Nachschau 05.01.2018: Frauen der Reformation Jürgen Staas
Referentin: Marlies Meyer
Es gab eine gewiss begrenzte, aber doch bemerkenswerte, erinnerungswürdige Gruppe von Frauen, die von der Reformation ergriffen waren und sich für sie individuell verschieden engagierten. Sie waren, damals eher eine Ausnahme, alphabetisiert, ja gebildet, sei es vom adligen Elternhaus her, durch das Kloster, oder gar durch Bürgerschulen. Sie korrespondierten mit Reformatoren, suchten ihre Nähe, dichteten, verfassten Flugschriften, wobei auch ihnen der noch neue Buchdruck zu Hilfe kam, oder leisteten soziale Dienste. - Typisch und am bekanntesten ist wohl Luthers Frau Katharina von Bora. Als Nonne hatte sie Luthers Schriften kennen gelernt. Sie war gebildet, konnte mitreden, hat die Reformation indirekt mit gefördert, war aber selbst keine aktive Reformatorin, sondern eine geniale Wirtschafterin. - Argula von Grumbach war als Adlige von Haus aus gebildet, las Latein, hatte gute Bibelkenntnisse und korrespondierte mit Männern der Reformation. - Eine besondere Frauengestalt war Olympia Fulvia Morata aus der Lombardei. Durch ihren Vater war sie mehr calvinistisch geprägt. Sie war eine humanistisch gebildete Gräzistin, verfasste Gedichte und konnte die Rolle einer Hochschullehrerin ausfüllen. Sie starb leider viel zu jung an der Pest. - Zu nennen wäre noch Elisabeth Cruciger, auch sie ehemalige Adlige und Nonne, später Ehefrau des Predigers und Professors Caspar Cruciger in Wittenberg, also bemerkenswert die Nähe zu Luther. Sie ist die erste evangelische Liederdichterin. Im EG Nr 67 findet sich von ihr ein Epiphaniaslied. - Erwähnenswert wäre noch die Frau des Thomas Müntzer, auch sie eine ehemalige Nonne. - Als bedeutendste Reformatorin bezeichnet der Osnabrücker Theologe Martin H. Jung Katharina Zell, geb. Schütz aus Sraßburg. Sie entstammt einer Handwerkerfamilie und konnte eine Bürgerschule besuchen. Sie interessiert sich früh für die evangelische Predigt und heiratet dann auch den Prediger Matthäus Zell aus Kaysersberg. (Das Elsass ist stark lutherisch geprägt. Aus Kaysersberg stammt auch Albert Schweitzer.) E. Zell begnügt sich nicht damit, ihrem Mann den Haushalt zu führen. Sie schreibt Briefe, Eingaben, sogar Bücher, gibt ein Gesangbuch heraus, interpretiert Psalmen, verfasst sogar theologische Streitschriften. Sie engagierte sich auch sozial fürsorglich, sie war tolerant, suchte zwischen verschiedenen reformatorischen Positionen zu vermitteln. Eine eingehendere Würdigung dieser bedeutenden Frau findet sich bei M.H. Jung, Die Reformation, Theologen, Politiker, Künstler. - Die Vorschau auf den Themenabend zitiert Goethe: Das Ewig Weibliche zieht uns hinan. Ob dieses Zitat des Dichters und Womanizers Goethe hier wirklich passt, wäre wohl diskussionswürdig. Angeregt wurde auch das umstrittene Thema „Gender“. Den Frauengestalten der Reformation jedenfalls ging es wohl wirklich um religiöse Dinge. Ihre Rolle wussten sie aus der Bibel zu begründen. Möglicherweise waren sie pragmatischer und weniger dogmatistisch als die Männer.
Ergänzung: (Christian Brehmer)
"Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan", so wie es wohl Goethe verstanden hat, ist die Herabkunft (Gnade): " ....und hat die Liebe gar von oben teilgenommen ..." (Faust II, Z. 11938/39) Sie wird dem Menschen zuteil durch Hingabe, eine eher weibliche Qualität, wiewohl auch gleichermaßen im Manne angelegt.
Vorschau 2.2. 2018: Menschenrechte / Menschenpflichten
Jürgen Staas
Die Menschenrechte sind eine wesentliche Grundlage des westlichen Denkens, seit 1948 in der Charta der UN verankert und von vielen Staaten unterzeichnet. Umstritten sind ihre Ursprünge. Sind sie religiöser, jüdisch-christlicher, biblischer Natur, oder sind sie vielmehr säkularer, philosophischer Aufklärung zu verdanken? Für beide Auffassungen gibt es gute Begründungen. Die Würde des Menschen lässt sich biblisch aus der Ebenbildlichkeit des Menschen mit Gott herleiten, oder aus dem Galaterbrief, der die Gleichheit betont („ nicht Jude noch Grieche, Knecht noch Freier, Mann noch Weib, Sklaven noch Freie“). Fest steht leider, dass die christlichen Kirchen die Menschenrechte erst sehr spät anerkannt und dann auch zu ihrer Sache gemacht haben. Die säkulare Aufklärung hat sie oft gegen religiöse Widerstände erkämpfen müssen. - Die Sklaverei ist erst im frühen 19. Jh. abgeschafft, die Gleichberechtigung der Frauen im 20. Jh. erkämpft worden. - Lang ist die Liste der Kämpfe um demokratische Rechtsprinzipien:
1215 Magna Charta Libertatum (Rechtsprinzipien gegen staatliche Willkür), 1628 Petition of Rights, 1672 Pufendorf, deutscher Jurist in Schweden, vertritt das „Naturrecht“: De iure naturae et gentium: „Und so hat der Mensch eine außerordentliche Würde, weil er eine Seele besitzt, die unsterblich ist, und erleuchtet ist durch das Licht seines Verstandes.“ - 1679 Habeas corpus (Stärkung der Unabhängigkeit des Richters). - 1689 Bill of Rights (englisch; Rechte des Parlaments als Legislative, Meinungs- und Redefreiheit). - 1776 Declaration of Independence der USA (unveräußerliche Rechte auf Leben, Freiheit, Streben nach Glück, etc.). - 1789 Déclaration des Droits de l'Homme et du Citoyen (Fundament demokratischer Freiheiten). - 1789 Bill of Rights (USA, Amendments to the Constitution /Zusatzartikel über bürgerliche Freiheiten (Religion, Rede, Versammlung, Presse, Waffenbesitz). - 1948 Allgemeine Erklärung der MR durch die UN. - 1961 Amnesty International - 1978 Human Rights Watch - 1949 Grundgesetz der BRD. -
Die Menschenpflichten werden 1997 formuliert, als Ergänzung und Gegengewicht zu den MR. Die englische Version spricht von „responsibilities“ , also Verantwortlichkeiten, was einen etwas anderen Blickwinkel bedeutet. Prominente Unterzeichner sind u.a. Helmut Schmidt, Jimmy Carter, Valéry Giscard d'Estaing, Filipe Gonzales, Schimon Peres, P.E. Trudeau. Die MP decken sich weitgehend mit dem „Weltethos“, das Hans Küng vertritt. Übergeordnet ist das Prinzip, den Menschen menschlich zu behandeln. Wichtig ist auch das Gebot der Gegenseitigkeit, wie es in der Goldenen Regel der Bergpredigt zum Ausdruck kommt oder in Kants Kategorischem Imperativ. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Solidarität, Hilfsbereitschaft, Wahrhaftigkeit, Respekt, Schutz, Toleranz, Gerechtigkeit, Gewissensfreiheit, Widerstand gegen Gewalt, Lüge, Hass, Manipulation. Ehrfurcht vor dem Leben, Naturschutz, nachhaltiges, gerechtes Wirtschaften. Es geht also um ganz allgemeine positive menschliche Verhaltensweisen, die nicht neu, sondern immer gültig sind. - Literatur: Martin Klingst, Menschenrechte (Reclam „100 Seiten“) .
