, ist ein verheerender Irrglaube. Außer in
seltenen Ausnahmefällen führt Gewalt immer zu neuer Gewalt. Krieg ist in unserer vernetzten Welt nicht
mehr zeitgemäß und widerspricht der Vernunft und der Ethik. Der Irak-Krieg, den George W. Bush 2003
begann, war ein Desaster. Dieser Konflikt ist bis heute nicht gelöst und hat viele Menschen das Leben
gekostet.
Es reicht freilich nicht, nur an den Friedenswillen der Politiker zu appellieren. Wichtiger ist, dass sich immer
mehr Menschen auf der ganzen Welt zur Abrüstung bekennen. Abrüstung ist praktiziertes Mitgefühl.
Voraussetzung einer äußeren Abrüstung ist allerdings eine innere Abrüstung von Hass, Vorurteilen und
Intoleranz. Ich appelliere an alle aktuellen Kriegsparteien: »Rüstet ab und nicht auf!«, und an alle Menschen:
»Überwindet Hass und Vorurteile durch Verständnis, Kooperation und Toleranz!«
Trotz allen Leids, das China uns Tibetern seit Jahrzehnten zufügt: Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die
meisten menschlichen Konflikte durch aufrichtigen Dialog gelöst werden können. Diese Strategie der
Gewaltfreiheit und der Ehrfurcht vor allem Leben ist das Geschenk Tibets an die Welt.
Dalai Lama
Dharamsala, im März 2015
Entnommen dem Buch „DER APPELL DES DALAI LAMA AN DIE WELT - Ethik ist wichtiger als Religion“,
Erste Auflage 2015, © 2015 Benevento Publishing 

Montag, 25. Juli 2016

Nachlese 1. 7. 2016

Die Intuition                                       Klaus Burghardt      

Jeder möchte wohl gerne Erkenntnis gewinnen
Was ist Wahrheit? so fragt sich die Philosophie
Alles Wissen, so heißt es, hebt an von den Sinnen1
Nur - die geben Dir keine Erfolgsgarantie

Also bleibt der Verstand, wird so mancher sich sagen
[Die Vernunft muß ihn lotsen und leiten und lenken]
Der beschäftigt sich gerne mit kniffligen Fragen
Doch manch' Lösung verschließt sich dem logischen Denken

Nimm nur einmal als Beispiel die Welt der Gefühle
Mit Affekten und Ahnungen, Zweifeln und Angst
Völlig klar, daß Du etwa bei Haß oder Liebe
Mit der Logik wohl kaum zu Erkenntnis gelangst   

Auch auf and'ren Gebieten ergeben sich Schranken
Ob Natur, ob Gesellschaft, ob Recht, ob Moral
Die genialsten, gescheitesten, kühnsten Gedanken
Die verrennen sich völlig und scheitern total

Doch zum Glück gibt's noch and're Erkenntnismethoden
Eine kennen wir alle als „Intuition“
Nach dem Forschen: entspannen, verschnaufen, erholen ...
Und Heureka! - die phänomenale Vision

Archimedes lag chillend verträumt in der Wanne
Als ihn plötzlich abrupt der Erkenntnisblitz traf
Als er unverhofft glasklar die Lösung erkannte ...
Kekulé ging es ähnlich - im halbwachen Schlaf

Unser inneres Auge hat etwas gesehen
Nein, genauer vielleicht: Es hat etwas „geschaut“
Dies will allerdings nun der Verstand auch verstehen
Der hat immer schon sehr auf Kontrolle gebaut

Er will prüfen, bewerten und elaborieren
Als Pragmatiker wie auch als Rationalist
Dann noch implementieren und  verifizieren -
[Und auch dokumentieren! verlangt der Chronist :-)]

Jeder sollte sich also demnächst mal entspannen
Manchem hilft hier ein Bier, and'ren Meditation
Wenn wir nun auch noch jegliches Denken verbannen
Sind wir endlich bereit für die INTUITION

_____________________________________________________________________________
1    „Alle unsere Erkenntnis hebt von den Sinnen an, geht von da zum Verstande, und endigt bei der Vernunft, ...“
    http://gutenberg.spiegel.de/buch/kritik-der-reinen-vernunft-1-auflage-3508/56


Vorschau: 2. Sept. 2016 beim Künstlerpaar R. u. D. Pentzeck

Am Ende unseres Treffens am 1.7. kamen wir auf den "Brexit" zu sprechen. Droht die EU auseinanderzufallen?  Fehlt es den Mitgliedern an Gemeinsamkeit und Zusammengehörigkeits-Gefühl? Was sind unsere gemeinsamen Werte und Wurzeln? Dazu das Einführungsreferat von Jürgen Staas am 2.9. Oder gibt es so etwas wie eine europäische "Leitkultur"? Oder müssen wir erst mal in unserem eigenen Land oder bei uns persönlich ansetzen?  
 