Die Philosophen-Runde Melle ist ein Freundeskreis von Menschen, die über den Tellerrand des Alltags hinaus schauen und sich Gedanken machen über den Zustand der Welt und den Sinn des Lebens. Jede(r) ist willkommen. Vorwissen ist nicht erforderlich. Wir treffen uns einmal im Monat. Ort und Termin bitte erfragen: T. 05422/2635 Näheres auf der Seite "Über uns".
Mittwoch, 17. Januar 2018
Donnerstag, 21. Dezember 2017
Nachschau 1.12.2017 :
Die Göttin der Gelegenheit
Grundlage der Diskussion an diesem Abend war der Text „Die Göttin der Gelegenheit“ von Thomas Vasek erschienen in der Philosophie Zeitschrift „Hohe Luft“ am 4.10.2016.
In dem Text geht es um die beiden Götter der griechischen Mythologie Chronos und Kairos. Chronos steht für den Fluss des Lebens im Allgemeinen und Kairos, dargestellt als junger Mann mit Flügeln an den Füßen, kahl im Nacken, aber mit einem Haarschopf an der Stirn, für den günstigen Augenblick, den man ergreifen kann. Grundlage von allem aber ist der transzendente Logos, von dem man intuitiv Weisungen erhalten kann, wenn man sich für ihn öffnet. So können Gelegenheiten zu einer intelligenten Weichenstellung führen. (Im Johannes-Evangelium wird der Logos mit Gott gleichgesetzt.)
Zum Einstieg in das Gespräch wurden folgende Fragen gestellt:
Wo begegnet uns die günstige Gelegenheit im Alltag?
Partnerwahl/Lebensort/ Beruf/ Freundschaften....
Wie gehen wir mit ihr um?
Freudig oder zögerlich - dankbar oder selbstverständlich - eher bejahend oder verneinend?
Handlungskompetenz:
Die Chance im flüchtigen Moment erkennen und ergreifen - was brauche ich, um zuzugreifen? Achtsamkeit, Mut, Vertrauen in das Unbekannte?
Darf ich die günstige Gelegenheit einfach verstreichen lassen, einen anderen Weg
wählen?
Was bewirken Gelegenheiten in unserem Leben?
Veränderung oder Bedrohung?
Bewegung oder Stillstand?
Bereuen wir verpasste Gelegenheiten?
Muss ich verpasste Gelegenheiten bereuen? Ich drehe schließlich in diesem Leben nur den einen Film...
Gilt Reue für Handlungen im Leben oder auch für die Nicht-Handlungen?
Existiert eine zeitliche Begrenzung?
Die günstige Gelegenheit gilt hier: „jetzt oder nie“?
Gibt es sie wirklich, diese einmalige, nie wiederkehrende Chance?
Bietet uns das Leben nicht zahlreiche Gelegenheiten?
„ Vorbei ist vorbei“- Realität oder subjektive Wahrnehmung?
In der nachfolgenden Diskussion wurden u.a. zwei Beispiele gebracht:
1. Entspricht der Kauf eines Druckers, der ein günstiges Angebot darstellt, dem, was mit
Kairos gemeint ist?
2. War die deutsche Wiedervereinigung einfach eine günstige Gelegenheit für das Volk durch die vorhergehende Ostpolitik von Willy Brandt und Egon Bahr und von Glasnost und Perestroika unter Gorbatschow, oder war sie ein generalstabsmäßig geplanter Akt, den Kohl entschlussfreudig genutzt und weitergeführt hat?
Vieles im Leben hat seinen Kairos, seinen richtigen Moment. Dieser Moment ist ein Einschnitt im Fließen des Chronos (dem Verlauf des Lebens). Der Kairos tritt unverhofft ein, ist dem Chronos übergelagert und gibt ihm Würze. Man kann solche Geschenke ergreifen oder verpassen. Entscheidend ist die Achtsamkeit, die Präsenz des Unterscheidungsvermögens.
Die Göttin der Gelegenheit
Grundlage der Diskussion an diesem Abend war der Text „Die Göttin der Gelegenheit“ von Thomas Vasek erschienen in der Philosophie Zeitschrift „Hohe Luft“ am 4.10.2016.
In dem Text geht es um die beiden Götter der griechischen Mythologie Chronos und Kairos. Chronos steht für den Fluss des Lebens im Allgemeinen und Kairos, dargestellt als junger Mann mit Flügeln an den Füßen, kahl im Nacken, aber mit einem Haarschopf an der Stirn, für den günstigen Augenblick, den man ergreifen kann. Grundlage von allem aber ist der transzendente Logos, von dem man intuitiv Weisungen erhalten kann, wenn man sich für ihn öffnet. So können Gelegenheiten zu einer intelligenten Weichenstellung führen. (Im Johannes-Evangelium wird der Logos mit Gott gleichgesetzt.)
Zum Einstieg in das Gespräch wurden folgende Fragen gestellt:
Wo begegnet uns die günstige Gelegenheit im Alltag?
Partnerwahl/Lebensort/ Beruf/ Freundschaften....
Wie gehen wir mit ihr um?
Freudig oder zögerlich - dankbar oder selbstverständlich - eher bejahend oder verneinend?
Handlungskompetenz:
Die Chance im flüchtigen Moment erkennen und ergreifen - was brauche ich, um zuzugreifen? Achtsamkeit, Mut, Vertrauen in das Unbekannte?
Darf ich die günstige Gelegenheit einfach verstreichen lassen, einen anderen Weg
wählen?
Was bewirken Gelegenheiten in unserem Leben?
Veränderung oder Bedrohung?
Bewegung oder Stillstand?
Bereuen wir verpasste Gelegenheiten?
Muss ich verpasste Gelegenheiten bereuen? Ich drehe schließlich in diesem Leben nur den einen Film...
Gilt Reue für Handlungen im Leben oder auch für die Nicht-Handlungen?
Existiert eine zeitliche Begrenzung?
Die günstige Gelegenheit gilt hier: „jetzt oder nie“?
Gibt es sie wirklich, diese einmalige, nie wiederkehrende Chance?
Bietet uns das Leben nicht zahlreiche Gelegenheiten?
„ Vorbei ist vorbei“- Realität oder subjektive Wahrnehmung?
In der nachfolgenden Diskussion wurden u.a. zwei Beispiele gebracht:
1. Entspricht der Kauf eines Druckers, der ein günstiges Angebot darstellt, dem, was mit
Kairos gemeint ist?