„Das Abendland retten, aber richtig!“                                              Jürgen Staas       

Bezug: Petra Bahr, ev. Theologin in  „Christ u. Welt“ ( Zeit-Beilage)  v. 25. Mai 2016.

Ausgerechnet die extreme Rechte  (AfD) will das christliche Abendland retten?  These des Aufsatzes: Wir sollten es nicht zulassen, dass hier der Bock zum Gärtner gemacht wird. -  Was meinen wir überhaupt mit dem Begriff des christlichen Abendlandes, was sind seine Wurzeln und Merkmale?  Die Quellen entspringen auf vier  berühmten Hügeln:  am Sinai,  in Jerusalem  („du hochgebaute Stadt“),  auf der Akropolis und auf dem Capitol.  

Am Sinai  offenbart sich der eine  (monotheistische), eifersüchtige Gott dem Mose, der das Volk Israel aus dem „Sklavenhaus“ geführt hat. JHWH  schließt den „Treuebund“  mit seinem Volk (s Jan Assmann „Exodus“)  und gibt ihm die 10 Gebote.  - In Jerusalem steht das Kreuz, nach dem alle Menschenopfer ein Ende haben sollen. Neben die Gerechtigkeit (AT) treten Mitleid, Versöhnung, Liebe (NT).  Das Vermächtnis von Gott „Vater“ und „Sohn“ bleibt schließlich der Hl. Geist, der Geist, der Freiheit verheißt.  (Interpretation der Trinität nach Joachim von Fiore, 13./14. Jh.) .

Die Akropolis steht für die Geburt der abendländischen Philosophie und Wissenschaft.  Hier entstehen die verschiedenen Denkschulen (Platoniker, Epikureer, Stoiker, Skeptiker),  machen berühmte Mathematiker und Physiker ihre Entdeckungen.  Es ist die Zeit klassischer Tragödien und Komödien, Die Polis  bringt die Anfänge der Demokratie hervor. 

Rom steht für Recht und Gesetz, für staatliche Ordnung,  trotz allem kaiserlichen Machtmissbrauch.

Renaissance und Reformation erneuern dieses Erbe und leiten über zur aufgeklärten Moderne. Keine Hügel mehr, sondern Städte stehen für Highlights des westlichen Geistes.  Wittenberg und Genf,  Königsberg und Potsdam,  London, Philadelphia  und Paris. Der konstitutionelle Rechtsstaat, die liberale Demokratie, Menschenrechte und Gewaltenteilung garantieren die individuellen Freiheiten des Staatsbürgers, des Citoyen der Neuzeit. 

Vergessen werden sollte auch nicht die Kunst, die diese Kultur hervorgebracht hat:  Die Architektur, die Musik,  die bildende Kunst,  also die Kathedralen und Schlösser,   die großen Symphonien, Oratorien und Opern,  die Gemälde und Statuen,  und nicht zuletzt der unendliche Reichtum der Literatur, die ohne diesen umfassenden  kulturellen Hintergrund gar nicht zu verstehen ist. Die Vermittlung dieser reichen westlichen Kultur sollte immer wieder Verpflichtung jeder Bildungspolitik sein.
                                                                                                                 sts

Europäische Werte

 Europäische Werte - was könnte das sein?
Etwa Freiheit und Gleichheit und Brüderlichkeit?
Viel zu oft zählt, so scheint mir, die Freiheit allein
Liegt sie doch mit den andren beständig im Streit
 
Diese Freiheit - beherzt, voll berechnender Kraft
Mit den Worten: Entschuldigt, ich bin mal so frei!
Hat's als Erste bis ganz an die Spitze geschafft
Weil sie eh von den Werten der wichtigste sei
 
Ihr Bestreben, sich stetig und frei zu entfalten
Kann die Freiheit der anderen Werte gefährden
Die Gerechtigkeit brüderlich auszugestalten
Droht durch maßlose Freiheit utopisch zu werden ... 

 
Das Europa der Werte - wo könnt' ich es finden?
Dort, wo einer dem ander'n ein Schulmeister ist?
Wo Vertrauen und Zuversicht immer mehr schwinden
Weil man jegliche Werte in Euro bemißt?
 
Im Europa der Kälte, der Strenge, der Härte
Lenkt der Reichtum auch heute - wie früher - den Staat
Gilt die Freiheit des Marktes als höchster der Werte
Bleibt die Gleichheit ein ewiges - Postulat
 
 
PS:
 
Die Gemeinschaft der Freien, der Brüder, der Gleichen ...
Ein phantastisches Wunschbild? Verträumte Fiktion?
Vielleicht läßt sie sich irgendwie doch noch erreichen -
Aber niemals mit dieser EU-Kommission [:-)]
 
Wenn wir alle uns mehr als Gemeinschaft verstehen
(Nur: Wie zähmt man die Gier nach dem größten Gewinn?)
Wenn wir lernen, im Andren den Bruder zu sehen
Gibt der Wohlstand für alle! der Wirtschaft den Sinn
 
Dieses neue Europa, gerecht und sozial
Gilt es heut' schon für morgen als Ziel zu benennen
Stünd' ein solches Europa tatsächlich zur Wahl
Könnt' selbst ich mich zu diesem Europa bekennen
 
                                                Klaus Burghardt 

  

Montag, 20. Juni 2016





Nachlese 3.6.2016                                      Klaus Burghardt 
In unserer letzten Philrunde ging es u.a. um die unterschiedliche Funktion von Verstand und Vernunft. Hierzu ein Beitrag von Klaus in Versform.

Verstand & Raketen vs. Vernunft

Die Reise in den Weltenraum
Galt stets als großer Menschheitstraum,
Wofür man - ohne viel Protest -
Manch armes Kind verhungrn lässt.

Doch hat der Fortschritt, wie man weiß,
Ganz ohne Frage seinen Preis.
Hier möchte man vor Schreck erbleichen:
Des Fortschritts Preis sind Kinderleichen!

Vernunft! Wie kannst Du dazu schweigen?
Du musst ihm seine Grenzen zeigen!
Lass den Verstand nicht einfach walten,
Du solltest ihn im Griff behalten!
Was hier mit dem Verstand passiert,
Ist, dass er die Vernunft verliert!

Nun hat auch fraglos der Verstand
Manch gutes Argument zu Hand:
Denn was im Sputnik helfen mag,
Das hilft auch alltags durch den Tag.

Gar viele sehen wohl zudem
Auch in der Zukunft ein Problem.
Die kann - lässt sich das Blatt nicht wenden,
Nur in Katastrophen enden.

Dann hat der Mensch ganz routiniert
Die Erde gründlich ruiniert.
Und hofft, so möchte es mich deuchen,
Flugs in den Weltraum zu entfleuchen....

... Wo manch Planet sich wohl verstecke,
Auf dass der Mensch ihn nicht entdecke...
Für den, der da im Raumschiff wohnt,
hat sich die Raumfahrt echt gelohnt!

Doch sollt´er besser ohne Klagen
Die Folgen seines Handelns tragen.
Er könnte sich vielleicht besinnen
Und noch mal ganz von vorn beginnen.

Als erstes wäre zu entscheiden,
Dass Kinder nicht mehr Hunger leiden.
Dies gelte als Vernunftprinzip:
Die Ethik lenkt den Forschungstrieb.

...

Und was ist mit den Satelliten,
Die dort um Straterlaubnis bitten?
Lässt die Vernunft sie ewig warten?
Erlaubt sie ihnen gar zu starten?
...
...
...
Sie stellt vielleicht auch mir die Frage,
Was ich als Leser dazu sage? ... 

Wer die Anmerkungen zum Gedicht lesen will:
http://diverseverse.jimdo.com/philosophisches/verstand-raketen-vs-vernunft/
  