2. War die deutsche Wiedervereinigung einfach eine günstige Gelegenheit für das Volk durch die vorhergehende Ostpolitik von Willy Brandt und Egon Bahr und von Glasnost und Perestroika unter Gorbatschow, oder war sie ein generalstabsmäßig geplanter Akt, den Kohl entschlussfreudig genutzt und weitergeführt hat?
Vieles im Leben hat seinen Kairos, seinen richtigen Moment. Dieser Moment ist ein Einschnitt im Fließen des Chronos (dem Verlauf des Lebens). Der Kairos tritt unverhofft ein, ist dem Chronos übergelagert und gibt ihm Würze. Man kann solche Geschenke ergreifen oder verpassen. Entscheidend ist die Achtsamkeit, die Präsenz des Unterscheidungsvermögens.
Vorschau 5.1.2018:
"Das
Ewig-Weibliche zieht uns hinan (Goethe)
-
Frauen
der Reformation" (PP
Präsentation) Marlies Meyer
Die Reformation wurde in Deutschland
zu einem maßgeblichen Teil von Frauen mitgestaltet; entweder in Form von
Flugschriften oder Liedern, oder indem sie den reformatorischen Gottesdienst und
nicht die altgläubige Messe besuchten, oder indem sie ihre Kinder im
evangelischen Sinn erzogen. Oder indem sie als Fürstinnen versuchten, die neuen
Erkenntnisse in ihrem Einflussbereich umzusetzen.
Viele von ihnen nahmen die wieder
entdeckte Freiheit und den damit verbundenen
Gleichheitsgedanken von Mann und Frau
für sich selbst in Anspruch, um sie in
Partnerschaft
und Familie umzusetzen. Auch die reformatorische Aufwertung von Kindererziehung
und Haushalt kam den Frauen zugute, allerdings mit dem tragischen Nebeneffekt,
dass sie nun noch stärker als vorher an die Hausarbeit gebunden wurden.
Frauen
lasen die Bibel in der Neuübersetzung Luthers und erkannten ihren eigenen Wert.
Frauen haben die reformatorischen
Ideen nicht nur verbreitet, sie haben auch aktiv an deren Entwicklung
teilgenommen. Eine Erkenntnis, die erst einige Jahrzehnte alt ist. Vorher hat
sich niemand die Mühe gemacht, die Quellenlage aus der Zeit der Reformation
auch im Blick auf weibliche Autorenschaft hin zu untersuchen.
Horst Gorski, EKG-Vizepräsident:
"Wir brauchen eine Theologie, die Erfahrungen erfahrbar
macht."
Dies genau war die Einstellung der
bedeutenden Frauen der Reformationszeit; denn sie beurteilten ihre
Lebenserfahrungen im Lichte der neuen Lehre und setzten sie mutig dort um, wo
ihr Wirkungskreis ihnen dazu die Möglichkeit gab.
Nach ungefähr 40 Jahren war die frisch
erworbene Anerkennung des weiblichen Gewichts der neuen Zeit beendet worden.
Es werden an diesem Abend einige markante Frauen der
Reformation angeführt und mit PP Bildern veranschaulicht. Der Bedeutung des
Zitats von Goethe am Ende vom Faust II wollen wir gemeinsam nachgehen.
Dienstag, 24. Oktober 2017
Nachschau 6.10. 2017: Die Reformation, theologisch und
kulturgeschichtlich Klaus Burghardt
kulturgeschichtlich Klaus Burghardt
Mit seiner Aufwertung der Arbeit habe Luther eine wesentliche Neuerung gegenüber dem mittelalterlichen Menschenbild eingeführt, hieß es zu Beginn der Diskussion. ARBEITEN („... der Mensch ist zur Arbeit geboren ...“) und GEHORCHEN („Seid untertan der Obrigkeit“) - zwei Forderungen, die dem sich entwickelnden Kapitalismus zugutekamen.
Der „Beruf als Gottesdienst“ lasse sich aus der Bibel ableiten, wurde ergänzt - als Dienst am Nächsten: „Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“
Als entscheidendes Ereignis in Luthers Leben wurde ein starkes Gewitter genannt, in dem er Todesangst verspürt und woraufhin er sein Leben verändert, Theologie statt Jura studiert habe - sehr zum Ärger seines Vaters. Aber eine gewisse Aufsässigkeit gegen das bestehende System, gegen die „Scheinheiligkeit und Verlogenheit“, ziehe sich durch sein ganzes Leben. Er sei Risiken eingegangen, gar für vogelfrei erklärt worden.
Zu dieser „Aufsässigkeit“ passe auch, daß er eine entlaufene Nonne heiratete. Seine Frau Katharina sei ihm eine große Hilfe gewesen, habe sich um die wirtschaftlichen Dinge gekümmert. „Ohne seine Frau wäre er untergegangen.“ Seine Nachkommen gründeten die Lutheriden-Vereinigung.
Luthers Position zu den Bauernkriegen wurde kritisch hinterfragt: Seine zunächst moderate Haltung änderte sich hin zu einer klaren Parteinahme für die Fürsten: „man soll sie [die Bauern] zerschmeißen, würgen, stechen, ... wie man einen tollen Hund erschlagen muss.“ Sein ehemaliger Anhänger Thomas Müntzer* habe sich demgegenüber klar auf die Seite der Bauern geschlagen.
In diesem Zusammenhang wurden der Reformator Jan Hus und die Bundschuh-Bewegung als Wegbereiter genannt.
Kann man den Protestantismus als Vorläufer des Humanismus ansehen? Der Mensch sei für sich selbst verantwortlich, die Ratio werde betont, ... Diese These blieb nicht ohne Widerspruch: Immerhin habe Luther die Vernunft als eine Hure bezeichnet.
Wie lassen sich Luthers Aussagen zu den Juden erklären? Margot Käßmann habe ihn dafür scharf kritisiert. Keine rassistischen, sondern theologische Motive sah ein Teilnehmer: „Luther war ein fanatischer Fundamentalist.“ Er wollte die Juden bekehren. Als das hat nicht klappte, „da war er beleidigt.“
»Der Christ des 21. Jahrhunderts wird Mystiker sein - oder er wird nicht sein.« Die Aussage des katholischen Theologen und Jesuiten Karl Rahner wurde in den Zusammenhang des Mitglieder- und Bedeutungsverlusts der christlichen Kirchen gestellt. Diese Entwicklung werde weiter gehen - es sei denn, das Christentum entdecke die Mystik neu. Anfangs sei das so gewesen: Die ersten Christen seien sogar in den Tod gegangen.
„Sola fide et experientia“ müsse es in Zukunft heißen, allein durch Glauben und Erfahrung. Es gehe um die Christuserfahrung.
Die Sinnhaftigkeit der Beichte für achtjährige Kinder, eine mögliche neue Version des Glaubensbekenntnisses, Unterschiede zwischen den christlichen Religionen (Sakramente, Abendmahl, Glaube, Gnade, ...) waren Stichpunkte, die zwar angesprochen, aber nicht ausführlich behandelt werden konnten. Das Interesse war fraglos vorhanden, allein:
Die Zeit (wir haben nie genug)
Verging auch diesmal wie im Flug.
* Bei unserem nächsten Treffen am 1 0 . N o v e m b e r (nicht am 3.11.!!!) werden wir uns mit Thomas Müntzer beschäftigen.
Der „Beruf als Gottesdienst“ lasse sich aus der Bibel ableiten, wurde ergänzt - als Dienst am Nächsten: „Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“
Als entscheidendes Ereignis in Luthers Leben wurde ein starkes Gewitter genannt, in dem er Todesangst verspürt und woraufhin er sein Leben verändert, Theologie statt Jura studiert habe - sehr zum Ärger seines Vaters. Aber eine gewisse Aufsässigkeit gegen das bestehende System, gegen die „Scheinheiligkeit und Verlogenheit“, ziehe sich durch sein ganzes Leben. Er sei Risiken eingegangen, gar für vogelfrei erklärt worden.
Zu dieser „Aufsässigkeit“ passe auch, daß er eine entlaufene Nonne heiratete. Seine Frau Katharina sei ihm eine große Hilfe gewesen, habe sich um die wirtschaftlichen Dinge gekümmert. „Ohne seine Frau wäre er untergegangen.“ Seine Nachkommen gründeten die Lutheriden-Vereinigung.
Luthers Position zu den Bauernkriegen wurde kritisch hinterfragt: Seine zunächst moderate Haltung änderte sich hin zu einer klaren Parteinahme für die Fürsten: „man soll sie [die Bauern] zerschmeißen, würgen, stechen, ... wie man einen tollen Hund erschlagen muss.“ Sein ehemaliger Anhänger Thomas Müntzer* habe sich demgegenüber klar auf die Seite der Bauern geschlagen.
In diesem Zusammenhang wurden der Reformator Jan Hus und die Bundschuh-Bewegung als Wegbereiter genannt.
Kann man den Protestantismus als Vorläufer des Humanismus ansehen? Der Mensch sei für sich selbst verantwortlich, die Ratio werde betont, ... Diese These blieb nicht ohne Widerspruch: Immerhin habe Luther die Vernunft als eine Hure bezeichnet.
Wie lassen sich Luthers Aussagen zu den Juden erklären? Margot Käßmann habe ihn dafür scharf kritisiert. Keine rassistischen, sondern theologische Motive sah ein Teilnehmer: „Luther war ein fanatischer Fundamentalist.“ Er wollte die Juden bekehren. Als das hat nicht klappte, „da war er beleidigt.“
»Der Christ des 21. Jahrhunderts wird Mystiker sein - oder er wird nicht sein.« Die Aussage des katholischen Theologen und Jesuiten Karl Rahner wurde in den Zusammenhang des Mitglieder- und Bedeutungsverlusts der christlichen Kirchen gestellt. Diese Entwicklung werde weiter gehen - es sei denn, das Christentum entdecke die Mystik neu. Anfangs sei das so gewesen: Die ersten Christen seien sogar in den Tod gegangen.
„Sola fide et experientia“ müsse es in Zukunft heißen, allein durch Glauben und Erfahrung. Es gehe um die Christuserfahrung.
Die Sinnhaftigkeit der Beichte für achtjährige Kinder, eine mögliche neue Version des Glaubensbekenntnisses, Unterschiede zwischen den christlichen Religionen (Sakramente, Abendmahl, Glaube, Gnade, ...) waren Stichpunkte, die zwar angesprochen, aber nicht ausführlich behandelt werden konnten. Das Interesse war fraglos vorhanden, allein:
Die Zeit (wir haben nie genug)
Verging auch diesmal wie im Flug.
* Bei unserem nächsten Treffen am 1 0 . N o v e m b e r (nicht am 3.11.!!!) werden wir uns mit Thomas Müntzer beschäftigen.
Vorschau 10.11.2017: Thomas Müntzer und das innere Wort
in Anlehnung an Wikipedia Thomas
Müntzer (auch Münzer;
* um 1489 in Stolberg, Grafschaft Stolberg; † 27. Mai 1525 bei Mühlhausen, Freie Reichsstadt) war ein Theologe, Reformator und Revolutionär in der Zeit des Bauernkrieges.
Müntzer war
als Priester zunächst ein engagierter Anhänger
und Bewunderer Martin Luthers. Allerdings richtete sich sein
Widerstand nicht nur gegen die vom Papsttum beherrschte
geistliche Obrigkeit, sondern auch gegen die ständisch geprägte weltliche
Ordnung. Wegen Müntzers radikaler sozialrevolutionärer Bestrebungen und seiner spirituellen Theologie, die sich in vielen
kämpferischen Texten und Predigten niederschlugen, distanzierte sich Luther zu
Beginn des Bauernkrieges von ihm.
Im Gegensatz
zu Luther stand Müntzer für die gewaltsame Befreiung der Bauern und betätigte
sich in Mühlhausen/Thüringen, wo er Pfarrer in der Marienkirche war, als Agitator und Förderer der
Aufstände. Dort versuchte er, seine Vorstellungen einer gerechten
Gesellschaftsordnung umzusetzen: Privilegien wurden aufgehoben, Klöster
aufgelöst, Räume für Obdachlose geschaffen, eine Armenspeisung eingerichtet.
Schließlich scheiterten seine Bestrebungen als Bauernführer, verschiedene
Thüringer Freibauern zu vereinigen, an der Strategie des Adels. Nach der Schlacht bei
Frankenhausen wurde er im
Mai 1525 gefangen genommen und hingerichtet.
Glaubensbegriff
Müntzers Theologie vereinigt auf mystischem Boden spirituelle und sozialrevolutionäre Elemente zu einer Einheit.Glauben bedeutet nach Müntzer ein von Gott ausgelöstes Geschehen im Abgrund der Seele; es ist „die wirkung des worts, das Gott in die selen redet“, des inneren Wortes. Ob solcher Glaube entsteht, liegt allein an Gott, dessen Geist weht, wo er will (Joh 3,6 LUT). Erste Wirkung des Wortes Gottes in den Seelen der Menschen ist die Gottesfurcht, die dem Heiligen Geist eine Wohnstatt gibt und alles aus dem Weg räumt, was sich dem weiteren Wirken Gottes widersetzt. Dazu gehören insbesondere der Eigennutz und die Menschenfurcht. Die Seele, die Gott erleben will, „musz zuvor gefegt sein vom gethön der sorgen und luste“. In diesem Zusammenhang gebraucht Müntzer gerne die mystischen Termini Langweyl und Gelassenheit, um damit den Zustand der leeren Seele zu beschreiben. Der in diesem Sinne „langweilige“ (langmütige) und „gelassene“ Mensch erlebt in seiner Tiefe das Wirken Gottes und – unter Schmerzen – die Geburt des echten Glaubens, der das Leiden nicht mehr scheut und gleichsam fröhlich ist. Im echten Glauben besteht Konformität zwischen dem menschlichen Willen und dem des gekreuzigten Christus. Allein solche Konformität führt zur Gewissheit des Glaubens.