Vorschau 1.7.2016:     Intuition                         Christian Brehmer

Nachdem wir uns in der letzten Runde mit Verstand, Vernunft und Glauben auseinandergesetzt haben, geht es diesmal um die Intuition. Alles sind Aspekte der Erkenntnis und der Orientierung. Denn gemäß unserer Erkenntnis handeln wir; gemäß unserer Handlung haben wir Erfolg oder Misserfolg, und demgemäß sind wir glücklich oder unglücklich.
   Die Intuition ist eine unmittelbare, nicht-lineare, also nicht Schritt für Schritt voranschreitende, sondern „wie aus heiterem Himmel“ kommende Erkenntnis, eine Eingebung. Wenn wir zum Beispiel nach einer langen Grübelei locker lassen und uns dann plötzlich aufgeht: Ja, so ist es! Jetzt habe ich es „intus“ – eine Intuition! Alles schlussfolgernde Denken, wird vom Bewusstsein getragen und im suchenden Schwebezustand stellt sich die Lösung ein – eine Eingebung. So gründet bei näherer Betrachtung alle Erkenntnis im Intuitiven, obwohl man das keinem überzeugten Rationalisten sagen darf. Denn für ihn ist die Intuition suspekt. Doch selbst der Begründer des Rationalismus, René Descartes, war da anderer Meinung: „Unter Intuition verstehe ich nicht das schwankende Zeugnis der Sinne, sondern ein Begreifen, wie es ein klarer und aufmerksamer Geist gibt – so direkt und eindeutig, dass wir von jedem Zweifel an dem, was wir da verstehen, befreit sind.“
   Das Bauchgefühl gibt uns einen Riecher für einen bestimmten Sachverhalt oder eine Entscheidung. Es ist ein guter Indikator, wird aber häufig vom Verstand überlagert, und dann sind wir unserer Sache nicht mehr sicher. Kreative Intuitionen hingegen, die so genannten „Aha-Erlebnisse“, können sich nach einer Phase der „Inkubation“ einstellen. Den meisten großen Entdeckungen und Erfindungen ist ein solcher suchender Schwebezustand vorausgegangen. Große Genies sagen, dass sie nicht selbst die Schaffenden seien, sondern eine „höheren Macht“ sich ihrer als Werkzeug bediene. Einstein zum Beispiel reiste unerwartet in Gedanken auf einem Lichtstrahl, bevor er die Relativitätstheorie formulierte. Er sagte: „Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Geist ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat.“
    Unsere Gesellschaft ist auf Logik und Rationalität fixiert und hat unsere Gabe zur Intuition verkümmern lassen. Aber wir können sie wecken, in dem für eine Zeit unsere Gedanken zurücklassen, uns entspannen und stille werden – die Meditation. Sie vermag uns mit der Quelle der Kreativität zu verbinden, dem Logos, der Sophia oder dem Vereinheitlichten Feld, wie es die Quantenphysiker nennen. Wir sind alle potenzielle Genies, haben uns aber mit unserer spießigen Mittelmäßigkeit abgefunden. 


                                  

Freitag, 20. Mai 2016



Nachlese 6.5.  2016                         Christian Brehmer

Unsere Runde war gut aufgestellt, nicht zuletzt durch zwei "Novizinnen",  die uns durch ihre  Weisheit, gewachsen im Leben, bereicherten.
Mit Jürgens Thesenpapier (s. Vorschau zum 6.5.) gab es reichlich Stoff zur Diskussion. Herausgestellt wurde u.a. die Hilflosigkeit der Politik gegenüber dem Großkapital. Als Beispiel das kontroverse TTIP (Transatlantiche Handels- und Investitionspartnerschaft):
Bislang fanden die Verhandlungen fast ausschließlich unter den Lobbyist/Innen internationaler Großkonzerne statt. Das Europäische Parlament wird lediglich informiert und ist zur Geheimhaltung verpflichtet. Hinter TTIP versteckt sich ein massiver Angriff auf alles, was uns wichtig ist: soziale Sicherheit, Arbeitsrechte, Umweltlschutz, nachhaltige Landwirtschaft, Demokratie u.a.mehr. 
Das gleiche Dilemma klingt an in dem von Jürgen eingebrachten Vortrag von Rainer Mausfeld, Uni Kiel: "Warum schweigen die Lämmer?"
Der Vortrag behandelt das Problem dominierender Minderheiten und der schweigenden Mehrheit in der modernen Demokratie...
"Dominanz der Wall Street, d.h. Herrschaft der 200 reichsten Familien, die 'Affluent Society'. Verfestigte Institutionen stehen den Wählerwünschen der 90%-Mehrheit entgegen. Die Wahrheit wird bewusst manipuliert, Ängste werden geschürt (fear mongering), die Masse wird narkotisiert. Meinungen werden durch affektive Techniken gesteuert. Ständige Wiederholung dient der Überredung. Folgen werden unsichtbar gemacht, Empörung eingedämmt oder umgeleitet. - Was kann uns davor schützen? Schwachstellen des Menschen, seine Verfügbarkeit sind aufzudecken, das natürliche Immunsystem zu stärken. Also letztlich hilft nur Aufklärung. ´Was wir tun, hängt von dem ab, was wir wollen.`"      (Sonderbares Fazit! Binsenweisheit? Truism?) 
Chris: Was wir wollen, hängt von dem ab, was wir sind, von unserem Bewusstsein. Und das lässt sich erweitern. Gandhi: "Du selbst bist die Veränderung, die du dir erwünscht von dieser Welt."
Jürgen: Rainer Mausfeld hat sicher mit seiner Analyse in vielem Recht. Er betrachtet die Welt aus der Sicht eines kritischen Soziologen, der sich auf den amerikanischen Kapitalismus eingeschossen hat und mit Recht auch auf politische Fehlentscheidungen hinweist, mit ihren verheerenden Folgen, Kriegen und Opfern. Der Rest der Welt bleibt weitgehend ausgeblendet. Die oben zitierten "Schwachstellen" des Menschen, seine "Natur", seine biologischen Wurzeln verdienten sicher noch eine vertiefte Betrachtung.
Chris: Zu dieser vertieften Betrachtung gehört auch das Potenzial des Menschen. Er kann sein Bewusstsein von eingrenzenden Gedanken befreien, z.B. durch Meditation, um das reine Bewusstsein, die Quelle der intuitiven Intelligenz zu erfahren: Die Lämmer werden  zu Löwen. 
                                                                                          