Bibelverständnis
Die Bibel legt primär Zeugnis ab
von den Erfahrungen, die erleuchtete seelen im Umgang mit dem lebendigen
Gott gewonnen haben. Sie ist Einladung, für ähnliche Erfahrungen offen zu
werden, und gleichzeitig Maßstab, an der eigene Erfahrungen zu messen sind. Die
Bibel ist nur das verbum externum (äußere Wort), das das verbum
internum (inneres Wort) braucht, um im Menschen anzukommen. Das verbum
internum bedarf jedoch nicht unbedingt des äußeren Wortes der Bibel, um
Glauben zu erzeugen. Belege dafür sind nach Müntzer viele Menschen der Bibel,
die auch kein verbum externum hatten, als sie gläubig wurden. Vor allem
an dieser Stelle erfolgte der Bruch mit Luther.
Mittwoch, 20. September 2017
Nachschau 01.09.17: Armin Risi - "Der radikale Mittelweg"
Jessica Schwark
Wir trafen wir uns wieder in der Praxis von Martina Arlt.
Peter Bayreuther, Musiker und Yogalehrer, referierte über das Buch: „ Der radikale
Mittelweg“ von Armin Risi.
In 13 Thesen definiert Risi darin das sogenannte „ theistische Bewusstsein“ als Weg zu
einem sorgenfreien Dasein für den Einzelnen und Weg zum Frieden zwischen den
Menschen.
Risi selbst lebte als junger Mann 18 Jahre in indischen Klöstern und studierte dort die
alten Schriften.
Sein Gottesbild ist das absolute Bewusstsein. Es ist direkt erfahrbar und hat einen eigenen
Willen: Einheit und Liebe.
Materie wird als Manifestation göttlicher Energie betrachtet, statt Evolution herrscht
Involution.
Der Mensch als ewiges Wesen, nicht teilbar mit Gott verbunden, hat die absolute
Verantwortung für sein Leben und sein Handeln, da er freien Willen besitzt.
Der freie Wille ist ebenfalls die Ursache des Bösen in der Welt.
Gott greift hier nicht ein, es ist der Mensch, der zu Bewusstsein für Gut und Böse kommen
muss.
Risi spricht in seinen Werken von „spiritueller Wissenschaft“, die im Gegensatz zur
Naturwissenschaft steht.
Peter hat für uns ein komplexes Buch, das in seiner Essenz die großen Fragen der
Menschheit nach Gott, dem Leben, dem Tod, sowie nach Gut und Böse umfasst, kompakt
und verständlich dargestellt.
Dafür an dieser Stelle nochmal vielen Dank!
Die anschließende Reflexion zeigte wieder einmal die angenehme Vielfalt der Sichtweisen
und Charaktere in unserer Runde.
Vorschau 6.10. 2017: Die Reformation, theologisch und kultur-geschichtlich Jürgen Staas
Bezug u.a.: „Die Deutsche Protestantische Republik“ (Der Spiegel)
Theologisch begründet ist die Reformation mit der sog. „Rechtfertigungslehre“, die Luther nach Augustinus („Erbsünde“) von Paulus (sola fide, sola gratia, sola scriptura) ableitet. Anlass ist der skandalöse Ablasshandel. Der Mensch kann sich nicht selbst durch gute Werke erlösen. Er bedarf der Gnade Gottes und des Glaubens an die Erlösungstat Christi.
Der evangelische Glaube als Gewissensreligion fußt auf Überzeugung und Gesinnung in direkter Verantwortung vor Gott. Es gibt keine Zweistufenethik von Priestern und Laien. Das bewirkt eine Entklerikalisierung und Aufwertung des Berufes als Berufung. Beruf als Gottesdienst mit entsprechendem Berufsethos. Das ist anstrengend und führt leicht zu Prinzipienreiterei und Selbstgerechtigkeit, Genussunfähigkeit, schlechtem Gewissen, heute etwa auch zu „grüner“ Gesinnung.
Das „typisch Deutsche“ ist vielfach protestantisch geprägt und enthält puritanische Elemente wie Fleiß, Pflichtbewusstsein, Sparsamkeit, Rationalität, Affektkontrolle. Tugenden steht Zwanghaftigkeit gegenüber. (cf. Max Weber, Die Protestantische Ethik)
Glaube verbindet sich mit Bildung. Lesefähigkeit, eigene Meinungsbildung, Mündigkeit, Kritikfähigkeit, Volksbildung sind wichtige Ziele. Bildung und Sinn sind wichtiger als Unterhaltung. Deutschland hat den größten Buchmarkt. Typisch auch die deutsche Unterscheidung von U- u. E-Musik. Die protestantischen Kirchen sind mehr oder weniger demokratisch und weniger hierarchisch verfasst.
Die Ehe ist die natürliche gottgewollte Ordnung, nicht Zölibat und Mönchswesen. Luthers Ehe und Familie sind das Modell des evangelischen Pfarrhauses, das viele große Geister der deutschen Kulturgeschichte hervorgebracht hat (s. Christine Eichel, Das evangelische Pfarrhaus). Musik, Kunst, Pädagogik sind bedeutende Elemente. Lutheraner sind keine Bilderstürmer. Aber der Sinn der Kunst ist wesentlicher als der Unterhaltungswert.
Donnerstag, 17. August 2017
Nachschau 4.8. 2017 Jürgen Staas
Thema war die Fortsetzung der Diskussion über Heiner Geisslers kirchenkritische Schrift „Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss?“ Zufällig ergab es sich, dass am selben Freitagabend das „Philosophische Radio“ auf WDR 5, Leitung Jürgen Wiebecke, die Frage nach der Existenz Gottes zum Thema hatte. Es wurde beschlossen, da hineinzuhören. Eine gute halbe Stunde genügte, um einen Eindruck zu gewinnen. Eingeladen war, wie üblich, ein Hochschullehrer, hier der Philosoph Guido Kreis. Es wurde bald klar, dass die Sendung im wesentlichen die traditionellen Vorstellungen vom „Gott der Philosophen“ zum Gegenstand hatte, mit allen Überlegungen zum Problem der Möglichkeit oder Unmöglichkeit von Gottesbeweisen. Klassisch ist darunter der sog. Ontologische Gottesbeweis des Anselm von Canterbury: Wenn Gott vollkommen ist, dann schließt seine Vollkommenheit die Existenz mit ein. Der anwesende Philosoph betonte immer wieder die inhärente Widersprüchlichkeit der ganzen Problematik. Besonders deutlich wird sie am paradoxen Beispiel vom schweren Stein. Wenn Gott allmächtig ist, müsste er in der Lage sein, einen Stein zu schaffen, der so schwer ist, dass Gott selbst ihn nicht tragen kann. Kann er ihn aber nicht tragen, ist er nicht allmächtig!. Es ist klar, dass solcherlei Sophistereien und Verabsolutierungen wenig hilfreich sind. Es wäre anzumerken, dass Kant, der „Zertrümmerer“, ein für alle Mal mit den Gottesbeweisen aufgeräumt hat. - Wir kamen dann zu H. Geisslers Frage zurück. Sein Problem ist die Verzweiflung am überkommenen christlichen, theistischen Gottesbild. Es postuliert ja auch einen ewigen, allmächtigen, allwissenden, gütigen und barmherzigen Gott. Angesichts der Katastrophen und des Leidens ergibt sich daraus das uralte Problem der „Theodizee“, d.h. der Rechtfertigung Gottes. Es verwundert, dass der umfassend gebildete, kritisch denkende ehemalige Jesuitenschüler Geissler anscheinend noch immer diesem alten Gottesbild so verhaftet ist, dass er daran verzweifeln muss. Es gibt inzwischen ganz andere Vorstellungen, etwa die eines Eugen Drewermann, der Gott vom Menschen her denkt und von Bewegungen, Veränderungen, Beziehungen spricht. Verwiesen wurde im Gespräch auch auf die Vorstellung aus dem Johannesevangelium, wonach Gott Geist sei, der „im Geist und in der Wahrheit“ anzubeten sei, ein Gottesbegriff, der dem heutigen Diskurs von der Spiritualität nahe kommt. Ins Gespräch kamen auch mehr ästhetische Erwägungen, etwa von der Schönheit der Schöpfung, die aber von dem existentiellen Anliegen eher wegführten. - Was wäre Geissler zu antworten, der an Gott verzweifelt, aber anscheinend an den Lehren und dem Beispiel des Jesus von Nazareth festhalten möchte? Ja, es käme darauf an, der jesuanischen Ethik zu folgen, etwa nach dem Beispiel eines Albert Schweitzer. Wie es gelingen kann, dass der umfassend bedingte Mensch überhaupt in die Lage versetzt wird, sich vom dem guten Geist berühren zu lassen, ist eine andere Frage. - Gegenstand der nächsten Sitzung am 1. September wird das Buch von Armin Risi „Der radikale Mittelweg“sein.
Vorschau 1.9.2017: Armin Risi - "Der radikale Mittelweg"
Thema war die Fortsetzung der Diskussion über Heiner Geisslers kirchenkritische Schrift „Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss?“ Zufällig ergab es sich, dass am selben Freitagabend das „Philosophische Radio“ auf WDR 5, Leitung Jürgen Wiebecke, die Frage nach der Existenz Gottes zum Thema hatte. Es wurde beschlossen, da hineinzuhören. Eine gute halbe Stunde genügte, um einen Eindruck zu gewinnen. Eingeladen war, wie üblich, ein Hochschullehrer, hier der Philosoph Guido Kreis. Es wurde bald klar, dass die Sendung im wesentlichen die traditionellen Vorstellungen vom „Gott der Philosophen“ zum Gegenstand hatte, mit allen Überlegungen zum Problem der Möglichkeit oder Unmöglichkeit von Gottesbeweisen. Klassisch ist darunter der sog. Ontologische Gottesbeweis des Anselm von Canterbury: Wenn Gott vollkommen ist, dann schließt seine Vollkommenheit die Existenz mit ein. Der anwesende Philosoph betonte immer wieder die inhärente Widersprüchlichkeit der ganzen Problematik. Besonders deutlich wird sie am paradoxen Beispiel vom schweren Stein. Wenn Gott allmächtig ist, müsste er in der Lage sein, einen Stein zu schaffen, der so schwer ist, dass Gott selbst ihn nicht tragen kann. Kann er ihn aber nicht tragen, ist er nicht allmächtig!. Es ist klar, dass solcherlei Sophistereien und Verabsolutierungen wenig hilfreich sind. Es wäre anzumerken, dass Kant, der „Zertrümmerer“, ein für alle Mal mit den Gottesbeweisen aufgeräumt hat. - Wir kamen dann zu H. Geisslers Frage zurück. Sein Problem ist die Verzweiflung am überkommenen christlichen, theistischen Gottesbild. Es postuliert ja auch einen ewigen, allmächtigen, allwissenden, gütigen und barmherzigen Gott. Angesichts der Katastrophen und des Leidens ergibt sich daraus das uralte Problem der „Theodizee“, d.h. der Rechtfertigung Gottes. Es verwundert, dass der umfassend gebildete, kritisch denkende ehemalige Jesuitenschüler Geissler anscheinend noch immer diesem alten Gottesbild so verhaftet ist, dass er daran verzweifeln muss. Es gibt inzwischen ganz andere Vorstellungen, etwa die eines Eugen Drewermann, der Gott vom Menschen her denkt und von Bewegungen, Veränderungen, Beziehungen spricht. Verwiesen wurde im Gespräch auch auf die Vorstellung aus dem Johannesevangelium, wonach Gott Geist sei, der „im Geist und in der Wahrheit“ anzubeten sei, ein Gottesbegriff, der dem heutigen Diskurs von der Spiritualität nahe kommt. Ins Gespräch kamen auch mehr ästhetische Erwägungen, etwa von der Schönheit der Schöpfung, die aber von dem existentiellen Anliegen eher wegführten. - Was wäre Geissler zu antworten, der an Gott verzweifelt, aber anscheinend an den Lehren und dem Beispiel des Jesus von Nazareth festhalten möchte? Ja, es käme darauf an, der jesuanischen Ethik zu folgen, etwa nach dem Beispiel eines Albert Schweitzer. Wie es gelingen kann, dass der umfassend bedingte Mensch überhaupt in die Lage versetzt wird, sich vom dem guten Geist berühren zu lassen, ist eine andere Frage. - Gegenstand der nächsten Sitzung am 1. September wird das Buch von Armin Risi „Der radikale Mittelweg“sein.
Vorschau 1.9.2017: Armin Risi - "Der radikale Mittelweg"
Peter Bayreuther:
Vor etwa 4 Jahren fand ich im Yoga Vidya
Bücherladen in Bad Meinberg das Buch von Armin Risi „Gott und die
Götter“. Seitdem bin ich begeistert von diesem Autor, habe alle seine
Bücher gelesen und alle seine Videos auf youtube gesehen und habe auch
vor einem Jahr ein ganztätiges Seminar bei ihm mitgemacht und mit ihm
persönliche Gespräche geführt.
Für mich ist Armin Risi (geb. 1963) ein intellektuelles Genie und einer der wichtigsten spirituellen Philosophen der Gegenwart.
Er
lebte 18 Jahre in vedischen Klöstern und sein Werk ist in der Tradition
der indischen Bhakti-Philosphie, für die die Liebe zu Gott als
Individuum das allerwichtigste ist – Gott als das göttliche Liebespaar
Radha und Krishna, die in ewiger spiritueller Ekstase sich gegenseitig
lieben.
Nur ein Individuum kann ein anderes
Individuum lieben, deshalb definiert Armin Risi diesen Begriff neu im
wörtlichen Sinne als das Un- (In-) teilbare (dividuum)…
Das Mysterium ist, dass wir als Individuen auch gleichzeitig ein Teil des Indivuums Gott sind.
Er
tritt ein für Theismus, als einen vernünftigen Gottglauben und versteht
Theismus in seiner Definition als radikalen Mittelweg zwischen
Monotheismus und Atheismus.
Zum Einstieg kann
ich natürlich das Buch empfehlen „Der radikale Mittelweg“ in der
Neuauflage von 2016 im Koppverlag und das folgende recht aktuelle Video
auf youtube:
Klappentexte und Inhaltsverzeichniss:
Was
ist Monotheismus, was ist Theismus? Bisher wurde beides noch nie klar
unterschieden, doch die Erklärungen des vorliegenden Buches zeigen, dass
der Unterschied so gewaltig ist wie der zwischen Krieg und Frieden,
Hass und Versöhnung, „Dunkelheit“ und „Licht“.