 Vorschau 3.6. 2016                          Jürgen Staas    
Verstand  –Vernunft – Glaube 

„Die Raumfahrt ist ein Triumph des Verstandes,  aber ein Versagen der Vernunft.“ So lautete ein kritisches Fazit in den 60/70er Jahren,  als Sputnik und Mondlandung die Menschheit bewegten. Das Beispiel macht den Unterschied zwischen Verstand und Vernunft sofort nachvollziehbar deutlich.  Verstand (lat. Intellectus, von inter legere, zwischen-den Zeilen- lesen,  begreifen.)  Wir sprechen vom scharfen Verstand, der fähig ist, zu analysieren, kritisch zu hinterfragen.  Deshalb ist der „Intellektuelle“ bei politischen und religiösen Autoritäten so unbeliebt.  Er kann „zersetzend“ und destruktiv wirken.  - Der Verstand erforscht aber auch die Naturgesetze, die dann Anwendung in der Technik finden, nicht immer zum Segen der Menschheit.–  Die Vernunft dagegen (lat. ratio,  frz. la raison, oder le bon sens,  engl. reason oder common sense) bedenkt  pragmatisch-ethisch Zweckmäßigkeit und Folgen, nimmt also eine moralische Wertung vor.  Nach Descartes (Discours de la méthode) ist der gesunde Menschenverstand die am besten verteilte Sache der Welt!  Unterschiede erklären sich daraus, dass die Menschen ihre Gedanken auf verschiedene(n) Wege(n) führen. Aus heutiger Sicht wohl eher eine naiv dualistische Sichtweise. – Und er Glaube?  Er steht sicher der Vernunft näher als der Verstand. Das deutsche Wort „glauben“ ist doppeldeutig.Die Theologen unterscheiden die fides qua creditur  von der  fidesquaecreditur.  Letztere bedeutet glauben im Sinne von für wahr halten, etwas glauben (engl. to believe). Ist die Jungfrauengeburt oder die Auferstehung historisch wahr?  – Die fides qua creditur  dagegen ist  Glauben im Sinne von Vertrauen  (engl. faith) oder Zuversicht,   an etwas glauben, eine Haltung,  kraft derer man vertraut,  Gott oder einem anderen Menschen,  einer Religion, einer Lehre, eine Kraft, die „Berge versetzen“ kann.  Im AT ist Glaube der Bund, das Treueverhältnis des Volkes Israel zu seinem einen, eifersüchtigen Gott.  (s. Jan Assmann, „Exodus“). –  Glaube im NT ist das Vertrauen in einen gütigen Vatergott, wie er im Gleichnis vom verlorenen Sohn dargestellt wird.  Oder Martin Luther zum Glauben:  Woran dein Herz hängt, das ist dein Gott. Der kritische, unterscheidende   Verstand/Intellekt  wird dabei die Wahrheitsfrage stellen,  die Vernunft sich für die Folgen interessieren.  Dazu ein Jesus zugeschriebenes Wort:  „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“