„Religion ist Illusion und eine Bedrohung für die Welt“, sagen heute viele atheistische Religionskritiker. – Doch der Atheismus ist nur die andere Seite des Monotheismus! Und viele Atheisten sind eigentlich keine Atheisten, sondern Amonotheisten.
Atheismus und Monotheismus prägen den Kurs der Menschheit seit über 2000 Jahren, und die Weltgeschichte zeigt, dass beide Seiten den Menschen weder Frieden noch wirkliche Vernunft gebracht haben. Armin Risi beleuchtet die philosophischen und praktischen Konsequenzen dieser Weltbilder und beschreibt den „radikalen Mittelweg“ des Theismus. Mittelweg bedeutet nicht Mittelmäßigkeit und Durchschnitt, auch nicht bloß Synthese der Gegensätze, sondern Überwindung der Gegensätze.
Dieses Buch ist ein revolutionäres Werk und zugleich ein spannendes Lehrbuch der spirituellen Philosophie: Wie erkenne ich Materialismus, Dualismus, Monismus? Wie unterscheidet sich theistische von atheistischer Esoterik? Was ist die spaltende Kraft, welches sind die beiden Seiten? Wohin führt der aktuelle Paradigmenwechsel?
„Religion ist Illusion und eine Bedrohung für die Welt“, sagen heute viele atheistische Religionskritiker. – Doch der Atheismus ist nur die andere Seite des Monotheismus! Und viele Atheisten sind eigentlich keine Atheisten, sondern Amonotheisten.
Atheismus und Monotheismus prägen den Kurs der Menschheit seit über 2000 Jahren, und die Weltgeschichte zeigt, dass beide Seiten den Menschen weder Frieden noch wirkliche Vernunft gebracht haben. Armin Risi beleuchtet die philosophischen und praktischen Konsequenzen dieser Weltbilder und beschreibt den „radikalen Mittelweg“ des Theismus. Mittelweg bedeutet nicht Mittelmäßigkeit und Durchschnitt, auch nicht bloß Synthese der Gegensätze, sondern Überwindung der Gegensätze.
Dieses Buch ist ein revolutionäres Werk und zugleich ein spannendes Lehrbuch der spirituellen Philosophie: Wie erkenne ich Materialismus, Dualismus, Monismus? Wie unterscheidet sich theistische von atheistischer Esoterik? Was ist die spaltende Kraft, welches sind die beiden Seiten? Wohin führt der aktuelle Paradigmenwechsel?
Atheismus
und Monotheismus sind die beiden Seiten der Spaltung, die das
gegenwärtige Zeitalter seit mehr als 2000 Jahren prägt. Mit der heutigen
Wendezeit soll diese Spaltung jedoch überwunden werden – durch ein
„radikal“ neues Bewusstsein mit revolutionären Erkenntnissen: die
geistige Herkunft der Menschheit, die Realität des multidimensionalen
Kosmos, der spirituelle Hintergrund der Materie.
Armin Risi durchleuchtet die heute vorherrschenden Weltbilder in aller Konsequenz: Was ist der spaltende Geist? Wie wirken die beiden Seiten? Wie kann die Spaltung überwunden werden? „Der radikale Mittelweg“ des Theismus ist nicht einfach eine neue Theorie oder Theologie, sondern eine Rückbesinnung auf das Urwissen der Menschheit und den gemeinsamen Kern aller Religionen.
Zeitloses Wissen, neuste Erkenntnisse: Beides zusammen führt zum Bewusstseinswandel, der von den Mysterienschulen der alten Kulturen für die heutige Zeit vorausgesehen wurde. Das vorliegende Buch ist ein Manifest dieses Paradigmenwechsels.
Armin Risi durchleuchtet die heute vorherrschenden Weltbilder in aller Konsequenz: Was ist der spaltende Geist? Wie wirken die beiden Seiten? Wie kann die Spaltung überwunden werden? „Der radikale Mittelweg“ des Theismus ist nicht einfach eine neue Theorie oder Theologie, sondern eine Rückbesinnung auf das Urwissen der Menschheit und den gemeinsamen Kern aller Religionen.
Zeitloses Wissen, neuste Erkenntnisse: Beides zusammen führt zum Bewusstseinswandel, der von den Mysterienschulen der alten Kulturen für die heutige Zeit vorausgesehen wurde. Das vorliegende Buch ist ein Manifest dieses Paradigmenwechsels.
Vorbemerkungen (1): Zur Bedeutung von „radikal“
Vorbemerkungen (2): Zur Kritik an den heutigen Religionen
Vorbemerkungen (3): Zur Form des Textes
1 Das Theistische Manifest
2 Was ist Monotheismus? Was ist Theismus?
3 Der Mittelweg als Ausweg
4 Differenzieren statt verabsolutieren
5 Religion und Wissenschaft
6 Jeder glaubt an etwas Absolutes
7 Was ist Realität?
8 Religion, Theologie und Philosophie
9 Theistische Theologie (1): Ganzheit, Einheit, Vielfalt
10 Theistische Theologie (2): Das Mysterium von Individualität und Liebe
11 Theistische Theologie (3): Die drei Gottesaspekte
12 Gut und Böse
13 Materialismus, Humanismus, Monismus
14 Konsequenzen des Atheismus
15 Dualismus: die Weltbilder des Monotheismus und der Gnosis
16 Konsequenzen des Monotheismus
17 Wie der Monotheismus entstand
18 Geschichte der theistischen Mysterienschulen
19 Das Credo der materialistischen Wissenschaft
20 Die Evolutionstheorie: eine materialistische Interpretation von Natur, Mensch und Bewusstsein
21 Die geistige Herkunft des Menschen
22 Philosophie des Geistes
23 Leben nach dem Tod
24 Schicksal und freier Wille
25 Unterscheiden, ohne zu urteilen
26 Selbsterkenntnis und innere Einweihung
27 Ethik und Moral
28 Die Moses-Gebote
29 Der theistische Kern des Judentums
30 Der theistische Kern des Christentums
31 Der theistische Kern des Islam
32 Vision, Vernetzung und die nächsten Schritte
Die Thesen des Theistischen Manifests können als PDF bei > kp.burghardt@t-online.de<
angefordert werden oder eine Kurzform unter https://www.sein.de/theismus-der-radikale-mittelweg/
Vorbemerkungen (2): Zur Kritik an den heutigen Religionen
Vorbemerkungen (3): Zur Form des Textes
1 Das Theistische Manifest
2 Was ist Monotheismus? Was ist Theismus?
3 Der Mittelweg als Ausweg
4 Differenzieren statt verabsolutieren
5 Religion und Wissenschaft
6 Jeder glaubt an etwas Absolutes
7 Was ist Realität?
8 Religion, Theologie und Philosophie
9 Theistische Theologie (1): Ganzheit, Einheit, Vielfalt
10 Theistische Theologie (2): Das Mysterium von Individualität und Liebe
11 Theistische Theologie (3): Die drei Gottesaspekte
12 Gut und Böse
13 Materialismus, Humanismus, Monismus
14 Konsequenzen des Atheismus
15 Dualismus: die Weltbilder des Monotheismus und der Gnosis
16 Konsequenzen des Monotheismus
17 Wie der Monotheismus entstand
18 Geschichte der theistischen Mysterienschulen
19 Das Credo der materialistischen Wissenschaft
20 Die Evolutionstheorie: eine materialistische Interpretation von Natur, Mensch und Bewusstsein
21 Die geistige Herkunft des Menschen
22 Philosophie des Geistes
23 Leben nach dem Tod
24 Schicksal und freier Wille
25 Unterscheiden, ohne zu urteilen
26 Selbsterkenntnis und innere Einweihung
27 Ethik und Moral
28 Die Moses-Gebote
29 Der theistische Kern des Judentums
30 Der theistische Kern des Christentums
31 Der theistische Kern des Islam
32 Vision, Vernetzung und die nächsten Schritte
Die Thesen des Theistischen Manifests können als PDF bei > kp.burghardt@t-online.de<
angefordert werden oder eine Kurzform unter https://www.sein.de/theismus-der-radikale-mittelweg/
Sonntag, 18. Juni 2017
Nachschau 02.06.2017: Interview mit Heiner Geisler
Jessika Schwark
Thema: „Mich packt der Zorn“- Interview mit Heiner Geissler anlässlich seiner
Streitschrift „ Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss?“
Schon die erste Frage des Interviews „ Herr Geissler, glauben sie noch an
Gott? und die Antwort „ Ich habe große Zweifel“ geben Stoff für Diskussionen:
Darf man denn überhaupt an Gottes Existenz/ Gottes Wesen zweifeln? Eine
Teilnehmerin berichtet, dies sei in Ihrer Jugend doch eindeutig eine große
Sünde gewesen?
Die folgende Aussage Geisslers: „ Mich packt der heilige Zorn“ lässt ebenfalls
Spekulationen zu- denn was ist überhaupt „ heiliger Zorn“?
Kann ein Mensch, der zornig ist, überhaupt irgendein Thema wahrlich
beurteilen? Oder ist er Sklave seiner Emotionen, die seinen Geist und seine
Wahrnehmung trüben?
Das theistische Gottesbild weist Gott drei wesentliche Eigenschaften zu:
allmächtig, allwissend, allgegenwärtig- warum also gibt es Leiden in dieser
Welt?
An dieser Frage verzweifelt auch der frühere Jesuit Heiner Geissler, spricht
von einem „ Skandal“, der die Kraft hat, jede Generation neu zu erschüttern.
Am Leben und Sterben des historischen Jesus von Nazareth, der „ mein Gott,
warum hast Du mich verlassen“ klagt, stellt sich die Frage nach dem
strafenden Gott.
Geissler kritisiert die Führungselite der Kirchen: „ Zwei Milliarden Christen
könnten die Welt verändern, wenn die entsprechende geistige Führung da
wäre“, diese Aussage führt zur Diskussion über die Eigenverantwortung eines
jeden einzelnen Menschen und zu der Frage, ob wir als Menschen überhaupt
einen freien Willen haben, zu handeln, oder ob wir letzlich nur glauben, frei zu
handeln...
Wir sind uns einig, dass uns das Interview mindestens noch Stoff für einen
weiteren gemeinsamen Abend bietet.
Dieser findet nach unserer Sommerpause am 04.08.17 bei Jürgen Staas statt.
Streitschrift „ Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss?“
Schon die erste Frage des Interviews „ Herr Geissler, glauben sie noch an
Gott? und die Antwort „ Ich habe große Zweifel“ geben Stoff für Diskussionen:
Darf man denn überhaupt an Gottes Existenz/ Gottes Wesen zweifeln? Eine
Teilnehmerin berichtet, dies sei in Ihrer Jugend doch eindeutig eine große
Sünde gewesen?
Die folgende Aussage Geisslers: „ Mich packt der heilige Zorn“ lässt ebenfalls
Spekulationen zu- denn was ist überhaupt „ heiliger Zorn“?
Kann ein Mensch, der zornig ist, überhaupt irgendein Thema wahrlich
beurteilen? Oder ist er Sklave seiner Emotionen, die seinen Geist und seine
Wahrnehmung trüben?
Das theistische Gottesbild weist Gott drei wesentliche Eigenschaften zu:
allmächtig, allwissend, allgegenwärtig- warum also gibt es Leiden in dieser
Welt?
An dieser Frage verzweifelt auch der frühere Jesuit Heiner Geissler, spricht
von einem „ Skandal“, der die Kraft hat, jede Generation neu zu erschüttern.
Am Leben und Sterben des historischen Jesus von Nazareth, der „ mein Gott,
warum hast Du mich verlassen“ klagt, stellt sich die Frage nach dem
strafenden Gott.
Geissler kritisiert die Führungselite der Kirchen: „ Zwei Milliarden Christen
könnten die Welt verändern, wenn die entsprechende geistige Führung da
wäre“, diese Aussage führt zur Diskussion über die Eigenverantwortung eines
jeden einzelnen Menschen und zu der Frage, ob wir als Menschen überhaupt
einen freien Willen haben, zu handeln, oder ob wir letzlich nur glauben, frei zu
handeln...
Wir sind uns einig, dass uns das Interview mindestens noch Stoff für einen
weiteren gemeinsamen Abend bietet.
Dieser findet nach unserer Sommerpause am 04.08.17 bei Jürgen Staas statt.
Vorschau 4.8. 2017: Interview mit Heiner Geißler
(Fortsetzung) Klaus Burghardt
Im
letzten Treffen ging es u.a. um das Problem von Willensfreiheit und
Determinismus. Möglicherweise gibt es hierzu noch Gesprächsbedarf?
Es
wurde auch moniert, daß Geißler viel kritisiere, aber wenig Positives
anzubieten habe. Dem wurde mit dem Hinweis auf Geißlers Christus-Bild
begegnet und mit den Forderungen, die er an die Kirchen stellt. Sind sie
berechtigt? Oder zu radikal?
Die Botschaft Jesu („die Pflicht zur Solidarität unter den
Menschen“), die Frage der Theodizee, Geißlers Einschätzung des Papstes
(„der beste Mann, den wir zurzeit auf der Welt haben. Er kämpft gegen
die globale Ökonomie, 'die tötet' ...“) scheinen mir weitere mögliche
Diskussionspunkte zu sein.
Lest bitte noch einmal den Text der Vorschau zum 2.6.17 „Mich packt der Zorn“ und wenn möglich das Interview vom 31.3.17: http://www.zeit.de/2017/14/heiner-geissler-glauben-alter-interview/komplettansicht
Die
Streitschrift "Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln
muss?" (7 Euro) von Heiner Geißler ist im März im Ullstein Verlag
erschienen.
Heiner Geißler ist Autor zahlreicher Bücher. Der ehemalige Bundesminister, geb. 1930, war 25 Jahre lang Mitglied des Deutschen Bundestages und Schlichter von Stuttgart 21.
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